Pädophiler suchen im Internet über Chats und andere Foren Opfer: Darum kontrolliert was eure Kinder tun im Web!

Pädophiler gibt sich als Justin Bieber aus
Ein 35-jähriger Engländer missbrauchte die Fan-Liebe junger Mädchen, um sie zu sexuellen Handlungen zu überreden. Es soll einer der schlimmsten Fälle von Internet-Pädophilie sein.
Um seine pädophilen Neigungen zu befriedigen, setzte Robert Hunter eine besonders skrupellose Masche ein: Er gab sich im Internet als Justin Bieber aus.

Wie BBC berichtet, nutzte der 35-Jährige aus Middlesbrough, England, Chatrooms und soziale Medien, um junge Mädchen anzuschreiben. Er sagte ihnen, er sei Justin Bieber und würde ihr Freund werden, wenn sie sich vor laufender Webcam ausziehen würden. Diese Videos zeichnete er auf und nutzte sie wiederum, um Jungs zu sexuellen Handlungen zu überreden. Die Kinder seien grösstenteils im Alter von neun bis zwölf Jahren zu Opfern von Robert Hunter geworden.
«Kaltblütige Ausbeutung»

Wenn die Chatpartner des Pädophilen aussteigen wollten, drohte er, die Bilder zu veröffentlichen. Eine 12-Jährige schnitt sich ihre Arme auf, nachdem Hunter Bilder und ihre Telefonnummer auf Facebook veröffentlicht hatte. Das Verbrechen flog erst auf, als ein Mädchen aus Tansania die Polizei informierte. Im Anschluss wurde Robert Hunter festgenommen und nun zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Richter Peter Bower bezeichnete den Fall als «möglicherweise schlimmsten Fall von Kindesmissbrauch im Internetzeitalter». Auf der Festplatte des Pädophilen fanden sich über 800 Videos mit kinderpornografischem Inhalt. «E….
Weiterlesen bei Originalllink und Quelle: http://www.20min.ch/people/international/story/12960435

Bizarre Studie im Auftrag des BKA„Kinder können zu wenig sexuelle Erfahrung sammeln“

Quelle, originallink: http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-33418/bizarre-studie-im-auftrag-des-bka-sex-mit-kindern-ist-normal-wie-zwischen-mann-und-frau_aid_1096245.html

Bizarre Studie im Auftrag des BKA„Kinder können zu wenig sexuelle Erfahrung sammeln“
Dienstag, 10.09.2013, 12:27 · von FOCUS-Redakteurin Petra Hollweg, FOCUS-Online-Korrespondent Ansgar Siemens und FOCUS-Redakteur Göran Schattauer

Die oberste deutsche Polizeibehörde, das Bundeskriminalamt in Wiesbaden, hat über Jahre hinweg eine Studie veröffentlicht, die Thesen von Kinderschändern verbreitet. Erst nach einer FOCUS-Anfrage wurde die Studie jetzt von der Homepage des BKA gelöscht. Eine Spurensuche.
Sein jüngster Fall führt Michael C. Baurmann in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Leiche eines unbekannten Briten, gestrandet 1943 an der spanischen Küste, im Gepäck vertrauliche Akten. Ein Spion? Ein Deserteur? Ein Mord? Für den TV-Sender Arte beginnt der pensionierte Chef-Analytiker des Bundeskriminalamts (BKA) eine Spurensuche, um das Geheimnis des Toten zu enträtseln.

Wenn es um die eigene Vergangenheit geht, lässt Baurmann solchen Eifer vermissen. Als renommierter Opferforscher hat er Pädophilen-Propaganda verbreitet. Und das ausgerechnet mit dem Siegel der wichtigsten Polizeibehörde Deutschlands, die Kinderschänder eigentlich jagt.

„Sexualität, Gewalt und psychische Folgen“
Der Psychologe war Mitbegründer der Operativen Fallanalyse im BKA und war dort zuletzt Wissenschaftlicher Direktor. Die propädophilen Sentenzen finden sich in einer Studie, die aus dem Jahr 1983 stammt: „Sexualität, Gewalt und psychische Folgen“. Es war die Zeit, in der im grün-alternativen Milieu Kinder-„Freunde“ viele Unterstützer fanden. Im Jahr 1996 wurde das 800-Seiten-Werk nahezu unverändert neu aufgelegt und ist Teil der „BKA-Schriftenreihe“. Bis zur FOCUS-Anfrage vor wenigen Tagen war sie auf der Behördenseite als Download abrufbar.

In mehreren Passagen präsentiert Baurmann in seinem Werk distanzlos krude Thesen. Und er formuliert Positionen, die schaudern lassen. „Die Studie ist ein Beispiel dafür, wie auch Wissenschaftler dem damaligen Zeitgeist unterlagen“, schimpft Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung.

Der Pädophilen-Jargon, dieses perfide Gesäusel
Baurmann übernimmt den Pädophilen-Jargon, dieses perfide Gesäusel, das beim aufgeklärten Leser Toleranz und Verständnis hervorrufen soll: Wenn Kinder Sex wollen, wie kann die Gesellschaft das verbieten? Der Wunsch geht von den Kindern aus. Sex ist nichts Schlimmes. Die Gesellschaft ist schlimm.

Und so fabuliert Baurmann darüber, „dass unsere Kinder tatsächlich zu wenige Lernerfahrungen im sexuellen Bereich sammeln können“. Sexualität gelte als „schmutzig“ und „leistungsbezogen“, Minderjährige „scheinen dieser Belohnung nicht würdig zu sein“. Wegen „seiner Festlegung auf feste Altersgrenzen zum Schutz der sexuellen Selbstbestimmung“ habe sich der Gesetzgeber „mit gewichtigen Gegenargumenten auseinanderzusetzen“.

Auch Vordenker der Pädophilie-Bewegung kommen zu Wort
Ausführlich lässt Baurmann Vordenker der Pädophilen-Bewegung zu Wort kommen. Zum Beispiel Frits Bernard. Der Niederländer vertrat die Ansicht, Sex mit Kindern sei genauso normal wie Sex zwischen Mann und Frau. Weder Pädophile noch Kinder hätten ein Problem mit Pädophilie, sondern „nur die Gesellschaft“. Bei Baurmann darf Bernard von einer Untersuchung berichten, die gezeigt habe, dass Kinder sexuelle Kontakte zu Erwachsenen „oft als positiv erleben“.

„Ignoranz des BKA gegenüber dem Leid der Opfer“

Auch der Psychologe Helmut Kentler taugt in Baurmanns Studie als Stichwortgeber. Kentler riet in den 80er-Jahren Behörden, sozial auffällige Jugendliche bei Päderasten in Pflege zu geben. Falls es sexuelle Kontakte gebe, könnten die Folgen manchmal „sogar als sehr positiv beurteilt werden“: Die pubertären Jungen würden „Frustrationstoleranz und Leistungsfähigkeit“ lernen. Auf die Frage, wie seriös derlei Quellen sind, teilt Baurmann mit, er habe etwa 500 Autoren und Quellen zitiert. Kentler und Bernard seien nicht entscheidend für die Aussagekraft der Studie. Im Übrigen habe er von beiden keine „tatsächlichen oder sogenannte Ratgeber-Bücher empfohlen“.

Es ist offensichtlich nicht die Wahrheit. Am Schluss seines Werks skizziert Baurmann eine Schulstunde zum Thema “Strafbare sexuelle Handlungen mit Kindern“. Als Vorbereitung empfiehlt er Lehrern und Eltern: das Kentler-Büchlein „Eltern lernen Sexualerziehung“.

Keine Nähe zur Pädophilen-Bewegung?
Baurmann will heute von einer Nähe zur Pädophilen-Bewegung nichts wissen. Er habe sich nie dafür ausgesprochen, sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern zu legalisieren. Das „Machtgefälle“ verbiete so etwas „generell“. Seine Studie könne nicht als propädophile Position gesehen werden.

Experten für Kindesmissbrauch sehen das anders und sind entsetzt. Dass die Studie bis vor kurzem noch im Netz abrufbar war, wertet Ursula Enders als „Ignoranz des BKA gegenüber dem Leid der Opfer“. Die Gründerin des Opfervereins „Zartbitter“ wirft der Behörde sogar die „Bagatellisierung der Sexualdelikte von Pädosexuellen“ vor. Soziologin Anita Heiliger sagt: „So etwas darf nicht als angeblich wissenschaftlich verbreitet werden.“

Schwerste Straftaten
BKA-Präsident Ziercke betonte auf FOCUS-Anfrage, die Behörde habe „zu keiner Zeit die Legalisierung sexueller Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern befürwortet“. Jegliches Engagement dafür sei „nicht akzeptabel“. Es gehe um „schwerste Straftaten“.

Die Publizistin Alice Schwarzer („Emma“) geht davon aus, dass Baurmann „eng mit der Szene der Kinderfreunde verbandelt war“. In diesem Zirkel trieben auch Bernard und Kentler ihr Unwesen. Eine Basis für diese Propagandisten war schon damals die Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität (AHS). Auch Baurmann gehörte dem Verein von 1985 bis 1990 an. Die AHS setzt sich seit jeher offen für die Legalisierung „einvernehmliche sexueller Handlungen“ mit Kindern ein.

