Warum wir Opfer ein Berufsverbot fordern:

Quelle und vollständiger Bericht: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kindesmissbrauch-in-hamburg-kein-berufsverbot-fuer-erzieher-stefan-h-a-929722.html

Kindesmissbrauch: Warum ein verurteilter Erzieher kein Berufsverbot erhält

Von Dietmar Hipp, Julia Jüttner und Hendrik Ternieden

Der Erzieher Stefan H. missbrauchte Kinder in einer Hamburger Kita, er wurde zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt. Doch ein Berufsverbot sprach der Richter nicht aus. Nun fragen sich die Nebenkläger: Warum darf dieser Mann eines Tages wieder Kinder betreuen?

Hamburg – Eines seiner Opfer lockte Stefan H. in die „Gruselkammer“. So nannte der 30-jährige Erzieher den Waschkeller in einer Hamburger Kita, hier missbrauchte er einen kleinen Jungen, eines von fünf Opfern im Alter von drei bis neun Jahren. An einem vierjährigen Mädchen, das er als privater Babysitter ein Wochenende lang beaufsichtigen sollte, verging er sich in seiner Wohnung, machte Hunderte pornografische Aufnahmen.
All das hat H. vor dem Hamburger Landgericht gestanden, am Mittwoch wurde er zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten verurteilt. Nicht verhängt wurde: ein Berufsverbot. Nach seiner Freilassung wird H. wieder als Erzieher arbeiten dürfen.

Die Eltern der betroffenen Kinder reagierten entsetzt. In ihren Plädoyers hatten die Nebenklagevertreter – anders als die Staatsanwaltschaft – ein lebenslanges Berufsverbot gefordert. Nun fragen sie sich: Wieso darf dieser Mann eines Tages wieder Kinder betreuen?

Für ein Berufsverbot bei Ersttätern gelten ganz besonders strenge Anforderungen, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil vom 25. April klargemacht hat (AZ 4 StR 296/12). BGH-Sprecher Bertram Schmitt sagt, dass ein Berufsverbot bei einem Ersttäter nicht generell ausgeschlossen sei – es müsse nur besonders begründet werden.

Schwerwiegender Eingriff

Im Fall Stefan H. hob das Hamburger Landgericht auch dessen Bereitschaft hervor, sich „freiwillig in Therapie zu begeben“, wie eine Sprecherin sagt. Das sei „sehr ungewöhnlich“. Der Richter habe nicht mit der erforderlichen Sicherheit sagen können, „dass eine Rückfallgefahr besteht“. Der Vorsitzende Richter Ullrich Weißmann verwies in seiner Urteilsbegründung auch auf die geltende Rechtsprechung. Man fühle sich daran gebunden, sagte er in Bezug auf das BGH-Urteil.

Vor dem BGH ging es um folgenden Fall: Das Landgericht Kaiserslautern hatte den Gruppenleiter eines Kinderheims im November 2011 wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Ein Berufsverbot hatte das Gericht – entgegen der Forderung der Staatsanwaltschaft – nicht verhängt. Die Anklagebehörde legte Revision ein, scheiterte jedoch in Karlsruhe.

„Ein Berufsverbot ist ein schwerwiegender Eingriff, mit dem die Allgemeinheit, sei es auch nur ein bestimmter Personenkreis, vor weiterer Gefährdung geschützt werden soll“, heißt es im Urteil des BGH. Es dürfe nur verhängt werden, wenn die Gefahr bestehe, dass der Täter auch in Zukunft seinen Beruf zur Verübung erheblicher Straftaten missbrauchen werde.

Von entscheidender Bedeutung in dem Kaiserslauterer Fall war, dass der Erzieher bereits 2008 wegen Missbrauchs verurteilt worden war. Damals war ein dreijähriges Berufsverbot verhängt worden. Später stellte sich heraus, dass der Mann sich bereits vor den damals im Prozess verhandelten Straftaten an Kindern vergangen hatte. Er kam wieder vor Gericht, der Prozess endete mit der Verurteilung im November 2011: Haftstrafe ja, erneutes Berufsverbot nein. Das Landgericht Kaiserslautern ging davon aus, dass bei dem Mann keine Wiederholungsgefahr mehr bestehe, nachdem er nach der ersten Verurteilung nicht mehr straffällig geworden war, und lehnte deshalb ein weiteres, womöglich sogar unbefristetes Berufsverbot ab.

