Lange Nacht der Kunst gegen Gewalt und Missbrauch!

Lange Nacht der Kunst gegen Gewalt und Missbrauch.

Die Veranstaltung wurde erstmal 2013 organisiert von der Selbsthilgegruppe Opfersolidarität und soll jährlich eine Wiederholung mit neuem Programm finden.

Viele Betroffene auch unter den Besuchern der Veranstaltung

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Infotische 

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Eine Wunderbare Veranstaltung bei der viele Betroffene für Betroffene auf die Bühne gegangen sind.

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Am Büchertisch Broschüren und Bücher zum Thema

Berndi

Anita Ossinger las aus ihrem Buch „Sei lieb zu Berndi “

www.anita-ossinger.at

Reisinger

Hermine Reisinger las aus ihrem Buch „Tote Kinderseele“

www.tote-kinderseele.at

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Adelheid Haneder las aus ihren Büchern „Die Liebe in unseren Herzen“ und „Das Licht in mir“

www.licht-des-herzens.co.at

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Florence Burnier Ausstellung Objekte, mit offener Diskussion

Thema (Missbrauch in der Otto- Mühl- Sekte)

„Geschichte einer Schändung“

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Ausstellungen von Ingrid Fostel 

kleinformatige Bilderserie, welche Missbrauch thematisiert.

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Mag. Dr. Rainer KÖNIG-HOLLERWÖGER liest aus  seinen Büchern „TSUNAMI IN DER SEELE“ Sexuelle Gewalt an Kindern. Entdeckung – Hilfe – Erforschung“  und „JULIA K. GEWISSHEIT DER UNGEWISSHEIT“

Autor; Sozial- Sexualforscher, Wissenschaftler, Künstler und Präsident von IPS-WIEN:

www.ips-wien.at

www.rkh-art.at

barrierefrei

Wolfgang Pirker liest aus seinem Buch „barrieren.frei“

Über den Autor

Warum ich dieses Buch geschrieben habe.

Parkinsonberatung.at

Zur Parkinson Selbsthilfe

monika

Monika Schmatzberger, Schauspielerin, liest „Endlich frei“ zum Thema Gewalt in der Ehe und „Zu Ende geträumt“

monika.schmatzberger

Angela

Angela Kreilinger, SHG-OS-Gründerin, Betroffene, Gedichte, Aphorismen, Reime

www.shg-os.com

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Hans Weiss liest aus seinem Buch „Tatort Kinderheim“

Ein rießengroßes DANKESCHÖN an alle Mitwirkenden!

Sexuelle Belästigung: Mehr Zeit für Beschwerde

3. August 2013, 12:56

Verjährungsfrist von einem auf drei Jahre ausgedehnt –

Mindestschadenersatzanspruch derzeit bei 1000 Euro

Opfer von sexueller Belästigung haben künftig länger Zeit, um ihre Ansprüche auf eine finanzielle Entschädigung geltend zu machen. Das hat die Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes gebracht, die mit August in Kraft getreten ist.

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Für Fälle von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, die sich nach dem 1. August 2013 ereignet haben, gilt künftig eine Verjährungsfrist drei Jahren. Somit haben Geschädigte künftig länger Zeit ihre finanziellen Ansprüche sicherzustellen. In den letzten Jahren wurde der Mindestschadenersatzanspruch schrittweise von 400 Euro auf 720 Euro und zuletzt auf 1000 Euro angehoben.

Regelungen bei Stelleninseraten ausgeweitet

Ausgeweitet wurde auch die Verpflichtung, bei Stelleninseraten das Mindestentgelt für die ausgeschriebene Stelle anzugeben. Sie gilt jetzt auch für Jobs, in denen es kein kollektivvertragliches oder anders festgelegtes Mindestentgelt gibt. Ausgenommen sind weiterhin leitende Angestellte und freie DienstnehmerInnen. (red, dieStandard.at, 13.8.2013)

Weitere Informationen zum Thema „Gleichbehandlung im Beruf“ bietet die gleichnamige Broschüre der Arbeiterkammer Oberösterreich, die nun in einer aktualisierten Version vorliegt:

Beziehen kann man sie online unter www.arbeiterkammer.com oder unter frauen@akooe.at in gedruckter Version bestellen.

Danke an den Standard für die Berichterstattung!

Originallink: http://diestandard.at/1375626445121/Sexuelle-Belaestigung-Mehr-Zeit-fuer-Beschwerde

 

Deutsche Opfer-Hotline: Missbrauch war meist geplant

Katholische Priester haben ihre sexuellen Übergriffe auf Kinder und Jugendliche genau geplant. Das ist eines der „erschütternden Ergebnisse“, die die Auswertung der Gespräche der deutschen Hotline für Missbrauchsopfer erbrachte.

Das sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Triers Bischof Stephan Ackermann, Mitte Jänner in Trier. Jene Priester und Diakone hätten „sich das Vertrauen von Kindern erschlichen und diese dann auf schändliche Weise missbraucht“ – in der Kirche, in Heimen und in Internaten. Fast 8.500 Gespräche waren bei der Opfer-Hotline der katholischen Kirche geführt worden, die von Ende März 2010 bis Ende 2012 geschaltet war. Die Bewegung „Wir sind Kirche“ bedauerte die Einstellung der Telefonhotline.