Die Reaktion auf die FOCUS-Recherche

Es habe damals innerhalb der AHS verschiedene Arbeitsgruppen gegeben, die „relativ autonom“ gewesen seien, sagt Baurmann auf FOCUS-Anfrage. Er habe sich in der Runde „Männer gegen Männergewalt“ engagiert. Wegen eines Missbrauch-Strafverfahrens gegen einen AHS-Vorstand habe er den Verein verlassen. Über seine „Mitarbeit“ in der AHS will Baurmann seine Vorgesetzten informiert haben. BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte dagegen auf FOCUS-Anfrage, weder er noch seine Vorgänger hätten von Baurmanns Engagement in der AHS gewusst.

Aufgrund der FOCUS-Recherche reagierte das Bundeskriminalamt schließlich und erklärte: „Das BKA wird die Studie ´Sexualität, Gewalt und psychische Folgen´ der Forschungsreihe des BKA, Band 15, aus dem Jahr 1983, einer externen wissenschaftlichen Begutachtung unterziehen. Bis zum Abschluss dieser Prüfung wird die Studie von der Homepage des BKA entfernt.“
….Weiterlesen unter dem originallink.
Wir danken Focus für die Recherche!

Gulag – Straflager – oder einfach durch die Kinder- und Jugendfürsorge „betreut“ und verwahrt?

Der Abschlußbericht

Univ. Prof. Reinhard Sieder veröffentlichte vor einem Jahr seine Studie über die Fürsorge-Erziehung in Wien. Sein Tenor: „Nationale Katastrophe“. Die Arbeit war Auslöser für die jetzt vorliegende Studie über Pflegekinder.

Die Kommission um Barbara Helige beleuchtete die Geschichte des Kinderheimes  Wilhelminenberg und fand viele Indizien für sexuellen Missbrauch.

Die Stadt Wien veröffentlicht eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Kommission zur Erforschung der Gewalt in den Kinderheimen der Stadt Wien

Die Untersuchung widmete sich struktureller, sozialer, materiell-ökonomischer, körperlicher, psychischer, sexualisierter und sexueller Gewalt in Kinderheimen der Stadt Wien von den 1950er- bis in die 1970er-Jahre. Untersucht wurden die städtischen Kinderheime und jene konfessionellen und privaten Heime, die vom Wiener Jugendamt regelmäßig mit Kindern beschickt wurden.

Erstes Ziel des Berichts war es, ausführliche Erzählungen ehemaliger Heimkinder zu dokumentieren, um deren Leid anzuerkennen. Ein zweites Ziel war es, die in den Heimen von Erzieherinnen und Erziehern, heiminternen Lehrerinnen und Lehrern sowie anderem Personal ausgeübte Gewalt zu erklären.

Mit zwanzig ehemaligen Heimkindern wurden ausführliche Gespräche in der Länge von drei bis vier Stunden geführt. Weiters wurden drei Expertinnen- und Experten-Interviews mit einem ehemaligen Heimleiter, einer ehemaligen Fürsorgerin und einer Psychologin des Jugendamtes geführt.

Thesen

Ausbildungsmängel

Im Unterschied zu heute fehlte es in den 1950er- bis 1970er-Jahren an gut ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern. Etwa die Hälfte aller Erzieherinnen und Erzieher hatte keine oder nur eine minimale Ausbildung. Dies erklärt zum Teil, warum “populäre” und “autoritäre” Vorstellungen von gewaltsamer Erziehung in Heimen vorherrschten.

Die totale Institution

Städtische wie private Erziehungsheime entsprachen dem Modell der “totalen Institution”: Alle Maßnahmen und Routinen sowie die gesamte Zeiteinteilung wurden durch die Hausordnung bestimmt.

Die Notwendigkeit, alle Lebenstätigkeiten der Gruppe zu kontrollieren, führte zu Anordnungen und Geboten, die gar nicht vollständig eingehalten werden konnten. Sie erzeugten unvermeidlich eine notorische Reihe von Übertretungen. So führte die strikte Regel, die Toilette nur in der großen Pause aufzusuchen, bei Kindern, die ihre Körperfunktionen (teilweise infolge von Verängstigung) noch nicht vollständig kontrollieren konnten, zum Hosennässen. Das Gebot, das zugeteilte Essen aufzuessen, führte zum verbotenen Erbrechen, was ein neuerliches Gebot, das Erbrochene aufzuessen, nach sich zog.

Jeder Regelverstoß wurde, sofern er von einer Erzieherin beziehungsweise einem Erzieher beobachtet wurde, umgehend bestraft. Die Strafe richtete sich auf die Gruppe oder auf die Einzelne beziehungsweise den Einzelnen, die oder der vor den Augen der Gruppe bestraft wurde. Der demonstrative und zugleich demütigende Charakter der allermeisten Strafen ist offensichtlich. So gut wie jede Strafe enthielt physische und psychische Gewalt. In einigen Fällen verband sich das Strafen überdies mit sexualisierter Gewalt.

Die totale Erziehung

Das Repertoire der totalen Erziehung umfasste:

  • Die Zufügung von physischen Schmerzen, beispielsweise:
    • Mehrmaliges Eintauchen des Kopfes in die Klomuschel
    • Zerschlagen des Gesichts
    • Hinunterstoßen über Treppen
    • Verrenken eines Unterarmes
    • Würgen mittels eines um den Hals gelegten nassen Handtuchs
    • Schweres Verprügeln mit Reitgerten, ledernen Hosengürteln, Ochsenziemern, Linealen und Holzschlapfen
    • Wurf von schweren Schlüsselbunden an den Kopf
    • Die Duldung oder Provozierung einer Art Selbst-Justiz in den Kinder- und Jugendgruppen sowie die Disziplinierung beziehungsweise Quälung und Misshandlung von jüngeren oder körperlich schwächeren Kindern durch stärkere Kinder und Jugendliche.
  • Psychische Gewalt durch systematisches Verächtlichmachen, Herabwürdigen, Sarkasmus und Zynismus, in einzelnen Fällen die Zufügung von Todesängsten.
  • Soziale Gewalt, beispielsweise:
    • Die über jedes pädagogisch erforderliche Maß hinausgehende Einschränkung der Kommunikation im Schlafsaal und bei Tisch (Redeverbot)
    • Die Einschränkung von Besuchen
    • Die oft willkürliche Untersagung von Ausgängen zu Eltern und Verwandten
    • Die unbegründete Vorenthaltung von angemessenen Bildungschancen
    • Die Vorenthaltung des Zugangs zu gewünschten Lehrberufen und von mittleren und höheren Schulen
    • Damit verbunden die Verursachung von materiellen Nachteilen im späteren Berufsleben
  • Materielle Gewalt, beispielsweise:
    • Die Ausbeutung der Arbeitskraft der Kinder und Jugendlichen im Anstaltshaushalt
    • Die Einbehaltung von persönlichem Eigentum von Heimkindern durch Erzieherinnen und Erzieher
    • Die vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren erbärmliche Ausstattung mit Kleidern
    • Der Zwang zum Tragen von Heimkleidung, die stigmatisierte, ausgrenzte, die Zöglinge abwertete und deprimierte.
  • Sexualisierte Gewalt, die vorgeblich in erzieherischen Absicht ausgeübt wurde, beispielsweise:
    • Das Antretenlassen der Buben, um den Penis zu prüfen und zu misshandeln (im städtischen Heim Hohe Warte: “Schwanz abschlagen”)
    • Die Inspektion von Vagina und After bei Mädchen, verbunden mit herabwürdigenden sexualisierten Bemerkungen
    • Schläge auf die Vagina mit einem Besenstil (im Heim der “Kreuzschwestern” in Laxenburg)
  • Dem Zwang, das oft nicht kindgerechte, zu fette Essen zur Gänze aufessen und in der Folge mehrfach Erbrochenes neuerlich aufessen zu müssen (Esszwang).

Die genannten Gewaltformen wurden regelmäßig von einem Teil der Erzieherinnen und Erzieher praktiziert. Sie waren Teil der Erziehung, die in vielen Heimen als legitim und angemessen galt.

Sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt, über die aus Heimen wie Eggenburg, Hohe Warte, Wilhelminenberg, Pötzleinsdorf, Wimmersdorf, Pitten, Laxenburg und anderen berichtet wird, ist nicht zum Repertoire totaler Erziehung zu zählen. Es war unmöglich, sie noch als erzieherische Maßnahme zu tarnen. Sexuelle Gewalt wurde unter Ausnutzung von Machtpositionen durch Erzieherinnen und Erzieher an Zöglingen ausgeübt.

Auch anderes Heimpersonal – wie ein Heizer und Gärtner im städtischen Kinderheim Wilhelminenberg oder ein Hausarbeiter im konfessionellen Heim St. Benedikt – übten sexuelle Gewalt an Kindern aus. Die Formen sexueller Gewalt reichten vom Zwang zur oralen oder manuellen Befriedigung des Täters beziehungsweise der Täterin bis zum erzwungenen Koitus. Weltliche wie geistliche Erzieherinnen und Erzieher erpressten von Mädchen und Burschen manuelle Masturbation (städtisches Heim Pötzleinsdorf, privat geführtes Heim Wimmersdorf und andere).