„Nie eine andere Sexualität ausgelebt“

Wichtig war auch die Beurteilung einer Gutachterin. Sie war zwar zu dem Schluss gekommen, dass sich an der sexuellen Vorliebe des Mannes für junge Mädchen nichts ändern werde und zum Beispiel bei einer Tätigkeit in einem Kinderheim immer die Gefahr eines Rückfalls bestehe. Allerdings, so die Gutachterin, könne der Mann seine Devianz offenbar kontrollieren und die Folge weiterer Straftaten für sich abschätzen. Zudem hatte der Täter seinen Beruf in der Zwischenzeit bereits gewechselt.

Aus diesen Gründen bezweifelt die Nebenklage des Hamburger Prozesses die Vergleichbarkeit der Fälle. „Die BGH-Entscheidung ist nicht einschlägig“, sagt Rechtsanwältin Sonja Görner, die vor Gericht eines der Opfer vertrat. Das BGH-Urteil beziehe sich zwar auch auf einen Ersttäter, allerdings habe dieser bereits seinen Beruf aufgegeben und sei auch intellektuell in der Lage gewesen, seinen Trieb zu beherrschen.

Anders sei die Lage bei Stefan H., der sich selbst als pädophil bezeichnete und laut Görner noch nie sexuellen Kontakt zu einer Frau oder einem Mann hatte – sondern nur zu Kindern. „Er hat nie eine andere Sexualität ausgelebt“, konstatiert die Anwältin. Somit liege eine sogenannte Kernpädophilie vor.
Die sexuellen Bedürfnisse eines Kernpädophilen beziehen sich ausschließlich auf Kinder, die meist in der Vorpubertät oder einer frühen pubertären Phase stehen – sowohl Jungen als auch Mädchen. „Kernpädophilie ist nicht behandelbar“, sagt Görner.

Die Hamburger Nebenkläger haben nach Paragraf 400 der Strafprozessordnung keine Möglichkeit, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. „Uns sind die Hände gebunden“, sagt Görner. Stefan H. wird einen Eintrag ins Führungszeugnis bekommen, doch dieser wird nach zehn Jahren gelöscht.

Die Strafe von fünf Jahren und zwei Monaten beurteilen die Nebenklagevertreter unterschiedlich. Den Opfern wurde erspart, vor Gericht auszusagen. „Das ist sehr hoch zu bewerten“, sagt Görner. „Aber das Strafmaß gibt nicht den Unrechtsgehalt wieder.“ Es sei zu befürchten, dass ……

Wie TäterInnen denken: Siehe makierte Stelle.

Quelle und vollständiger Bericht:  http://www.berliner-kurier.de/polizei-justiz/roy-b–hielt-sharlyn–8–stundenlang-gefangen-irrer-glatzenmann-kidnappt-maedchen,7169126,24778156.html

Roy B. hielt Sharlyn (8) stundenlang gefangenIrrer Glatzenmann kidnappt Mädchen
Moabit –

Sie saß im Sandkasten, als der Mann in Schwarz kam. Roy B. (25) verschleppte Sharlyn (8) in seine Wohnung. Zehn Stunden war sie in seiner Gewalt. Sein irres Motiv: „Ich hatte Langeweile und brauchte jemanden zum Quatschen.“

Im Horror-T-Shirt saß der Glatzkopf vor Gericht: Totenkopf vorn und hinten. Er schwafelte: „Fühle mich zu Mädchen hingezogen. Nach

meiner Anschauung ist alles erlaubt, solang man niemandem wehtut..“ Er sei pädophil, nicht gewalttätig.

Anmerkung der SHG-Redaktion: Wurde von uns makiert, weil es ein gutes Beispiel ist,  für so oft gehörte Ausreden und Beschwichtigungsversuche seitens TäterInnen.

Weiter mit dem Artikel:
Sharlyn ging am Vormittag mit ihrer Schwester (7) auf den Spielplatz direkt am Wohnhaus der Oma. Die Jüngere wollte noch etwas holen, lief nach oben. Plötzlich war Sharlyn weg. Ein Albtraum. Großmutter Birgit B. (52): „Ich suchte sofort.“ Sie wusste: „Sharlyn ist kein Kind, das einfach wegläuft.“
Die Polizei wurde alarmiert. Einsatzhundertschaft, Suchhunde, ein Helikopter wurden eingesetzt – vergebens. Doch um 22 Uhr klingelte es an der Tür. Die Großmutter: „Ich sah in ihre verängstigten Augen.“ Die Kleine hauchte: „Ich darf nicht sagen, wo ich war, sonst passiert etwas Schlimmes.“

Er hatte mit ihr vor dem Fernseher gesessen, Wasser und Kuchen hingestellt. Sharlyn rührte den nicht an. Sie weinte, wollte nach Hause. Er: „Das bestimme ich.“ Schließlich ließ er sie körperlich unversehrt frei. Doch bis heute hat sie Angst, alleine zur Schule zu gehen.