Nach den Gesprächen mit Opfern, die meist über Vorfälle aus dem Zeitraum zwischen 1950 und 1980 berichteten, habe es keine Hinweise auf „zufalls- oder überfallartige Taten“ gegeben, sagte Ackermann. Die Täter hätten oftmals „die psychische Wirkung von Riten“ wie Gebeten oder Beichten ausgenutzt, um sich an den Kindern zu vergehen.

Ackermann: Aufklärung fortsetzen

„Besonders erschüttert hat mich, dass die Täter den Minderjährigen vortäuschten, ihre Handlungen seien ein Ausdruck liebender Verbundenheit mit Gott“, sagte Ackermann. Mehr als 60 Prozent der Anrufer gaben an, Opfer sexueller Gewalt gewesen zu sein. Die meisten von ihnen waren Männer.

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Triers Bischof Stephan Ackermann

Ackermann kündigte an, die Aufklärung auch nach dem Ende des Telefonservices fortsetzen zu wollen. „Wir wollen das Vertrauen nutzen, um mit allen Kräften heute und in Zukunft das Verbrechen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu verhindern.“ Die Bischöfe würden sich „weiterhin mit gleichbleibender Intensität und Konsequenz um eine gründliche und transparente Aufarbeitung bemühen“.

Das kriminologische Forschungsprojekt bleibe „ein wichtiger Baustein“ im Maßnahmenpaket der Kirche, so Ackermann weiter. Es gebe schon eine Reihe von Angeboten zu einem Neustart des Projekts. Wissenschaftler könnten sich „entgegen allen Unkenrufen“ offensichtlich die Bischofskonferenz als Partner vorstellen. Die durch die Beendigung der Zusammenarbeit mit Pfeiffer ausgelöste Debatte bezeichnete Ackermann als „herben Rückschlag in unserem Bemühen um die Aufarbeitung und Prävention sowie eine erneuerte Vertrauenswürdigkeit“.

Missbrauchsstudie gestoppt

Die katholische Kirche war bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in die Kritik geraten, weil sie eine wissenschaftliche Studie des Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer gestoppt hatte. Pfeiffer, der im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche aufklären sollte, warf der Kirche daraufhin Zensur vor.

Für den Kriminologen Christian Pfeiffer ist das Kontrollbegehren der Kirche „unzumutbar“

In der deutschen Wochenzeitung „Christ & Welt“ sagte Pfeiffer: „Ich soll nicht länger behaupten, dass die Kirche Zensurwünsche an uns gerichtet hat. Da ich das belegen kann, sehe ich keinen Grund, es zu unterlassen.“ Pfeiffer berichtete in der Beilage der „Zeit“ detailliert, wie die Kirche versucht habe, möglicherweise missliebige Forschungsergebnisse unter Verschluss zu halten.

Sie habe in den bestehenden Forschungsvertrag eine Blockadeklausel einbauen wollen, wonach eine Veröffentlichung von Ergebnissen seiner Missbrauchsstudie nur nach einer „ausdrücklichen vorherigen schriftlichen Zustimmung“ des Verbandes der Diözesen Deutschlands möglich gewesen wäre. „Zudem beanspruchte die Kirche ein Mitspracherecht bei der Auswahl von Mitarbeitern“, so Pfeiffer.

Pfeiffer: Angriff auf Forschungsfreiheit

Pfeiffer wertete den Vorgang als Angriff auf die Forschungsfreiheit und nannte das Kontrollbegehren der Kirche „unzumutbar“. Weiter sagte er in „Christ & Welt“, die Bischofskonferenz habe eine „präventive Zensur“ durchsetzen wollen. Außerdem habe er „Hinweise auf neue Aktenvernichtungen“ in mehreren Bistümern erhalten. „Neue Aktenvernichtungen wären ja vertragswidrig gewesen.“

Die katholische Kirche habe sich bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gut um Aufklärung bemüht, sagte hingegen Weihbischof Hans-Jochen Jaschke in einer ARD-Magazinssendung. „Im Ganzen muss man doch sehen, hat die Kirche, haben Menschen in der Kirche, sich viel, viel Mühe gegeben und nehmen die Menschen ernst und bringen sie endlich zum sprechen“, sagte der Weihbischof. Die Zuständigen hätten schnell bundesweit für Transparenzregeln gesorgt und in den Diözesen immer eine gute Urteilsfindung ermöglicht.

Die Missbrauchsgeschichte sei eine „ganz bedrückende Erfahrung“, so Jaschke. „Ich schäme mich bis heute angesichts der Opfer, die Menschen in der Kirche vertraut haben und so bitter enttäuscht sind.“

religion.ORF.at/dpa/AFP

Danke an den ORF für die kritische Berichterstattung!