Häufiger als von Erzieherinnen und Erziehern wurde sexuelle Gewalt von Jugendlichen an Kindern beziehungsweise von stärkeren Kindern an schwächeren und jüngeren Kindern ausgeübt. Körperliche und soziale Überlegenheit der Täterin oder des Täters erlaubte es, körperlich schwächeren Kindern homosexuelle Dienstleistungen abzuverlangen. Dies wurde von einigen Heimerzieherinnen und -erziehern beobachtet und geduldet, jedenfalls nicht unterbunden. Die sexuelle Gewalt soll von einzelnen Erzieherinnen und Erziehern sogar gefördert worden sein (städtisches Heim Eggenburg und andere). Duldung oder Förderung dienten den eigenen Interessen der Erzieherinnen und Erzieher, das System der Gewalt aufrecht zu erhalten.

Auch ein Teil der geistlichen oder konfessionellen Erzieherinnen und Erzieher war zu Formen der Gewalt, auch der sexualisierten und der sexuellen Gewalt, geneigt. Die Peinigung von kleinen, fünf- bis sechsjährigen Kindern im Bereich der Genitalien (Heim der Kreuzschwestern in Laxenburg und andere) weist auf die Bekämpfung der eigenen sexuellen Bedürfnisse beziehungsweise auf deren Dämonisierung hin. Andere konfessionelle Erzieherinnen und Erzieher erzwangen sexuelle Handlungen wie ihre manuelle Befriedigung durch Zöglinge zu ihrem sexuellen Lustgewinn.

Erklärungen

Die Kommission fand sechs Erklärungen, warum in den Heimen exzessive Erzieherinnen- und Erzieher-Gewalt möglich war:

“Autoritäre Gesellschaft” (soziologisch-psychologische Erklärung)

Die in den Heimen, Schulen, Internaten und Familien übliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wurde von autoritär erzogenen Menschen ausgeübt, die selbst an Gewalt gelitten haben. Aus Angst vor den eigenen Schwächen wollten sie sich gegenüber Kindern und Jugendlichen als stark und überlegen erweisen. Viele Eltern waren gegenüber ihren Kindern gewalttätig. Andere delegierten den Wunsch nach Gewalt an Kindern und Jugendlichen an die Exekutive – also an die Schule, an Internate und Kinderheime.

Folge von NS- und Kriegssozialisation (zeit- und politikgeschichtliche Erklärung)

Die 1950er-Jahre standen im Schatten der faschistischen Epoche in Europa sowie der physischen und mentalen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. In der Fürsorge zeigt sich die Kontinuität eugenischer beziehungsweise “rassenhygienischer”, rassistischer und autoritärer Begriffe. Die damit verbundene Denkweise bereitete der exzessiven Gewalt in der Heimerziehung den Weg.

Nach 1945 waren in der NS-Periode tätige und ausgebildete Fürsorgerinnen und Fürsorger, Psychologinnen und Psychologen sowie Ärztinnen und Ärzte wieder oder weiter im Dienst. Unter ihnen auch Dr. Heinrich Gross. Für eine gewisse mentale Kontinuität in der Erzieherschaft sprechen belegte Aussagen und Praktiken einzelner Erzieherinnen und Erzieher im Kinderheim am Wilhelminenberg, nahe zum Spiegelgrund in den frühen 1950er-Jahren. Einzelne Zöglinge erlebten hier einen rassistischen Vernichtungswillen gegenüber “dunkelhaarigen”, für jüdisch oder zigeunerisch gehaltenen Kindern.

Mangelnde Kontrolle der Heimerziehung

Die Entdeckung von einzelnen Misshandlungen in Kinderheimen in den 1950er- bis 1970er-Jahren geschah nur zufällig. Dennoch muss es im Jugendamt ein begrenztes, “inoffizielles” Wissen um grundlegende Missstände in Kinderheimen gegeben haben. Ausmaß und Vielfalt der Gewalt waren mangels Untersuchungen unbekannt. Eine systematische Kontrolle der Erzieherinnen und Erzieher oder ihrer Praktiken ist nicht zu erkennen.

Es gab jährliche Besuche von zuständigen “Dezernenten” sowie Kontakte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes mit den Heimen. Aber dies diente nicht der Kontrolle der Erzieherinnen und Erzieher. Die gewalttätigen Erzieherinnen und Erzieher konnten sich gut vor Disziplinarverfahren schützen. Was sich in den Nächten in den Schlafsälen und auf den Gängen der Heime abspielte, blieb Besucherinnen und Besuchern, von zufälligen Entdeckungen abgesehen, verborgen.

Es gab auch keine Stelle außerhalb des Heimes, an die sich Angehörige der Kinder hätten wenden können. Es sind Fälle bekannt, wo Angehörige von Heimkindern oder die Heimkinder selber versuchten, auf dem nächsten Polizeiwachzimmer eine Anzeige gegen gewalttätige Erzieherinnen und Erzieher zu erstatten. Sie trafen auf Unverständnis. Polizisten wussten offenbar im Grunde von der Gewalt in den Heimen, hielten sie aber für berechtigt. Eine Anzeige wiesen sie entrüstet von sich.

Spaltung des Fürsorge-Systems

Die Innenwelt der Heime war vom zentralen Jugendamt ebenso wie von den einzelnen Bezirksjugendämtern abgetrennt. Bis in die 1960er-Jahre war das Anstaltenamt, nicht das Jugendamt, für die Heime zuständig. Die faktische Spaltung verschärfte sich noch ab Beginn der 1970er-Jahre. Einige Heime (Biedermannsdorf, Hohe Warte, Eggenburg, Wilhelminenberg) blieben “reaktionäre Inseln” in einer sich demokratisierenden Gesellschaft. Erzieherinnen- und Erzieher-Gruppen, die am Repertoire der totalen Erziehung festhielten, konnten sich hier festsetzen. Auch eine reformfreudige Heimleitung hatte wenige Chancen, sie loszuwerden. Es gab keine Instanz, die das Scheitern einer Erzieherin beziehungsweise eines Erziehers feststelle und entsprechende Schritte der Kündigung hätte erfolgreich einleiten können.

Mangelnde Kontrolle aus der Verstrickung der ExpertInnen

Die Kontrolle der Fürsorge und der Fürsorgeerziehung durch Wissenschaften und Gerichte funktionierte nur sehr bedingt, da sich ein geschlossener Kreislauf ausbildete, in dem alle professionellen Akteurinnen und Akteure voneinander abhängig waren. Eine externe und verfahrenskritische Kontrollinstanz in der Entscheidungs- und Administrationskette wurde nicht eingerichtet. Vor allem mangelte es an einer effizienten Kontrolle der Erzieherinnen und Erzieher in den städtischen, konfessionellen und privaten Erziehungsheimen.

Gleichgültigkeit der Gesellschaft

Verstörend scheint die anhaltende Gleichgültigkeit gegenüber Kindern und Jugendlichen, die in Erziehungsheimen oft schwer gelitten haben. Man hält (ehemalige) Heimkinder immer noch pauschal für gefährlich. In Wirklichkeit waren sehr viele Heimkinder noch sehr klein, als sie in die Heime kamen. Nicht weil sie auffällig, “schlimm” oder gar “aggressiv” gewesen wären, sondern weil in ihren Familien kein Platz für sie war.

Häufige Gründe waren Arbeitslosigkeit und soziales Elend, Trennung und Scheidung der Eltern, Alkoholmissbrauch oder Kriminalität eines Elternteils oder die Unfähigkeit der Eltern, ihre Kinder hinreichend zu versorgen. Zu “schwer erziehbaren” Kindern wurden einzelne dieser Kinder nur, weil sie in den Kinderheimen in eine Kultur der Gewalt und des Missbrauchs gerieten. Hier zu überleben erforderte hohe Widerstandskraft, Gegengewalt, aber auch Techniken der inneren Emigration. Nicht selten führte dies zu seelischen und körperlichen Erkrankungen.

Die Fehleinschätzung, die Heimkinder seien alle schwer erziehbar gewesen, erklärt sich aber auch aus ideologisch-politischen Gründen. Die den Kindern pauschal zugeschriebenen Eigenschaften (Aggressivität, Egoismus, Gewaltbereitschaft, Verwahrlosung, et cetera) werden im Nachklang von Eugenik und Rassenhygiene als genetisch bedingt und sozial vererblich gedacht. Dabei wirkt hierzulande neben dem Katholizismus auch der Nationalsozialismus immer noch weiter.

Die Kommission um Barbara Helige untersuchte die Vorkommnisse im Heim am Wilhelminenberg.

Es war im Jahr 1781, als der damalige Feldmarschall Franz Moritz Graf von Lascy das Grundstück am Stadtrand von Ottakring kaufte und das Schloss erbauen ließ. Ein Freund kaufte ihm das Besitztum ab und erweiterte es um weitere Waldteile und Hutweiden. Daraus wurde der heute 120.000 Quadratmeter große Park rund um das Schloss.
Nach mehreren Besitzerwechseln erging das Grundstück an Moritz von Montléart, der 1866 Grund und Schloss seiner Frau Wilhelmine schenkte.