Als die Polizei zu Roy B. kam, lag er blutend in der Wohnung. Ein Selbstmord-Versuch. Seitdem ist er in der Psychiatrie. Fortsetzung am 6. November. KE.

„Jugendfürsorge und Gewalt“ 6.12.2013

Freitag, 6.12.2013, 9.45 bis 20.00 Uhr findet im Österr. Museum für Volkskunde, 1080 Wien, Laudongasse 15-19, die Veranstaltung „Jugendfürsorge und Gewalt“ statt (siehe Angefügte).

Aus organisatorischen Gründen wird ersucht, sich möglichst bis 15.11.2013 per E-Mail anzumelden iwk@iwk.ac.at (=Institut für Wissenschaft und Kunst)   http://www.volkskundemuseum.at

Programm Seite 1   Seite 2

 

Unfall als Auslöser für Heimaufarbeitung:

quelle: http://kurier.at/chronik/wien/welunschek-werde-immer-ein-heimkind-sein/15.901.977
Letztes Update am 16.06.2013, 08:00

Welunschek: „Werde immer ein Heimkind sein“ Das einstige Regie-Wunder Karl Welunschek über seine Zeit in Wiener Erziehungsanstalten
Er galt in den 1980er-Jahren als Regie-Wunder, arbeitete mit vielen berühmten Schauspielern, war Enfant terrible der Wiener Szene: Karl Welunschek. Der 58-Jährige erlebte in seinem Leben viele Höhen und Tiefen: „Ich war ganz oben und ganz unten.“ Im heutigen Interview spricht er erstmals über seine Zeit in sechs Kinderheimen.

Er war als Kind und Jugendlicher in Anstalten der katholischen Kirche und der Stadt Wien untergebracht und lässt kein gutes Haar an den Einrichtungen, den dortigen Erziehern und dem heutigen Umgang mit dem Thema. Welunschek schildert eindrücklich, wie in den Heimen die Kriminalität quasi anerzogen wurde. Welunschek wurde in den Anstalten sexuell missbraucht und fordert mittlerweile – unterstützt von den Anwälten Johannes Öhlböck und Daniel Rose – Schadenersatz von der Stadt Wien.

KURIER: Herr Welunschek, warum sprechen Sie jetzt, 40 Jahre nach Ihren Heimaufenthalten, über Ihre Erinnerungen?
Karl Welunschek: Das ist jetzt ein historischer Moment, weil wir erstmals in der Lage sind aufzuarbeiten; nun doch einige einen Willen haben, das Ganze aufzuarbeiten. Die Heime waren die Hölle auf Erden. Ich bin traumatisiert, weil ich seit meiner Kindheit an immer wieder erleben musste, wie Machtstrukturen missbraucht wurden. Als Kind und später als Künstler. Die Zeit in den Heimen habe ich 40 Jahre lang aus Scham, aus Verdrängung, aus Angst verborgen.

Sie wuchsen in einer Arbeiter­familie auf.
Meine Eltern waren Analphabeten. Ich kam in die Sonderschule für körperlich und geistig benachteiligte Kinder – als staatlich gestempeltes Depperl. Sogar dort wurde ich rausgeschmissen, weil ich so lebendig war. Heute werden solche Kinder als hyperaktiv bezeichnet und liebevoll gefördert. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ich für die Fürsorge ein Außenstehender.

Sie wurden in kirchlichen Heimen vergewaltigt?
Die kirchlichen Institutionen leben damit. In diesem geschlossenen System gibt es keine Aufarbeitung. Die Kirchenoberen haben uns als Opfer nicht wahrgenommen. Man fühlte sich ausgelacht. Denn sie waren die Kirche. Sie ist so ein verschwiegener Zirkel, dass dort alles möglich ist. Das wird niemals aufgeklärt werden, das wird niemals jemand zulassen. Der Täter geht hin, büßt und sagt: „Ich habe gefehlt.“ Er büßt im selben System, in dem er missbraucht hat. Eigentlich unglaublich.