Originallink:

http://religion.orf.at/stories/2567476/

Vergessen und missbraucht: Deutschland wird zum Markt für Menschenhändler

Opfer von Kinderprostitution werden immer jünger

Reuters Die Bundesregierung will stärker gegen Menschenhandel vorgehen: Hintermänner von Organhandel, Zwangsprostitution und Bettelkindern sollen härter bestraft werden
Tausende Kinder und Jugendliche werden jährlich zur Prostitution gezwungen. Die Opfer werden immer jünger. Ein Gesetz ließ lange auf sich warten. Nun soll ein Entwurf der Bundesregierung die Täter strenger bestrafen – doch immer noch nicht hart genug, kritisieren Verbände.
Es sind erschreckende Zahlen: Mindestens 40 000 Opfer – Kinder, Jugendliche und Frauen – werden in Europa jedes Jahr zur Zwangsprostitution gezwungen. Wie die „Welt“ am Samstag berichtet, ist die sexuelle Ausbeutung auch „in der Bundesrepublik ein großes Problem“. Deutschland sei ein wichtiger Markt für Menschenhändler.Die Masche der Täter ist meist die Gleiche: Sie locken ihre Opfer in Wohnungen, von denen es in Berlin beispielsweise dutzende gäbe, berichtete die Zeitung. Ausgestattet mit Spielzeug, Computer und Erwachsenen, die den Kindern zuhören und denen die oft vernachlässigten Opfer ihre Probleme erzählen können, werden sie fotografiert. Ihre Bilder werden dann an Freier geschickt. Allein im Berliner Bezirk Schöneberg soll es mehrere Lokale geben, in denen Kinder vermittelt würden. Oft sei die Kinderprostitution auch mit Adoption getarnt.

Jedes vierte Opfer ist unter 18 Jahre

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass mehr als jedes vierte Opfer unter 18 Jahre alt ist, schreibt „Die Welt“. In Deutschland entdeckten die Polizisten 2011 bei Kontrollen rund 650 Geschädigte. Mehr als jeder Zehnte war zwischen 14 und 17 Jahre alt. 13 Opfer sollen sogar jünger als 14 gewesen sein.

482 Verfahren wegen „Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung“ wurden 2011 abgeschlossen. Doch die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Viele Opfer müssten bei einer Aussage vor Gericht fürchten, ins Herkunftsland abgeschoben zu werden – womöglich würden sie dort wieder in die Hände der Menschenhändler fallen, schreibt die „Welt“. Deshalb muss den Opfern „eine Perspektive“ gegeben werden. „Sie brauchen Sicherheit über ihre persönliche Zukunft nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens“, sagt Heidemarie Rall, Expertin des Bundeskriminalamts für Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung, der Zeitung.

„Zwangsprostitution ist in der Bundesrepublik ein großes Problem“

Und was macht die Regierung während irgendwo in Deutschland Mädchen versklavt, Frauen missbraucht und Kinder zur Zwangsprostitution gezwungen werden? Sie lässt sich Zeit mit einem Gesetzesentwurf, der Opfern mehr Schutz bieten soll. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) kündigte vor fast zwei Jahren einen Entwurf an, der Menschenhandel und Zwangsprostitution erschwere, berichtete die „Welt“ weiter. Doch das Gesetzespaket scheiterte am Widerstand in den eigenen Reihen.

Die Regierung versucht nun, einen EU-Richtlinie aus dem Jahr 2011 umzusetzen. Ein Gesetzesentwurf, der Hintermänner von Organhandel, Zwangsprostitution und Bettelkindern härter bestrafen soll, wurde neu aufgearbeitet. Dieser soll fristgerecht zum 6. April dieses Jahres umgesetzt werden. „Der Menschenhandel zum Zwecke der Organentnahme, der derzeit lediglich als Beihilfe zu Straftaten nach dem Transplantationsgesetz strafbar ist“ soll „ausdrücklich (…) unter Strafe gestellt werden“, gehe es aus dem Entwurf des Justizministeriums hervor, berichtete die „Welt“.
Das geplante Gesetzt sehe vor allem zwei Änderungen der Strafprozessordnung vor: Zum einen solle auch Menschenhandel bestraft werden, der im Zusammenhang mit Bettelei, Organhandel, Drogenhandel und Diebstahl stehe, so die Zeitung. Zum anderen sollen künftig auch Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren nach Paragraph 233 des Strafgesetzbuches als besonders schutzbedürftig stehen, schrieb die „Welt.Ein erschreckender Fakt: Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vom September 2012 habe deutsche Bemühungen, Opfer zu schützen, seit 2010 sogar deutlich nachgelassen, berichtete die Zeitung.

Verbände kritisieren den Entwurf als „eine minimale Strafrechtsänderung“

Opposition und Opferverbände halten den Entwurf für unzureichend. „Die Bundesregierung glaubt offensichtlich, dass Menschenrechtspolitik sich darin erschöpft, Konventionen zu unterzeichnen und warme Worte zu sprechen“, sagte Volker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen der „Welt“. „Das Gegenteil ist aber der Fall. Es ist harte Arbeit.“ Nur wer den Opferschutz verbessere, könne das Dunkelfeld aufhellen und die Strafverfolgung verbessern, so die Zeitung.

Die Arbeitsgemeinschaft Ecpat, die Kinder vor sexueller Ausbeutung schützen will, kritisiert, der Entwurf des Justizministeriums sei „eine minimale Strafrechtsänderung“. Er setze vieles Wichtige von dem nicht um, was Brüssel in seiner Richtlinie fordere. Zudem erfülle Deutschland grundlegende Voraussetzungen nicht, um Kinder besser zu betreuen, die Opfer von Menschenhändlern geworden sind. Demnach fehlten Unterbringungsmöglichkeiten, schrieb die „Welt“.