Seitdem hat das Schloss am Wilhelminenberg viele Gestalten angenommen. Im Ersten Weltkrieg diente es als Lazarett für Kriegsopfer, im Zweiten wurde es zu einem Heereslazarett mit Anschluss an das Wilhelminenspital. Es war Sitz der Wiener Sängerknaben und ein städtisches Heim.

Nach dem Krieg wurde es zu einem Heim für erholungsbedürftige Kinder und ehemalige KZ-Häftlinge umgebaut, ehe es in den Sechzigerjahren zu eben diesem Heim für Sonderschülerinnen und Sonderschüler umfunktioniert wurde. 1977 wurde das Heim geschlossen, die Kinder teilte man auf andere Heime auf.

Gästehaus 1986 beschloss die Stadt Wien, das Schloss zu sanieren, das Gebäude wurde zum Gästehaus und schließlich zum Vier-Sterne-Hotel. An das Heim für Sonderschüler erinnert das Schloss noch heute: das Gemäuer, die Stiegenaufgänge oder die Doppelflügeltüren.

Verdacht der organisierten Prostitution

“Man stößt auf vieles bei den Nachforschungen”, räumt Helige ein. Das Thema Rotlicht sei jedoch eine andere Baustelle. “Es ist ein wichtiges Thema und alles ist interessant für uns, um den Lebensweg der Kinder nachzuzeichnen.” Bereits in einem Zwischenbericht im Oktober war vom Verdacht des “vielfachen, organisierten sexuellen Missbrauchs von Heimkindern” die Rede.

Bei der Opferschutzorganisation Weißer Ring haben sich bisher rund 1500 Personen im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen Heime, in welche die Stadt Wien eingewiesen hat, gemeldet. Rund 1200 davon wurden bereits behandelt. Darunter seien auch Einzelfälle gewesen, die auf mögliche organisierte Prostitution hinwiesen, bestätigt Marianne Gammer, Geschäftsführerin des Weißen Rings.

“Schreckensnächte”

Derartige Vorwürfe hätten immer das Heim am Wilhelminenberg betroffen, in Bezug auf andere Kinderheime sei diesbezüglich nichts bekannt, sehr wohl aber sexuelle Übergriffe heiminterner Personen.

Auch Erika T. war als Kind im Heim am Wilhelminenberg. Sie kommt in dem Buch “Der Kindheit beraubt” von Historiker Sieder und Co-Autorin Andrea Smioski zu Wort und schildert darin “Schreckensnächte, in denen die großen Türen (…) des Schlafsaals ständig knarrten, dunkle Gestalten hereinschlichen und sich über die Betten der Mädchen warfen. Schreie, Ohrfeigen, Stöhnen und Weinen mischten sich mit rauen schimpfenden Männerstimmen. Hier fanden brutale Vergewaltigungen statt!”

“Ungeklärt, ob Täter von außen kamen”

T. war damals acht Jahre alt. Bei der Betroffenen handelt es sich übrigens nicht um eine der beiden Schwestern, die schon bei Aufkommen des Wilhelminenberg-Skandals im Herbst 2011 mit derlei Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen sind.

Sieder und Smioski schreiben, es sei “bislang ungeklärt, ob die Täter von außen” kamen. Es sei aber auch “völlig verfehlt”, die diesbezügliche Erzählung T.s mit dem Argument entkräften zu wollen, dass bekannt sei, dass sich “die meisten” Mädchen im Heim sich prostituiert hätten.

Kooperation zwischen Erziehern und Zuhältern

Auch in der Szene wird zunehmend lauter geraunt, dass Fälle von Zusammenarbeit zwischen Erziehern im Kinderheim und und Zuhältern bekannt sind. “Der ein oder andere hat da gut mitverdient”, sagt ein Mitarbeiter einer Schutzorganisation für Prostituierte, der anonym bleiben möchte.

Auch der Wiener FP, die mit einigen Betroffenen Gespräche geführt hat, seien die Vorwürfe bekannt. “Das ist nicht nur der Verdacht: Auch Täter haben sich bei uns gemeldet und gestanden, sie haben sich Mädchen im Heim gegen Geld ausgeborgt”, sagt der Parteisprecher. Nach Aufzeichnungen der Wiener FP hätten Heimmitarbeiter die Kinder, auch Buben, an Zuhälter “vermietet”. (Julia Herrnböck, Gudrun Springer, DER STANDARD, 16.1.2013)

Dass es bei all den Prügeln, Hieben und Schlägen durch Erzieher keinerlei Aufzeichnungen von Ärzten oder Rettungsdiensten gibt, die wegen der Schwere der Verletzungen immer wieder gerufen werden mussten, ist blanker Hohn für die ehemaligen Heimkinder. Zahlreich sind sie im Jänner 2013 zur Vorstellung des Buches “Der Kindheit beraubt” erschienen, das der Historiker Reinhard Sieder im Auftrag von Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) einst als Bericht erarbeitet hat.

“Diese Institutionen haben ihren Zweck völlig verfehlt. Wer es als Heimkind geschafft hat, im Leben Fuß zu fassen, hat das ausschließlich seiner eigenen Kraft zu verdanken”, beschreibt Sieder den Schaden, der tausenden Menschen in dieser Zeit an Leib und Seele zugefügt wurde. “Es ist schwer zu glauben, dass Verantwortliche der Stadt nichts von den Zuständen wussten – die Gerüchte, die in der Bevölkerung bekannt waren, werden dem Jugendamt auch untergekommen sein”, verdeutlicht Sieder den Vorwurf.

Betroffene beschreibt Missbrauch

“Die Berichte sind wohl genauso verschwunden wie die Axt bei uns im Heim, wenn Besuch da war”, flüstert ein Mann seinem Sitznachbarn zu. Sie und zwei andere, die ihre Jugend im Heim im niederösterreichischen Wimmersdorf verbringen mussten, hätten schon 1982 Anzeige erstattet, erzählen sie. “Es wurde ein Gerichtsverfahren eingeleitet, zu dem wir aber nie geladen wurden. Passiert ist nichts”, sagt einer von ihnen. Ein Amtsarzt habe die Erzieher, von denen sie jahrelang terrorisiert wurden, damals als “nicht vernehmungsfähig” eingestuft. “Somit ist das verjährt.”

Während eine Betroffene aus ihrem Bericht vorliest, beschreibt, wie sie bereits als Siebenjährige vom Hauswart am Wilhelminenberg zu Oralverkehr gezwungen wurde, um den Prügelstrafen zu entgehen, nesteln einige Zuhörer sichtbar aufgewühlt an ihrer Kleidung. Andere starren auf den Boden, wieder andere nicken.

Nur eine Schwangerschaft habe sie aus dem Martyrium befreit, erzählt die Frau. “Damals war ich 13 Jahre alt, es war die einzige Möglichkeit, dem Heim zu entkommen”, sagt sie mit fester Stimme.

Drei andere lesen ebenfalls ihre Geschichten aus dem Buch vor. Eine Frau widmet ihre Lesung all jenen, “die am System verzweifelt sind und deswegen nicht hier sind”. Entweder weil sie die Kraft dafür nicht haben oder weil sie gestorben sind. “Es gab Berichte über Suizidversuche, die auch das Magistrat bekommen hat”, erzählt ein Zuhörer. Die Frau entschuldigt sich unter Tränen bei ihrem Sohn für all das, was er mittragen musste aufgrund ihrer traumatischen Vergangenheit.

Bei der anschließenden Diskussion steht ein Mann aus dem Publikum auf. Er will fragen, warum es keine österreichweite Untersuchung gibt, er stamme aus Kärnten und sei dort blutig geschlagen worden. Doch dann bricht er in Tränen aus, ein großgewachsener Mann von etwa 50 Jahren. Er kann nicht weitersprechen, jemand nimmt ihm das Mikrofon ab.

Die Frage, warum niemand von der Stadt Wien an diesem Abend anwesend ist, wird immer lauter. Die Einladung zur Veranstaltung sei zu kurzfristig erfolgt, sagt ein Sprecher von Oxonitsch am Mittwoch auf Nachfrage. Zudem habe die gemeinsame Präsentation des Berichtes bereits im Juni 2012 stattgefunden. Der zuständige Magistrat werde nun in Arbeitskreisen aus dem Bericht herausarbeiten, was für die Zukunft der Fürsorge Relevanz hat.

Am 28.6.2012 hat sich der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ)  für eine “Entschuldigungszeremonie” für Missbrauchsopfer in Heimen ausgesprochen. Eine solche sollte auf nationaler Ebene stattfinden, da nicht nur Wien, sondern auch andere Bundesländer bzw. andere Institutionen betroffen seien, schlug Häupl in der Fragestunde im Landtag vor. Und er versicherte: “Wir bemühen uns, alles zu tun, um den Betroffenen zu helfen.”

Eine Woche zuvor war der Endbericht jener Historikerkommission präsentiert worden, die sich mit den Zuständen in den ehemaligen großen Kinderheimen beschäftigt hat. Körperliche und psychische Gewalt, so ergaben die Recherchen, waren in diesen Einrichtungen offenbar Alltag. Häupl betonte, dass er sich bereits 2010, bei der ersten Pressekonferenz zu dem Thema, entschuldigt habe. Angesichts der seither bekannt gewordenen Fakten sei er aber der Ansicht, dass es für die Opfer auch eine spezielle Zeremonie geben sollte.