Sie wurden auch in einem Heim der Stadt Wien missbraucht?
Bei den Tätern in den städtischen Heimen ist es anders. Die Institutionen waren legitimiert durch eine höhere Ordnung. Dort haben die Täter weiße Mäntel angehabt, hinter denen dann das System gestanden ist, in dem wir heute noch leben. Der Fisch stinkt vom Kopf. Das System, das jetzt aufklären soll, was sich dort abgespielt hat. Hier wird der Täter zum Ermittler.

gutachten.jpg Faksimile von Welunscheks psychologischem Gutachten. – Foto: KURIER
Welche Probleme ergeben sich für ehemalige Heimkinder?
Warum man für die Heimkinder nichts tun wird? Sie haben keine gemeinsame Sprache und keine gemeinsame Lobby. Für die Politik existieren sie nicht. Auch ich kann nur für mich und nicht für die anderen sprechen. Wir Heimkinder wurden sprachlich und kulturell beschnitten. Wir haben nirgends dazugehört. Auch nicht zum Bildungssystem. Die elitären Schichten haben kein Interesse gehabt, dass wir außerhalb der Gesellschaft stehende Matura machen. So wie sie heute kein Interesse haben, dass ein Türken-Bua Matura macht.

Wie war die Zeit in staatlicher Obhut?
Du wirst fremdbestimmt ab dem ersten Tag. Weil du nichts mehr warst, konnten sie alles mit dir tun. Die durften das, die konnten das. Ohne Folgen und ohne Konsequenzen. Mich hat auch eine Fürsorgerin missbraucht. Am Wilhelminenberg haben sie Mädchen missbraucht. Sie haben den Mädchen alles genommen. Nicht nur die Sexualität. Unentdeckt, ungestraft, ohne Konsequenzen. Wir haben Prostitution, Dieberei in den Heimen gelernt, weil wir uns nur so über Wasser halten konnten.

War das Abdriften in die Kriminalität so etwas wie die „typische Heimkarriere“?
Da gab es auch die Harmlosen, die zehn Schilling gestohlen haben und dann in Stein gelandet sind. Mit zehn Schilling fängt es an – Polizei, Kinderübernahmestelle, dann kommt er ins Heim im Werd. Dort lernt er den Zuhälter kennen, geht mit dem in den Prater, schwängert vielleicht eine 13-Jährige. Sie kommt auf den Wilhelminenberg, er nach Kaiserebersdorf. Wenn er dort rauskommt, stiehlt er, weil er was zum Leben braucht. Dann sitzt er bald in Stein. Es gibt wahrscheinlich 20.000 solcher Fälle, die mit zehn Schilling begonnen haben. Lange Haare zu haben war bereits ein Grund, in ein Heim zu kommen, eine Nacht wegzubleiben, fünf Mal nicht zur Schule zu kommen, ein uneheliches Kind zu sein …

Wie erlebten Sie Ihre Erzieher?
Wir hatten im Werd einen Erzieher, der kam im 55er-Jahr aus der Kriegsgefangenschaft zurück, ein ehemaliger SSler. Weil der selbst aus einem Lager kommend als Einziger nachvollziehen konnte, wie wir Heimkinder uns fühlen, empfanden wir sogar den als einen feinen Kerl. Das ist Ironie. Ein anderer, ein junger Veterinär, war ein Sadist. Ein weiterer Erzieher war Fleischhacker – Peppi B. Der hat die B-Matura gemacht, ist sofort als Heimerzieher zugelassen worden und hat die Kinder geschnalzt. Die Erzieher waren durch die Bank gescheiterte Existenzen. Wer war denn auch noch übrig?

Und in den katholischen Heimen?
Die Nonnen waren noch schlimmer. Die haben Schlägertrupps aus größeren Burschen in diesen Heimen zusammengestellt, von denen wir zusammenschlagen und vergewaltigt wurden. Vielleicht war es ihr Hass auf die Männer, der Hass aufs Zölibat, oder weil sie dem Pfarrer zu Diensten sein mussten. Sie waren ja selbst „Gebrauchsgegenstände“ dieses Systems, in dem es keine Schuld gibt. Wir Heimkinder wurden ja auch gegeneinander aufgehetzt. Entweder der Brutalste war der Sieger, oder der Perfideste. Da hat es keine Freundschaften gegeben.

Tragen die Eltern nicht auch eine Schuld?
Die Eltern spielen sicher eine entscheidende Rolle, gemeinsam mit dem System. Ich bin zutiefst verletzt. Ich möchte mit dem allen nichts mehr zu tun haben.

Wie haben Sie den Sprung in die Künstlerszene geschafft?
Mein Denken ist eine Waffe gegen die Verletzungen, die mir angetan wurden. Aber ich war 30 Jahre lang mit Alkoholmissbrauch konfrontiert und auch einige Zeit nach den Heimen mit Drogenmissbrauch, Tablettenmissbrauch, Gewalttätigkeit. Ich habe so oft meine Karriere zerstört, wieder aufgebaut, zerstört, wieder aufgebaut. Art is my only salvation from the horror of existence.