Danke an Focus online für die gute kritische Berichterstattung!
Originallink:

Kriminologische Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche Deutschlands

Eine kriminologische Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche Deutschlands initiierte die Deutsche Bischofskonferenz, nachdem 2010 die Debatte um Fälle von sexuellem Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche zunahm. Im Juni 2011 fasste die Deutsche Bischofskonferenz einstimmig den Beschluss, zusammen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) und dessen Leiter Christian Pfeiffer diese Studie zu erstellen.

Im Januar 2013 kündigte die Bischofskonferenz dem KFN den Vertrag und hat die Kriminologische Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche Deutschlands gestoppt. Das KFN hat daraufhin eine selbständige Studie ohne Mithilfe der Kirche angekündigt und die Missbrauchsopfer von Priestern dazu zwecks anonymisierter Befragung zur direkten Zusammenarbeit mit dem KFN aufgerufen.

Hintergrund

Das Projekt einer kriminologischen Erforschung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Deutschland wurde 2010 vom Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) angestoßen. Alle 27 Bischöfe hätten eine wissenschaftliche Untersuchung durch Pfeiffer begrüßt. In dem der FAZ vorliegenden Vertrag vom 8. Juli 2011 hätten neun als repräsentativ ausgewählte Bistümer verbindlich zugesagt, sich an dem Forschungsprojekt zu beteiligen.[1]

Zuvor hatten mehrere Bistümer aus Anlass der 2010 bekanntgewordenen Missbrauchsfälle ihre Personalaktenbestände seit dem Zweiten Weltkrieg überprüft. Ergebnisse lagen 2010 aus dem Erzbistum München und Freising vor. Dort wurden über 13.000 Personalakten durch die Anwaltskanzlei Westphal, Spilker und Wastl überprüft. Anwältin Westphal ging in ihrem Bericht von einer erheblichen Dunkelziffer aus, da Akten in erheblichem Umfang vernichtet wurden und Aktenbestände außerhalb des Ordinariats in Privatwohnungen lagerten und somit einem manipulativen Zugriff ausgeliefert waren.[2] Erste Ergebnisse lagen ebenfalls aus dem Zwischenbericht der Missbrauchsbeauftragten des Bistums Regensburg vor.

Auch einzelne Ordensgemeinschaften leiteten entsprechende Maßnahmen ein. Die Salesianer Don Boscos richteten beispielsweise nach den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen eine Arbeitsgruppe aus internen und externen Personen ein, die regelmäßig Zwischenberichte veröffentlichte. Der dritte Zwischenbericht nennt 62 Meldungen von Betroffenen ab dem Zeitraum der 1950er Jahre; 28 davon bezogen sich auf sexuelle Übergriffe unterschiedlicher Schwere. Unter den gemeldeten Fällen sind auch solche, die bereits bekannt und strafrechtlich abgeurteilt waren. Der dritte Zwischenbericht enthält auch bereits einige Konsequenzen für die Arbeit in den Einrichtungen.[3]

Mehr dazu: Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kriminologische_Studie_zum_Missbrauch_in_der_katholischen_Kirche_Deutschlands

 

20 Jahre Kinderrechtskonvention

20 Jahre Kinderrechtskonvention

Prof. Dr. Beate Rudolf © DIMR/S. Pietschmann

Es wird Zeit, das deutsche Recht systematisch zu überprüfen!

Gespräch mit Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, und Dr. Hendrik Cremer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut.

Wo steht Deutschland 20 Jahre nach Inkrafttreten der Kinderrechtskonvention?

Beate Rudolf: Die Bundesregierung hat im Jahr 2010 sämtliche Vorbehalte zur UN-Kinderrechtskonvention (KRK) zurückgenommen und sie damit vollumfänglich anerkannt. Dies war ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Jetzt muss sichergestellt werden, dass die Kinderrechte in Deutschland auch in der Praxis umgesetzt werden.

Hendrik Cremer:
Seit der Rücknahme der Vorbehalte sind die Bestimmungen der KRK innerstaatlich in allen Rechtsgebieten anwendbar. Allerdings wird die Bedeutung der Konvention für die Rechtspraxis in Deutschland noch nicht ausreichend erkannt. Mittlerweile gibt es aber immerhin einige Gerichtsentscheidungen, welche anerkennen, dass die KRK subjektive Rechte beinhaltet. Das heißt, sie sind als geltendes Recht in der innerstaatlichen Rechtsordnung zu beachten und Kinder können deren Beachtung verlangen.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Konvention?

Hendrik Cremer: Die KRK wird als Menschenrechtsvertrag mit Bindungswirkung für alle staatlichen Organe bis heute nicht ausreichend zur Kenntnis genommen. Allzu oft wird angenommen, jede Maßnahme, die vermeintlich Gutes für Kinder bringe, sei ein Beitrag zur Verwirklichung der KRK. Das kann durchaus so sein, muss es aber nicht. Beschwerdemöglichkeiten und Anlaufstellen für Kinder im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe beispielsweise können die Situation von Kindern verbessern. Das allein genügt nach der Kinderrechtskonvention aber nicht. Entscheidend ist vielmehr, dass ihr rechtebasierte Ansatz umgesetzt wird.