“Mit Respekt gegenübertreten”

Die Ereignisse seien “ganz, ganz schrecklich”, so Häupl, der eingestand: “Eine Wiedergutmachung werden wir nicht durchführen können.” Man könne den Betroffenen aber mit Respekt gegenübertreten und ihre Geschichte ernst nehmen. Hilfe, so berichtete er, sei bereits in Form von Entschädigungen bzw. der Übernahme von Therapiekosten geleistet worden.

Die Frage, ob für ihn denkbar sei, dass am Schloss Wilhelminenberg (ein ehemaliges städtisches Kinderheim, Anm.) eine Gedenktafel angebracht wird, bejahte Häupl: “Selbstverständlich kann ich mir das vorstellen.” In diesem Fall solle man aber auch auf die frühere Geschichte verweisen. Im Schloss seien etwa Kriegswaisen des Ersten Weltkrieges untergebracht gewesen: “Es war nicht immer nur ein Haus der Finsternis und des Schreckens.” (APA, 28.6.2012)

Die einstigen Wiener Kinderheime waren ein Ort des Schreckens. Das geht aus dem präsentierten Endbericht der Heim-Historikerkommission hervor. Das Gremium unter dem Vorsitz des Zeithistorikers Reinhard Sieder hat sich mit den Zuständen in den Anstalten beschäftigt. Untersucht wurde der Zeitraum von den 1950er bis zu den 1970er Jahren. Damals war in den großen Heimen Gewalt offenbar Alltag: “Es ist eine historische Katastrophe von eigentlich unglaublichen Ausmaßen”, zeigte sich Sieder erschüttert.

Die Fälle sind laut Sieder alle verjährt. Auch finden sich keine Namen mutmaßlicher Täter in dem Bericht, berichtete der Leiter der Kommission, die 2010 ihre Arbeit aufgenommen hat. Seit damals gibt es für Opfer auch die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung bzw. therapeutische Hilfe zu erhalten. Inzwischen haben sich laut Oxonitsch 1.105 Personen bei der Stadt gemeldet, die über Gewalterfahrungen in den einstigen Wiener Kinderheimen (die sich nicht nur in Wien, sondern auch in anderen Bundesländern befanden, Anm.) berichtet haben.

Klar ist nun auch: In so gut wie allen diesen Fällen fand tatsächlich körperliche und psychische Gewalt statt. Fast die Hälfte der Betroffenen musste auch sexualisierte Gewalt erleiden, hieß es am Mittwoch. Insgesamt wurden seither 769 Fälle in den Gremiumssitzungen der Opferschutzorganisation Weißer Ring behandelt. Für 550 Personen wurden finanzielle Unterstützungen beschlossen und für 396 Psychotherapie bewilligt (gesamt rund 25.000 Stunden, Anm.). Zuerkannt wurden bisher 17,1 Mio. Euro.

Die meisten Meldungen entfallen auf die ehemaligen Heime Wilhelminenberg (132), Eggenburg (91), Hohe Warte (86), Hütteldorf (64), die Wiener Kinderübernahmestelle (64) und Biedermannsdorf (59). Mit dem ehemaligen Heim im Schloss Wilhelminenberg beschäftigt sich auch eine eigene Kommission.

“Es sind unfassbare, es sind erschütternde Geschichten, die man hier lesen kann”, kommentierte Jugendstadtrat Oxonitsch den mehr als 500 Seiten starken Bericht. Den Opfern sei es wichtig gewesen, dass man ihre Erzählungen höre und ihnen Glauben schenke. Erlittenes Leid könne man nicht wiedergutmachen, man könne aber versuchen, zumindest ein Zeichen zu setzen, so der Stadtrat. (APA, 20.6.2012)

Strikte Regeln in der “Gruppe”

Das Leben in den Heimen war völlig durchorganisiert – mit Zugriff auf alle Tätigkeiten, die im alltäglichen Zusammenleben der “Gruppe” anfallen: Körperpflege, Mahlzeit, Notdurft, Schlafen, Bettenbauen, Spaziergang, Lernen, Spielen, Schulunterricht, Freizeit.

“Wie in anderen totalen Institutionen führte die Notwendigkeit, alle Lebenstätigkeiten der Gruppe zu kontrollieren, zu Anordnungen und Geboten, die gar nicht vollständig eingehalten werden konnten”, heißt es in dem Bericht. Übertretungen seien nicht zu vermeiden gewesen: “So führte die strikte Regel, das WC nur in der ‘großen Pause’ aufzusuchen, bei Kindern, die ihre Körperfunktionen (tlw. infolge diverser Verängstigungen) noch nicht vollständig kontrollieren konnten, zum Hosennässen.”

Wasser aus der Klomuschel, Essen bis zum Erbrechen

“Das Verbot, ab mittags Wasser zu trinken, um das nächtliche Bettnässen zu unterbinden, zwang die Durst leidenden Kinder, heimlich Wasser zu trinken, und sei es aus der Klomuschel. Das Verbot, bei der gemeinsamen Gruppen-Mahlzeit oder abends im Schlafsaal zu kommunizieren, erzeugte zwangsläufig heimliches Tuscheln. Das Gebot, das zugeteilte Essen aufzuessen, führte zum verbotenen Erbrechen, das ein neuerliches Gebot, das Erbrochene aufzuessen, nach sich zog.

Jeder Regelverstoß wurde, sofern er von einem Erzieher bzw. einer Erzieherin beobachtet wurde, umgehend bestraft. Die Strafe richtete sich auf die Gruppe oder auf den Einzelnen, der vor den Augen der Gruppe bestraft wurde.”

Physische, psychische und sexualisierte Gewalt

So gut wie jede Strafe enthielt demnach physische und psychische Gewalt. In einigen Fällen verband sich das Strafen überdies mit sexualisierter Gewalt. Das Repertoire umfasste unter anderem:

  • die Zufügung von physischen und psychischen Schmerzen, darunter das mehrmalige Eintauchen des Kopfes in die Klomuschel, das Zerschlagen des Gesichts, das Hinunterstoßen über Treppen, das Verrenken eines Unterarmes, das Würgen mittels eines um den Hals gelegten nassen Handtuchs
  • die schwere Verprügelung mit Reitgerten, ledernen Hosengürteln, Ochsenziemern, Linealen und Holzschlapfen
  • die Duldung oder Provozierung einer Art Selbst-Justiz in den Kinder- und Jugendgruppen sowie die Disziplinierung, tlw. auch Quälung und Misshandlung von jüngeren oder körperlich schwächeren Kindern durch stärkere Kinder und Jugendliche
  • psychische Gewalt, darunter das systematische Verächtlichmachen, Herabwürdigen, Sarkasmus und Zynismus, in einzelnen Fällen die Zufügung von Todesängsten
  • soziale Gewalt, etwa die Einschränkung der Kommunikation im Schlafsaal oder bei Tisch (Redeverbot), die Einschränkung von Besuchen, die oft willkürliche Untersagung von Ausgängen zu Eltern und Verwandten
  • materielle Gewalt wie die Ausbeutung der Arbeitskraft der Kinder und Jugendlichen im Anstaltshaushalt, die Einbehaltung von persönlichem Eigentum von Heimkindern durch Erzieher
  • sexualisierte Gewalt, die vorgeblich in erzieherischer Absicht durch weltliche und geistliche Erzieher ausgeübt wurde. Darunter das Antretenlassen der Buben, um den Penis “zu prüfen”, oder die Inspektion von Vagina und After bei Mädchen bzw. Schläge auf die Vagina mit einem Besenstiel (im Heim der Kreuzschwestern in Laxenburg)
  • Esszwang, also den mit Drohungen einhergehenden Zwang, das oft nicht kindgerechte (zu fette) Essen zur Gänze aufzuessen und in der Folge mehrfach Erbrochenes neuerlich aufessen zu müssen.

Sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt gab es laut dem Bericht auch – es sei jedoch nicht möglich gewesen, sie als erzieherische Maßnahme zu tarnen. Derartige Vorfälle wurden aus Heimen wie Eggenburg, Hohe Warte, Wilhelminenberg, Pötzleinsdorf, Wimmersdorf, Pitten und Laxenburg berichtet. Die Täter waren nicht nur Erzieher, sondern auch anderes Hauspersonal. Die Formen sexueller Gewalt reichten vom Zwang zur oralen oder manuellen Befriedigung des Täters bzw. der Täterin bis zum erzwungenen Koitus.

Häufiger als von Erziehern wurde sexuelle Gewalt von stärkeren Kindern an Mitzöglingen ausgeübt. Dies wurde von einigen Erziehern beobachtet bzw. geduldet.