Beate Rudolf: Den rechtebasierten Ansatz der KRK umzusetzen heißt, Kinder als Rechtsträger ernst zu nehmen. Wer Rechtsträger ist, entscheidet grundsätzlich selbst, wie er oder sie das Recht ausüben will. Für Kinder und Jugendliche ist es dabei von zentraler Bedeutung, dass sie ihr Rechte kennen und gut darüber informiert sind, wie sie Rechte einfordern und durchsetzen können. Der Menschenrechtsbildung für Kinder und Jugendliche kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Hieraus ergeben sich weiterhin auch Bindungen für diejenigen, die mit Kindern umgehen oder in Bezug auf Kinder Entscheidungen zu treffen haben. Nach der KRK ist bei sämtlichen staatlichen Maßnahmen, die Kinder betreffen, das Wohl des Kindes grundsätzlich vorrangig zu berücksichtigen. Was das Wohl des Kindes ist, kann nicht von Erwachsenen einfach bestimmt werden. Vielmehr muss das betroffene Kind angehört werden. Seine Meinung ist angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife zu berücksichtigen. Der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen bringt deshalb das Kindeswohl und das Recht des Kindes auf Gehör in einen systematischen Zusammenhang und leitet hieraus auch die umfassenden Partizipationsrechte der Kinder und Jugendlichen ab.

In welchen Bereichen muss das Recht des Kindes auf Gehör beachtet werden?

Beate Rudolf: Art. 12 KRK ist für sämtliche Gebiete des deutschen Rechts bedeutsam. Das gilt etwa für das Schulrecht, das Familienrecht, die Kinder- und Jugendhilfe, etwa bei Krisen- und Notsituationen, das Sozialrecht, das Aufenthaltsrecht, das Asylrecht, oder im Bereich des Gesundheitswesens, um nur einige Beispiele zu nennen. Bei medizinischen Fragen, etwa der Entscheidung über irreversible ärztliche Eingriffe bei intersexuellen Kindern, oder im Umgang mit transsexuellen Kindern zeigen Berichte von Betroffenen und aktuelle Fälle, dass das Kindeswohl nach wie vor nicht hinreichend anhand der Meinung des betroffenen Kindes bestimmt wird.

Dr. Hendrik Cremer © DIMR/S. Pietschmann

Würde es helfen, Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen?

Hendrik Cremer: Gerade mit Blick auf die geringe Berücksichtigung der Kinderrechtskonvention im innerstaatlichen Rechtsraum erscheint es sinnvoll und geboten, im Grundgesetz zumindest die Subjektstellung des Kindes und wesentliche Prinzipien der KRK zu verankern. Dazu gehören neben dem Vorrang des Kindeswohls und dem Recht des Kindes auf Gehör das Diskriminierungsverbot und die Rechte auf Entwicklung und auf Bildung. Diese könnten dann als „Hebel“ beziehungsweise Ausgangspunkt für die Rechtsprechung dienen, sodass die Verpflichtungen aus der Kinderrechtskonvention ausreichend Beachtung finden und völkerrechtliche Verstöße vermieden werden.

Wo verlangt die Kinderrechtskonvention konkrete Änderungen des deutschen Rechts?

Hendrik Cremer: Bei dem Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen besteht, auch nach Einschätzung von UN-Menschenrechtsgremien, dringender Handlungsbedarf. Das gilt insbesondere für die menschenrechtlich unzulässige Verhängung von Abschiebungshaft gegen sie. Auch die Ausgrenzung von 16- und 17-Jährigen aus der Kinder- und Jugendhilfe und ihre Unterbringung in Asylbewerberunterkünften für Erwachsene verstößt gegen die Kinderrechtskonvention (Art. 20 KRK). Eine Herausforderung bleibt auch, das Recht aller Kinder auf Bildung zu verwirklichen. Das betrifft das Recht von Kindern und Jugendlichen ohne Aufenthaltsstatus auf gleichberechtigten Schulzugang ebenso wie strukturelle Diskriminierungen im Schulwesen, sei es rassistische Diskriminierung von Kindern mit Migrationshintergrund oder die Benachteiligung von Kindern aus sozial schwachen Familien.

Wie kann gewährleistet werden, dass das Recht in die Praxis umgesetzt wird?

Beate Rudolf: Die Kinderrechtskonvention verlangt, dass Bund und Länder systematisch ihre Gesetze und Praxis durchforsten, um die in der KRK verbrieften Rechte zu verankern und ihnen volle Wirksamkeit zu verschaffen. Hierfür müssen staatliche Stellen regelmäßig überprüfen, ob Fortschritte gemacht wurden, ob sich die gewählten Mittel als wirksam erwiesen haben oder ob neue Hindernisse aufgetreten sind. Außerdem bedarf es in allen Vertragsstaaten, wie der Kinderrechtsausschuss betont hat, eines kontinuierlichen unabhängigen Monitorings, um die staatliche Selbstüberprüfung kritisch zu begleiten. Hierbei ergänzen die Nationale Menschenrechtsinstitution und zivilgesellschaftlichen Organisationen einander. Menschenrechtsorientierung und Menschenrechtskompetenz sowie internationale Erfahrungen werden so mit den Erkenntnissen zusammengeführt, die durch Arbeit „an der Basis“ und durch das Eintreten für die Belange von Kindern gewonnen werden. Auch hierbei gilt es, der tragenden Rolle von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden, indem sie an Monitoringverfahren nicht nur beteiligt werden, sondern diese auch aktiv mitgestalten können. Ziel des gemeinschaftlichen staatsfreien Monitoring ist es, die Verwirklichung der KRK vollumfänglich sicherzustellen und die rechtspolitische Debatte an der Konvention auszurichten.