Mit dem Bericht, so wird versichert, würden nun erstmals die konkret praktizierten Formen der Gewalt in ihrer Vielfalt und in den unterschiedlichen Auswirkungen dokumentiert. Eine derart systematische Sammlung bzw. empirische Untersuchung habe es bisher nicht gegeben – obwohl das System der Wiener Kinderheime schon ab den 1970er Jahren in Frage gestellt wurde, wodurch die Großheime schließlich geschlossen und Reformen eingeleitet wurden. (APA, 20.6.2012)

Nach eineinhalb Jahren akribischer Aktensuche und 170 Interviews mit ehemaligen Heimzöglingen, Erziehern, Psychologen, Anrainern und Polizisten bestätigt die Untersuchungskommission Wilhelminenberg den schlimmsten Verdacht: In dem ehemaligen Kinderheim der Stadt Wien herrschte über drei Jahrzehnte lang körperliche Gewalt, Demütigung und sexueller Missbrauch.

Der Bericht beschreibt aber auch einen gesellschaftlichen Skandal. Das Unrecht war nicht fernab hinter Klostermauern geschehen, sondern unter den Augen von Personalvertretern, Jugendamtsleitern, Stadträten, Erziehern und Reformpädagogen und Anrainern. Schon in den 1950er-Jahren mussten sich Erzieher vom Wilhelminenberg wegen Schändung von Buben vor dem Richter verantworten. In den 1960er-Jahren war allgemein bekannt, dass Männer in den Parkanlagen um das Heim herumstrichen, und dass man hier zu “Mädchen kommen“ könne. Spätestens Anfang der 1970er-Jahre wurden die Zustände, die nach der Wiener Heimordnung 1956 eigentlich verboten waren, über ORF-Filme, Berichte in profil und Tageszeitungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Ehemalige Heimkinder und couragierte Erzieherinnen hatten sich an Journalisten gewandt und erzählt, wie es am Wilhelminenberg und in anderen städtischen Heimen zugehe: Schläge mit dem Ochsenziemer, Kniebeugen um Mitternacht, Kellerhaft, Demütigung durch Blöße, Korrektionszellen. Man werde gezwungen, alles aufzuessen, auch das Erbrochene. Bettnässer würden verhöhnt und müssten Strafe stehen mit dem beschmutzen Laken über dem Kopf. Kollektivstrafen seien üblich, um den Zusammenhalt der Kinder zu brechen. Und ein System von Kapos terrorisiere die Schwachen. All das und noch mehr – auch Berichte von sexueller Gewalt – finden sich jetzt in den Protokollen der Wilhelminenberg-Kommission wieder.

Nach Aussagen ehemaliger Zöglinge seien selbst in der antiautoritären Versuchsgruppe, die 1971 am Wilhelminenberg eingerichtet wurde, schlimme Dinge passiert. Die Heimleitung und die meisten Erzieher waren gegen das Experiment, die Reformpädagogen isoliert und den heimerfahrenen Kindern hilflos ausgeliefert, der Umgang mit Sexualität auch bei ihnen problematisch. Erzieher und Kinder gingen etwa gemeinsam zum Nacktbaden in die Lobau. “Auf sexuelle Gewalt und Missbrauch waren wir absolut nicht geschärft. Fast im Gegenteil. Alles, was als verklemmt und zu abgrenzend beschrieben wurde, war eher etwas für die anderen“, gab eine ehemalige Reformpädagogin gegenüber der Untersuchungskommission zu Protokoll.

„Verwahrloste“ oder „asoziale“ Familien
Bei den ehemaligen Zöglingen wiegt die Scham über das Geschehene immer noch schwer. Sie sprechen nicht leicht von Vergewaltigung und erzwungenen sexuellen Handlungen durch männliche Erzieher und Hausarbeiter, von Erzieherinnen, die sie fremden Männern vorführten, von Situationen, in denen sie, um ein neues Stück Kleidung zu bekommen, sich betatschen oder beim Duschen ansehen lassen mussten. Sie waren zweifach Opfer. Man hatte ihnen eingebläut, sie seien selbst schuld. Es herrschte der Ungeist aus der NS-Zeit, der Mädchen aus “verwahrlosten“ oder “asozialen“ Familien, wie es im Amtsjargon hieß, ebensolche Erbanlagen zusprach, sie als “sittlich verdorben“ charakterisierte und ihnen eine natürliche Neigung zur Prostitution unterstellte. Dazu kam, dass Mädchen, die aus dem Heim ausrissen, des öfteren dubiosen Helfern in die Hände fielen. Es hatte sich herumgesprochen, dass man am Wilhelminenberg leicht Zugang zu jungen Mädchen bekommen konnte.

Die Heimleitung und das Jugendamt nahmen das hin. Ehemalige Erzieherinnen gaben jetzt an, sie hätten selbst Angst vor diesen Männern gehabt, sie hätten sich in ihren Zimmern eingesperrt, sich nicht getraut, abends allein die Duschräume im Keller oder die abgelegene Krankenstation aufzusuchen.

Mehrmals wurde Polizei mit Blaulicht auf den Wilhelminenberg geschickt, um die Besucher zu vertreiben. Einmal wurde einer dieser Männer gestellt. Man habe ihm gesagt, hier könne man Mädchen haben, rechtfertigte er sich. Ein Vergewaltigungsversuch im Heim wurde aktenkundig, weil der Mann gefasst wurde. Die Erzieherin gab dem kleinen Mädchen, das im Schlafsaal überfallen und gewürgt worden war, den Rat, sie solle das nächste Mal mit ihren Holzpantoffeln zuschlagen. Auch im Jugendamt und bei der Gewerkschaft herrschte die Einstellung vor, die Mädchen würden eben Burschen anlocken, da könne man nichts machen, und die kleineren Kinder würden von den Männern ohnehin in Ruhe gelassen.

Der Leiter des Jugendamts, Walter Prohaska, meinte noch 1973 in einer Heimkommissionssitzung, die Probleme am Wilhelminenberg seien “der Art der Mädchen, die dort untergebracht sind“, geschuldet.

Jeder war ein kleines Rädchen in diesem Unrechtsregime: Die überforderte Heimleiterin, die, ohne jemals dafür ausgebildet worden zu sein, 1962 mit Hilfe der Gewerkschaft den Führungsposten am Wilhelminenberg bekommen hatte. Erzieherinnen, die das Erziehungslagerdenken der NS-Zeit verinnerlicht hatten und sich barbarische Gemeinheiten einfielen ließen. (Ehemalige Zöglinge berichteten gegenüber der Kommission, dass sie zur Strafe mit Zahnbürsten die Fliesen putzen mussten.) Junge Erzieherinnen, die zu unsicher waren, um sich durchzusetzen. Aufstrebende Psychiater, die ihre Karriere nicht gefährden wollten. Reformpädagogen, die mit ihren Ansprüchen scheiterten.

Auch personelle Kontinuitäten aus der NS-Zeit spielten eine Rolle.

In der Direktion am Wilhelminenberg war ab 1971 ein Verwaltungsoberkommissär mit SS-Vergangenheit beschäftigt. Er hatte im Zweiten Weltkrieg einer SS-Einheit angehört, die unter anderem im KZ-Buchenwald eingesetzt war. Ein paar Jahre zuvor war der Mann wegen Zöglingsmisshandlung verurteilt worden. Am Wilhelminenberg erreichte er seine Pragmatisierung.

Auch andere Ex-Nazis machten in der Jugendwohlfahrt Karriere. Der ehemalige Leiter der Jugendfürsorgeanstalt “Am Spiegelgrund“, Hans Krenek, von dessen Abteilung Kinder zur Tötung auf die Euthanasiestation überstellt wurden, veröffentlichte schon 1946 einen Erziehungsratgeber (eine Warnung vor “Arbeitsunlust und sexuellen Verwirrungen“) und heuerte beim Bund Sozialistischer Akademiker und der SPÖ an. Von der Ermordung der Kinder habe er nichts gewusst, sagte Krenek als Zeuge im “Spiegelgrund“-Prozess. Im April 1954 wurde er mit der Leitung des Referats der Wiener Jugendfürsorgeanstalten, also mit dem Wiener Heimwesen betraut, 1966 mit dem “Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ ausgezeichnet.

Ein Großteil des Personals am Wilhelminenberg hatte – die Regelung galt bis 1962 – nur einen Sechswochenkurs absolviert. Durch dieselben Kurse (plus Schießen) wurden übrigens auch zukünftige Gefängniswärter geschleust. Aus einer Befragung von Heimerziehern Mitte der 1970er-Jahre ging hervor, dass viele Erzieher zuvor in ihren angelernten Berufen gescheitert waren und sich in die Sicherheit einer beamteten Anstellung geflüchtet hatten. Fast alle waren gewerkschaftlich organisiert. Beschwerdefälle über Misshandlungen gingen an die zuständigen SPÖ-Stadträte. Die Gewerkschaft stellte sich jedoch immer schützend vor ihre Erzieher und Mitglieder.

Dass die letzten Inseln des Totalitarismus bei den Schwächsten überlebten, war so perfide wie logisch. Im vergangenen Jahr wurden Anzeigen gegen ehemalige Erzieher vom Wilhelminenberg wegen Verjährung zurückgelegt. Jetzt wird neu geprüft.

Wiener Heimkinder waren bis in die 1990er Jahre massiver Gewalt ausgesetzt. Währen………………..

Weiterlesen Quelle und Originallink: http://netzfrauen.org/2013/07/07/gulag-straflager-oder-einfach-durch-die-kinder-und-jugendfuersorge-betreut-und-verwahrt/

Eigene Redaktion: Eine sehr gute Zusammenfassung rund um das Thema Missbrauch, Gewalt, Sexuelle Gewalt.