(DIMR)

Danke für das Engagement!

Originallink: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/themen/kinderrechte/schwerpunkte/kinderrechtskonvention/interview.html

Missbrauch in Wiener Heimen: Ein Raum voller schrecklicher Erlebnisse

ulia Herrnböck, 16. Jänner 2013, 18:40
  • foto: standard/newald

    Reinhard Sieder: „Es ist schwer zu glauben, dass Verantwortliche der Stadt nichts von den Zuständen wussten.“


Zahlreich erschienen ehemalige Heimkinder zu einer Buchpräsentation über den Missbrauch und die Gewalt, die sie jahrzehntelang erfahren mussten. Die Wut über Verjährungen und mangelnde Beweise ist groß. Aber auch darüber, dass von der Stadtregierung keiner kam

Wien – Dass es bei all den Prügeln, Hieben und Schlägen durch Erzieher keinerlei Aufzeichnungen von Ärzten oder Rettungsdiensten gibt, die wegen der Schwere der Verletzungen immer wieder gerufen werden mussten, ist blanker Hohn für die ehemaligen Heimkinder. Zahlreich sind sie am Dienstagabend zur Vorstellung des Buches „Der Kindheit beraubt“ erschienen, das Historiker Reinhard Sieder im Auftrag von Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) einst als Bericht erarbeitet hat.

„Diese Institutionen haben ihren Zweck völlig verfehlt. Wer es als Heimkind geschafft hat, im Leben Fuß zu fassen, hat das ausschließlich seiner eigenen Kraft zu verdanken“, beschreibt Sieder den Schaden, der tausenden Menschen in dieser Zeit an Leib und Seele zugefügt wurde. „Es ist schwer zu glauben, dass Verantwortliche der Stadt nichts von den Zuständen wussten – die Gerüchte, die in der Bevölkerung bekannt waren, werden dem Jugendamt auch untergekommen sein“, verdeutlicht Sieder den Vorwurf.

Betroffene beschreibt Missbrauch

„Die Berichte sind wohl genauso verschwunden wie die Axt bei uns im Heim, wenn Besuch da war“, flüstert ein Mann seinem Sitznachbarn zu. Sie und zwei andere, die ihre Jugend im Heim im niederösterreichischen Wimmersdorf verbringen mussten, hätten schon 1982 Anzeige erstattet, erzählen sie. „Es wurde ein Gerichtsverfahren eingeleitet, zu dem wir aber nie geladen wurden. Passiert ist nichts“, sagt einer von ihnen. Ein Amtsarzt habe die Erzieher, von denen sie jahrelang terrorisiert wurden, damals als „nicht vernehmungsfähig“ eingestuft. „Somit ist das verjährt.“

Während eine Betroffene aus ihrem Bericht vorliest, beschreibt, wie sie bereits als Siebenjährige vom Hauswart am Wilhelminenberg zu Oralverkehr gezwungen wurde, um den Prügelstrafen zu entgehen, nesteln einige Zuhörer sichtbar aufgewühlt an ihrer Kleidung. Andere starren auf den Boden, wieder andere nicken.

Nur eine Schwangerschaft habe sie aus dem Martyrium befreit, erzählt die Frau. „Damals war ich 13 Jahre alt, es war die einzige Möglichkeit, dem Heim zu entkommen“, sagt sie mit fester Stimme.

Anschließende Diskussion

Drei andere lesen ebenfalls ihre Geschichten aus dem Buch vor. Eine Frau widmet ihre Lesung all jenen, „die am System verzweifelt sind und deswegen nicht hier sind“. Entweder weil sie die Kraft dafür nicht haben oder weil sie gestorben sind. „Es gab Berichte über Suizidversuche, die auch das Magistrat bekommen hat“, erzählt ein Zuhörer. Die Frau entschuldigt sich unter Tränen bei ihrem Sohn für all das, was er mittragen musste aufgrund ihrer traumatischen Vergangenheit.

Bei der anschließenden Diskussion steht ein Mann aus dem Publikum auf. Er will fragen, warum es keine österreichweite Untersuchung gibt, er stamme aus Kärnten und sei dort blutig geschlagen worden. Doch dann bricht er in Tränen aus, ein großgewachsener Mann von etwa 50 Jahren. Er kann nicht weitersprechen, jemand nimmt ihm das Mikrofon ab.

Die Frage, warum niemand von der Stadt Wien an diesem Abend anwesend ist, wird immer lauter. Die Einladung zur Veranstaltung sei zu kurzfristig erfolgt, sagt ein Sprecher von Oxonitsch am Mittwoch auf Nachfrage. Zudem habe die gemeinsame Präsentation des Berichtes bereits im Juni 2012 stattgefunden. Der zuständige Magistrat werde nun in Arbeitskreisen aus dem Bericht herausarbeiten, was für die Zukunft der Fürsorge Relevanz hat. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 17.1.2013)

Danke an den Standard für seine kritische Berichterstattung!

Originallink: http://derstandard.at/1358303737846/Missbrauch-an-Heimkindern-Ein-Raum-voller-schrecklicher-Erlebnisse?seite=2#forumstart

Heimkinder gehen auf die Straße

Am 18. Dezember wollen ehemalige Fürsorge-Zöglinge in Wien

„die Politiker wachrütteln“.