Schweiz: Studie: 80 Prozent der Kinder in Heimen sind traumatisiert und psychisch belastet

Schweiz: Studie: 80 Prozent der Kinder in Heimen sind traumatisiert und psychisch belastet
18. September 2013
Berlin – Laut einer Studie sind 80 Prozent der Kinder in Schweizer Heimen traumatisiert und psychisch belastet. Forscher der kinder- und jugendpsychiatrischen Universitätskliniken in Basel und Ulm untersuchten 64 Institutionen und fast 600 Kinder und Jugendliche, wie die Wochenzeitung Die Zeit berichtet.

Finanziert wurde diese größte Studie über Heimkinder, die je in Europa durchgeführt wurde, vom Schweizer Bundesamt für Justiz. Das Fazit der Studie lautet: 80 Prozent der Heimkinder haben eine Vorgeschichte, die von Traumatisierungen geprägt und eine Gegenwart, die von psychischen Problemen belastet ist. 75 Prozent der untersuchten Kinder und Jugendlichen leiden an Störungen des Sozialverhaltens, Depressionen, Schizophrenien, Persönlichkeits- und Aufmerksamkeitsstörungen, Sucht- und anderen psychischen Erkrankungen. Außerdem haben drei von vier Heimkindern Delikte verübt; häufig sind es Diebstähle, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Sachbeschädigungen.

Die Studie zeigt, dass die meisten der Heimkinder im Laufe ihres Aufenthaltes Fortschritte machen. Sie macht aber auch deutlich, wo die Grenzen der Einricht…
weiterlesen bei Quelle/Originallink: http://unternehmen-heute.de/news.php?newsid=194778

Schweiz: Seite zur Aufarbeitung der Heimfälle

http://www.kinderheime-schweiz.ch/de/index.php

Kinderheime in der Schweiz Historische Aufarbeitung

unter Einbezug von Berichten ehemaliger Heimkinder, Zeitzeugen, Akten, Bildquellen und Literatur. Ein Projekt der Guido-Fluri-Stiftung. Projektleitung: Dr. Thomas Huonker

Postadresse:
Dr. Thomas Huonker, Projektleiter
Ährenweg 1, CH-8050 Zürich

E-Mail: info@kinderheime-schweiz.ch
Telefon: 078 658 04 31

Auszug:

Berichte von ehemaligen Heimkindern

„Bausch, der Cheferzieher, der Erziehungsmanager, dem vom Staat 40 Knaben im Alter von 6 bis 16 anvertraut worden waren, natürlich im Namen einer vorgeschobenen Stiftung, thronte für alle gut sichtbar im Speisesaal, dreimal täglich zu den Mahlzeiten, unter der Gipsbüste von Pestalozzi, seinem Vorbild. Unablässig sprach er von Pestalozzi. Die Zöglinge kannten Pestalozzis Biografie, oder wenigstens einige Jahreszahlen, doch die Erziehungsmethoden des grossen Aufklärers blieben ihnen unbekannt. Unter seiner Büste sass der Cheferzieher, der Haustyrann, hielt Gericht, strafte, fluchte, donnerte, drohte, betete, verurteilte, schrie herum, machte jeden Knaben zum Wurm oder zur Ratte, führte mit Akribie sein Strafenbuch mit vielen Strichen.“

Zitate über seine Zeit in zwei Kinderheimen aus dem Buch von Franz Rueb:
Rübezahl spielte links aussen. Erinnerungen eines Politischen.  Zürich 2009.
Aus dem ehemaligen Heimkind Franz Rueb, geboren 1933, wurde ein bekannter Politiker, Theaterschaffender und Autor mehrerer Bücher.
Mehr Zitate aus diesem Buch lesen:…..

Kinderschändermafia ist international:

USA Spitzenreiter bei Kindesmissbrauch im Web
Illegale Seiten jahrelang onlin
London (pte025/20.07.2006/13:10) – Die meisten Webseiten, die Bilder von Kindesmissbrauch enthalten, stammen aus den USA. Wie ein aktueller Bericht der britischen Internet Watch Foundation (IWF) http://www.iwf.org.uk zeigt, sind betreffende Seiten häufig bis zu fünf Jahre online, bevor sie den Behörden gemeldet werden. 50 Prozent der Online-Fotos, auf denen Kinder sexuell ausgebeutet werden, gehen nach Angaben der IWF auf die Vereinigten Staaten zurück. Überdurchschnittlich viele fragwürdige Homepages stammen auch aus Russland.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gingen bei der IWF rund 14.000 Meldungen über verdächtige Webseiten ein. Das ist eine Steigerung von 24 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2005. „Der Zuwachs an Berichten aus der Bevölkerung kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden“, erklärt Peter Robbins, Leiter der IWF. Zum einen gebe es eine breite öffentliche Ablehnung gegenüber Kindesmissbrauch im Internet und weiters auch eine erhöhte Aufmerksamkeit und Bereitschaft das Problem zu bekämpfen.

Rund 5.00 der gemeldeten Internetseiten enthielten laut IWF Fotos von Kindesmissbrauch. Davon stammten etwa 2.500 aus den USA und 730 aus Russland. Weitere Länder, die bei dem Problemthema im Spitzenfeld liegen, sind Japan mit 11,7 Prozent der illegalen Webseiten, Spanien mit 8,8 und Thailand mit 3,6 Prozent. Auf Großbritannien gehen rund 0,2 Prozent der Missbrauch-Fälle im Internet zurück. Acht Prozent von weiteren 287 Seiten, die der IWF gemeldet wurden, blieben danach trotzdem bis zu fünf Jahre lang online.

Der Bericht der britischen Internetaufsicht gibt auch Aufschluss darüber, in welchen Ländern die meisten gewerblichen Seiten mit Kindesmissbrauch-Inhalten beheimatet sind. 57,7 Prozent der kommerziellen illegalen Homepages haben ihren Ursprung in den USA. Russland ist für 28,1 Prozent der gewerblichen Fälle verantwortlich, während hingegen auf Großbritannien nicht eine einzige kommerzielle Missbrauch-Seite zurückgeht. Nach Angaben der IWF werden alle entdeckten illegalen Homepages, die aus Großbritannien stammen, innerhalb von 48 Stunden gelöscht.

(Ende)
Aussender:     pressetext.austria
Ansprechpartner:     Claudia Zettel
Tel.:     ++43-1-81140-314
E-Mail:     zettel@pressetext.com

Originallink und Quelle: http://www.pressetext.com/news/20060720025

Sexueller Missbrauch in Esoterik-Szene:

Kindesmissbrauch Sektenguru Shanti legt Teil-Geständnis ab

05.11.2009 ·  Gegen Oliver Shanti wird seit gut zwei Monaten wegen Missbrauchs von sechs Kindern in 314 Fällen verhandelt. Nun hat er zugegeben zwei Jungen sexuell missbraucht zu haben. Die weiteren Vorwürfe wies er teilweise zurück.

Der Sektenguru Oliver Shanti hat den sexuellen Missbrauch von Kindern gestanden. Der Esoterik-Musiker räumte am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht ein, zwei Jungen, die 2002 Anzeige gegen ihn erstattet hatten, sexuell missbraucht zu haben. Den Missbrauch zweier weiterer Jungen gestand er zum Teil, den zweier Mädchen bestritt er.

„Der Angeklagte betont, dass er sich noch nie für Mädchen interessiert hat“, sagte Anwalt Sebastian Bartels. „Das glaube ich ihm nicht“, erwiderte Oberstaatsanwältin Christine Schäfer. Gegen den Jahre alten Mann wird seit gut zwei Monaten wegen Missbrauchs von sechs Kindern in insgesamt 314 Fällen verhandelt.
Wie am Donnerstag bekannt wurde, hatte es am Mittwoch eine Absprache gegeben, dass Shanti mit einer Strafe von maximal sieben Jahren rechnen müsse, wenn er ein volles Geständnis ablege. Die angestrebte Einigung über das Strafmaß ist nun gescheitert. „Angesichts der heutigen Erklärung der Verteidigung kann eine Verständigung nicht zustande kommen“, gab der Vorsitzende Richter Stephan Kirchinger zu Protokoll.
Am 4. Dezember soll plädiert werden

Das Teilgeständnis des Angeklagten verkürzt jedoch die Beweisaufnahme. Die Strafkammer will nur noch zwei Zeugen und Sachverständige hören. Am 4. Dezember soll plädiert werden, Kirchinger schloss ein Urteil noch am selben Tag nicht aus.

Vor dieser Ankündigung hatte die Anwältin eines mittlerweile gestorbenen Missbrauchsopfers dessen Aussage wiedergegeben. Der damals Jahre alte Mann hatte 2002 mit einem Leidensgenossen das Verfahren gegen Shanti in Gang gebracht.