Das wird die erste Veranstaltung, wo endlich wir am Wort sind“, sagt Johann Kailich. Der 65-Jährige ist einer der Organisatoren einer Demonstration ehemaliger Heimkinder, die am 18. Dezember vom Wiener Stephansplatz bis zum Parlament führen soll.

Das „Wir“ sind ehemalige Zöglinge von Heimen der Stadt Wien, anderer Bundesländer und der katholischen Kirche. Kailich ist vor allem ein Anliegen, das damalige Heimsystem aufzurollen. „Jedes Opfer einzeln zu entschädigen, hat keinen Sinn – eine Rente, eine Wiedergutmachung. Wir fordern, dass der Staat alle ehemaligen Heimkinder als Opfer anerkennt und abfindet.“ Es gebe „Zigtausende“, die sich noch nicht bei einer der Opferschutzkommissionen gemeldet haben. Die müssten von den offiziellen Stellen kontaktiert werden, fordert Kailich.

Der Wildwuchs an Kommissionen – eine für die katholische Kirche, eine für Wien, eine in Oberösterreich, eine für Malaria-Opfer, eine
für Tirol, eine für Innsbruck… – gehöre eingestellt, sagt Kailich. „Wir brauchen endlich eine bundesweite Kommission, in der auch ehemalige Heimkinder vertreten sind.“

„Gegen Missbrauch“

Diese und weitere Forderungen werden am 18.12. bei der „Kundgebung gegen Missbrauch und Gewalt in Österreich“ gestellt. Ausgangspunkt ist um 15 Uhr der Stephansplatz. Um 17 Uhr soll die Demonstration zur Schlusskundgebung beim Parlament eintreffen. Die Zahl der erwarteten Demonstranten schwankt zwischen 200 und 1000 Teilnehmern.

„Wir wollen endlich die Politiker wachrütteln“, sagt Mit-Organisator Gerald C., „und nicht mehr als Bittsteller behandelt werden.“ Ein wichtiges Anliegen ist, dass die Verjährung im Fall von Vergewaltigungen fällt. „Die Täter dürfen nicht ungeschoren davonkommen“, sagt Elisabeth Kammerlander vom Verein victims mission, die die Aktion unterstützt.

Bei der Schlusskundgebung sollen neben einigen Betroffenen aus Kinderheimen auch die Anwälte Christian Sailer (Deutschland) und Johannes Öhlböck (Wien) sowie der Grüne Nationalratsabgeordnete Albert Steinhauser sprechen. Der Wiener Musiker Tom Beck wird die Demo musikalisch unterstützen.

Originallink:

http://kurier.at/chronik/oesterreich/heimkinder-gehen-auf-die-strasse/1.651.738

Danke nochmal an den Kurier für seine kritische Berichtersattung!

Die BBC, das Wiener Rathaus und Hunderte Kinder

Alle hatten weggeschaut, wie ein BBC-Moderator seine berufliche Stellung unter Kindern über Jahrzehnte so arg missbraucht hat. Und wie lief die Sache mit dem Kinderbordell in Wien? Ein Gastkommentar von Andreas Unterberger

Wien (kath.net/www.andreas-unterberger.at) „Missbrauch in noch nie da gewesenem Ausmaß“: So hört man es nun auf der BBC. Weit über 400 britische Kinder waren sexuelle Opfer eines zeitgeistig-dümmlichen BBC-Moderators geworden. Alle haben weggeschaut, wie dieser seine berufliche Stellung und Popularität unter Kindern über Jahrzehnte so arg missbraucht hat. Erst nach seinem Tod darf jetzt die große Aufregung ausbrechen. Jede Wette: Davon müssen viele andere aus der sich immer ach so gutmenschlich gebenden Kunst-, Sozial- und Medien-Szene gewusst haben, wenn sie nicht gar Mittäter gewesen sind. Es kann schon rein logistisch nicht anders gewesen sein.

Aber wahrscheinlich wird auch deren Schuld erst nach ihrem Tod aufgearbeitet werden. Dann kann man sich auch über sie leicht erregen. Solange sie leben, braucht man sie ja als Quotenbringer (wie offenbar auch der ORF einen zutätowierten bundesdeutschen Gewalttäter).

In den Jahrzehnten vor Ausbruch der Aids-Epidemie hat die 68er Generation überall um freie Bahn für Sex, Sex und noch mehr Sex gekämpft. Europäische Grüne haben sich sogar ganz offen zu einschlägigen pädophilen „Erlebnissen“ bekannt (ungestraft sitzt bis heute einer von den erklärtermaßen kinder„lieb“habenden Grünen an führender Stelle im EU-Parlament und moralisiert dort noch immer lautstark).

In Deutschland wollten die Grünen einst sogar ganz parlamentsoffiziell Sex mit Kindern straffrei stellen. So kämpfen sie jetzt überall um das Recht schwuler Paare auf Kindesadoption – trotz amerikanischer Studien, die zeigen, dass gleichgeschlechtliche „Eltern“ für die Kinder eindeutig suboptimal sind. Um es gelinde auszudrücken.

In den letzten Jahren hat sich zwar jeder drittklassige Leitartikel-Schreiber über die Frage ausbreiten dürfen, ob unter katholischen Priestern auf Grund ihrer Zölibatspflicht ein überdurchschnittlicher Anteil an Pädophilen zu finden ist. Die gleiche Frage in Hinblick auf homo- oder bisexuelle veranlagte Menschen aufzuwerfen, wagen sie aber alle nicht. Oder nicht mehr.