Ihrem „introvertierten“ Mandanten seien sexuelle Begriffe kaum über die Lippen gekommen, schilderte die Anwältin. Die Vernehmungssituation sei „schwierig“ gewesen, der Vernehmungsbeamte sei „aufgetreten wie Schimanski“. Er habe Fragen gestellt wie: „Und bist du jetzt schwul?“ Das treffe „genau die Ängste missbrauchter junger Leute“, sagte die Anwältin. Der Mandant habe deswegen nicht so ausführlich gesprochen, wie er es vorhatte. Sein Motiv für die Aussage sei nicht die Bestrafung des Angeklagten gewesen. „Er fühlte sich…..
weiterlesen und Quelle Originallink: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/kindesmissbrauch-sektenguru-shanti-legt-teil-gestaendnis-ab-1882092.html

Kindesmissbrauch als Familien-Ritual?

USA: Kindesmissbrauch als Familien-Ritual?

12.11.2009 | 14:02 |   (DiePresse.com)

Fünf Männer wurden in den USA verhaftet, weil sie vor mehr als 20 Jahren sechs Kinder – ihre Töchter, Enkel und Nichten – missbraucht haben sollen. Auf ihrem Grundstück wird nun auch nach Leichen gesucht.
Schrecklicher Missbrauchsverdacht in den USA: Auf einer Farm im Bundesstaat Missouri sollen sechs Kinder in rituellen Sitzungen immer wieder von ihrem Vater, ihrem Opa und ihren Onkeln vergewaltigt worden sein. Wegen Mordverdachts sucht die Polizei auf dem Gelände nach Leichen. Sheriff Kerrick Alumbaugh sagte, es gebe Hinweise auf menschliche Überreste an mehreren Stellen auf dem Gelände.

Gegen den Vater der Kinder, den Großvater und drei Onkel wurde Anklage erhoben.

Die Polizisten sucht auch nach Einmachgläsern: Sie und ihre vier Schwestern sowie ihr Bruder hätten damals ihre Erfahrungen niedergeschrieben und in den Gläsern auf dem Grundstück vergraben, berichtete eine inzwischen 26-jährige Frau der Polizei. Davon hätten sich die Kinder erhofft, das Erlebte wieder zu vergessen.
„Hochzeiten“ mit Mädchen inszeniert

Die Frau ist im August zur Polizei gegangen und hat dort über den jahrelangen Missbrauch berichtet. Ihren Angaben zufolge wurden die sechs Kinder zwischen 1988 und 1995 von ihrem Großvater, Vater und ihren Onkeln mehrfach vergewaltigt. Unter anderem sollen die Männer rituelle „Hochzeiten“ mit den fünf Mädchen inszeniert und sich dann in einem Hühnerstall an ihnen vergangen haben. Auch der einzige Bub sei regelmäßig missbraucht worden.

Die 26-jährige Frau sagte laut Polizei aus, sie sei im Alter von elf Jahren schwanger geworden und zu einer Abtreibung gezwungen worden. Sie erinnerte sich daran, dass ihr Großvater ihr vor einer Vergewaltigung „Du wirst Spaß haben“ zugeraunt habe. Zudem habe sie zusehen müssen, wie ihr Bruder vergewaltigt worden sei. Mittlerweile haben den Behörden zufolge auch die anderen Geschwister ausgesagt. Unklar ist, ob andere Familienmitglieder von den schrecklichen Praktiken wussten. Die Großmutter der Kinder ist 1991 gestorben.

Die Erm……Weiterlesen bei der Quelle, Originallink: http://diepresse.com/home/panorama/welt/521205/USA_Kindesmissbrauch-als-FamilienRitual

Sex. Kindesmissbrauch in der Familie:

23. November 2009 16:51
Prozess
Kindesmissbrauch – Salzburger angeklagt
Frühpensionist soll seine Kinder missbraucht haben. Aufnahmen mit Handykamera.

Ein Salzburger soll seine drei eigenen, minderjährigen Kinder sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat jetzt Anklage gegen den Frühpensionisten erhoben, wie Mediensprecherin Barbara Feichtinger am Montag auf Anfrage mitteilte. Dem geschiedenen Mann wird zudem vorgeworfen, er habe Aufnahmen von seiner ältesten Tochter mit einer Handykamera gemacht. Der Beschuldigte sitzt seit Juli 2009 in U-Haft. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

Auf den Fall aufmerksam geworden ist die Polizei im vergangenen Sommer. Der Mann wollte am 25. Juni in einer American Express Bank in der Stadt Salzburg acht gefälschte Traveller-Schecks einlösen. Die Angestellte bemerkte die Fälschung und alarmierte die Exekutive. Ermittlungen ergaben, dass der Mann einer Betrügerbande aus Nigeria aufgesessen ist. Er habe die Schecks von einem Engländer für Bilder von ihm und seiner Tochter erhalten, rechtfertigte sich der Beschuldigte damals.

Kinderpornografische Darstellungen auf Laptop
Der Salzburger zeigte sich kooperativ und übermittelte den Beamten sein Handy und Notebooks. Auf dem Mobiltelefon fand die Polizei Fotos von seiner ältesten, noch minderjährigen Tochter. Auf Dateien eines Laptops waren kinderpornografische Darstellungen gespeichert, darin „waren aber nicht seine eigenen Kinder abgebildet“, so Feichtinger.

Tochter belastete Vater schwer
Bei ihrer Einvernahme belastete die Tochter ihren Vater schwer. Er habe auch ihre Schwester und ihren Bruder missbraucht, sagte sie aus. Der Familienvater zeigte sich im Vorverfahren weitgehend geständig. Dass er auch pornografische Darstellungen ins Internet gestellt hat, wie vermutet wurde, konnte die Staatsanwaltschaft jedoch nicht nachweisen.

Die Anklage lautet auf mehrfachen sexuellen Missbrauch, pornografische Darstellungen von Minderjährigen und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses. Der Strafrahmen beträgt ein bis zehn Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Einweisung des Angeklagten in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähig Rechtsbrecher. Das Verfahren wegen Betruges wurde eingestellt.

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/salzburg/Kindesmissbrauch-Salzburger-angeklagt/684215

Stoppt die Vertuschung! Aufdeckung ist Prävention!

Kirche soll Kindesmissbrauch von Priestern vertuscht haben
27. November 2009, 10:24

Vier ehemalige Erzbischöfe sollen den Geistlichen jahrelang Deckung gegeben haben – Regierung und Erzbischof im Amt entschuldigten sich

Dublin – Die katholische Kirche in Irland soll einem neuen Bericht zufolge jahrzehntelang Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen Priester vertuscht haben. Laut dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht im Auftrag der Regierung schützten vier frühere Erzbischöfe von Dublin routinemäßig katholische Geistliche, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hatten. Die irische Regierung entschuldigte sich bei den Opfern.

In dem in dreijähriger Arbeit zusammengestellten Bericht geht es konkret um den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch hunderter Kinder in Dublin, der größten Erzdiözese des Landes. Die Kommission um die Juristin Yvonne Murphy förderte unter anderem zutage, dass die vier früheren Erzbischöfe mindestens bis in die 1990er -Jahre Priester schützten und diese nicht der Polizei meldeten.

In dem Bericht heißt es, der Erzdiözese sei es beim Umgang mit den Fällen um Geheimhaltung gegangen und darum, einen Skandal zu verhindern und den Ruf der Kirche zu schützen. „Alle anderen Erwägungen, darunter das Wohl von Kindern und Gerechtigkeit für Opfer, wurden diesen Prioritäten untergeordnet.“ Wenn sich Kinder beklagten, hätten Kirchenvertreter die Taten oft geleugnet und vertuscht. „Verdächtigungen wurde nur selten nachgegangen“, heißt es.

Stichproben

Die Berichterstatter untersuchten die Beschwerden von mehr als 320 Kindern zwischen 1975 und 2004. Aus einer Stichprobe von 46 Priestern gab einer zu, mehr als 100 Kinder sexuell missbraucht zu haben. Ein anderer räumte ein, sich über einen Zeitraum von 25 Jahren alle zwei Wochen an einem Kind vergangen zu haben.

Justizminister 

sagte bei der Vorstellung, dass er die Enthüllungen mit einem „wachsenden Gefühl des Ekels und der Wut“ gelesen habe. Die irische Regierung reagierte mit einer sofortigen Entschuldigung. Ungeachtet der historischen und gesellschaftlichen Gründe entschuldige sie sich für das Versagen staatlicher Stellen, Kinder in der Obhut der Kirche zu schützen, erklärte die Regierung. Sie gelobte, dass „das nie wieder passieren kann“.

Auch der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, entschuldigte sich bei den Opfern. „Ich biete jedem einzelnen Überlebenden meine Entschuldigung, mein Bedauern und meine Scham an“, sagte er. Marin hatte bereits im April gewarnt, dass die Erkenntnisse „alle Welt schockieren“ könnten. Es handelte sich um die erste derartige staatliche Untersuchung in Kirchenangelegenheiten.

Bereits im Mai hatte der sogenannte Ryan-Bericht über die Qualen von Mädchen und Buben in Schulen, Kinderheimen und andere Einrichtungen der katholischen Kirche in Irland das Land erschüttert. Prügel und sexueller Missbrauch waren in den Häusern demn…..
Weiterlesen beim Originallink und Quelle: http://derstandard.at/1259280645804/Irland-Kirche-soll-Kindesmissbrauch-von-Priestern-vertuscht-haben