Statt dessen hat die BBC-Redaktion wenige Tage nach Auffliegen des Lebenswerks ihres toten Moderators einen konservativen Politiker des gleichen Delikts geziehen. Ohne jeden Beweis und zur offensichtlichen Ablenkung von der eigenen Schande. Zwar mussten dort nachher einige für diesen Falschbericht – formal – Verantwortliche wegen ihrer Ahnungslosigkeit zurücktreten. Die wirklich Verantwortlichen für die Denunziation des einen wie auch die Nichtverfolgung des anderen sind aber offensichtlich immer noch ungehindert aktiv.

Auch unter den österreichischen Medien hat kein einziger Journalist bisher Gewissensbisse oder gar Rücktrittsabsichten gezeigt, nachdem fast alle die Kirche zwei Jahre lang als Missbrauchs-Anstalt geprügelt hatten. Sie taten das so lange, bis sich herausstellte, dass die üblen Dinge in etlichen kirchlichen Heimen weit von dem übertroffen wurden, was sich in staatlichen Anstalten, vor allem jenen der Bundesländer abgespielt hatte.

Und dann ist das Interesse an einer Skandalisierung des Themas oder an einer Suche nach den Vergewaltigern ganz versiegt: Das passierte genau zu dem Zeitpunkt, da offenkundig wurde, welche Schuld Exponenten der Gemeinde Wien auf sich geladen hatten: Sie hatten den Wilhelminenberg in ein Kinderbordell mit (zu ihrem angeblichen Schutz!) zwangseingezogenen Opfern verwandelt. Zugunsten von bis heute unbekannten Tätern.

Insbesondere der ORF hat über die Untaten von Kirchenmännern ungefähr zehn Mal so intensiv berichtet wie über jene aus dem öffentlichen Bereich. Was Herrn Küberl, den angeblichen Kirchenvertreter im ORF-Stiftungsrat, nicht daran hindern wird, auch künftig den dafür letztverantwortlichen ORF-Bossen mit seiner Stimme zur Mehrheit zu verhelfen.

Nicht einmal der unglaubliche neue Skandal, dass die Gemeinde sogar noch heute Akten über die damals Verantwortlichen zurückhält, findet irgendwo sonderliche Beachtung. Dabei deutet gerade dieses Indiz an, dass unter den – vorerst völlig namenlosen – Kinder-Vergewaltigern sehr prominente Namen gewesen sein müssen. Aber die Millionen an Inseratenumsätzen, die praktisch alle Medien aus dem Rathaus beziehen, sprechen halt eine viel stärkere Sprache als der angebliche Wille zur Objektivität und zum investigativen Journalismus.

Originallink:

http://www.kath.net/news/38978

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Australien entschuldigt sich für erzwungene Adoptionen

Die australische Regierung hat sich offiziell für die erzwungene Adoption Zehntausender Babys entschuldigt, die zumeist als Kinder unverheirateter Frauen zur Welt gekommen waren.

Dass die Kinder von den 50er bis in die 70er Jahre ihren Müttern weggenommen worden seien, habe „ein lebenslanges Vermächtnis des Schmerzes und des Leidens“ verursacht, sagte Premierministerin Julia Gillard gestern.

„Bei Ihnen, den Müttern, die durch ein System betrogen wurden, das Ihnen keine Wahl gab und Sie Manipulation, Misshandlung und Missbrauch aussetzte, entschuldigen wir uns.“

Video dazu in iptv.ORF.at

Mit „falschen Beteuerungen getäuscht“

Die betroffenen Mütter seien nicht über ihre Rechte aufgeklärt und mit „falschen Beteuerungen getäuscht“ worden. „Sie wurden gezwungen, Zwang und Brutalität von Praktiken zu erleiden, die unethisch, ehrlos und in vielen Fällen illegal waren“, führte Gillard in ihrer Entschuldigung aus.

Der Entschuldigung war eine Untersuchung im Auftrag des Senats vorausgegangen, der zufolge von 1951 bis 1975 in Australien 225.000 Babys ihren Müttern zwangsweise weggenommen wurden. Auf unverheiratete Frauen wurde Druck ausgeübt, damit sie ihre Babys zur Adoption freigeben, die Adoptionen wurden als alternativlos dargestellt. Vielfach wurden in den Geburtsurkunden der betroffenen Kinder einfach die Adoptiveltern als leibliche Eltern eingetragen.

Premierministerin im Amt bestätigt

Unterdessen stellte sich Gillard heute nach Kritik an ihren Führungsqualitäten überraschend einer Vertrauensabstimmung in ihrer eigenen Partei. Die Abgeordneten ihrer Partei bestätigten sie im Amt, einen Gegenkandidaten gab es nicht. Damit festigte Gillard zunächst auch ihre Position als Regierungschefin.

Ihr Amtsvorgänger Kevin Rudd hatte sich kurz vor der Abstimmung geweigert, gegen die Parteichefin anzutreten. Einige in der Partei hatten gehofft, er werde Gillard herausfordern. Rudd verwies aber darauf, dass er zugesagt habe, sich nicht gegen sie zu stellen, nachdem er 2010 von Gillard aus dem Amt gedrängt worden war.

Originallink:

http://orf.at/stories/2172836/

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