Was bleibt …
Was bleibt, ist das Schuldgefühl, dass ich nach dem Heim Karriere gemacht habe. Schauen Sie in ein Obdachlosen-Asyl: 80 Prozent von den Menschen dort waren in Heimen. Ich bin nicht unter den Sandlern, sondern im verhassten Bürgertum gelandet, um Künstler zu werden. Aus meiner Begabung hab ich so viel gemacht, um zu überleben.

Das hört sich nach Schuld­gefühl an.
Ich habe kein Mitleid mit mir. Aber ein schreckliches Mitleid mit den anderen Heimkindern. Mich
macht es verzweifelt und betroffen, wie schlecht es vielen von denen geht. Den Verantwortlichen sag’ ich: Gebt’s jedem eine Million und schaut’s, dass er sich eine Existenz aufbauen kann.

Wie wirkt das Heim später nach?
In der Angst, dort nie mehr hinzukommen. Ich träume bis heute, dass ich eingesperrt bin und nicht mehr rauskomme. Die nationale Katastrophe, über die wir reden, ist, dass wir das Erlebte an unsere Nachkommen weitergeben. Ich werde immer ein Heimkind sein. Wir Heimkinder werden immer missbrauchte Kinder bleiben.
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250.000 Euro für ein Missbrauchsop­fer:

Quelle: http://kurier.at/chronik/oesterreich/250-000-euro-fuer-ein-missbrauchsopfer/23.442.668
250.000 Euro für ein Missbrauchsop­fer Das Vorarlberger Kloster Mehrerau stimmte einem außergerichtlichen Vergleich zu.
Letztes Update am 21.08.2013, 06:00
Zwischen 5000 und 25.000 Euro gesteht die katholische Kirche jenen Betroffenen zu, die in ihren Einrichtungen körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt waren.

Nun traf das Zisterzienser-Kloster Mehrerau in Bregenz eine möglicherweise richtungsweisende Entscheidung: Einem ehemaligen Internatsschüler des Stiftsgymnasiums, den ein Pater Anfang der 1980er-Jahre mehrfach vergewaltigt hatte, sollen außergerichtlich 250.000 Euro zugestanden worden sein. Kloster und Anwalt des Opfers haben über die Entschädigungssumme eine Schweigeklausel vereinbart.
Mit der Rekordsumme an die Öffentlichkeit ging die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt, die den Mann bei seiner Klage finanziell unterstützte. „Natürlich war es der Wunsch des Klosters, dass die Summe geheim bleibt“, erklärte Sepp Rothwangl, Sprecher der Plattform, dem KURIER. „Wir finden es aber eine extrem wichtige Information für alle Opfer von Gewalt, wie viel die Kirche zu zahlen bereit ist, wenn man klagt. Das ist das Zehnfache von den Almosen, die man von der Klasnic-Kommission erhält.“ Laut Rothwangl werde der Prozessausgang Schule machen. „Weniger Fälle als bisher angenommen sind verjährt.“

Das 47-jährige Opfer berichtete von vielfachen Vergewaltigungen durch Pater Johannes. Erschütternd ist die Gleichgültigkeit, mit der das Kloster den amtsbekannten pädokriminellen Pater auf Kinder losgelassen hat. Bereits 1968 war Pater Johannes wegen sexuellen Missbrauchs zweier Buben zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Der damalige Abt suspendierte ihn für einen Monat von kirchlichen Tätigkeiten.
Sexuelle Übergriffe

Dann durfte der Mann seinen Dienst im Stiftsgymnasium – als Lehrer, Erzieher und Regens – wieder aufnehmen. Wie Pater Johannes später gestand, hat er bis zu seiner Absetzung weitere „fünf bis zehn“ Internatsschüler sexuell missbraucht. Im Jahr 1982 meldeten Eltern dem Kloster sexuelle Übergriffe durch den Pater. Der wurde jedoch nicht angezeigt, sondern in die Pfarre Sauters in Tirol versetzt.

Erst im Jahr 2004 drohte dem Vergewaltiger Ungemach. Ehemalige Internatsschüler zeigten ihn wegen sexueller Übergriffe an. Pater Johannes legte damals ein Geständnis ab (siehe Faksimile des Vernehmungsprotokolls). Da die Taten bereits strafrechtlich verjährt waren, wurde das Verfahren eingestellt.

Im Vorjahr wagten zwei Opfer einen erneuten Anlauf und klagten das Kloster zivilrechtlich auf Schadenersatz und Verdienstentgang. Sowohl das Landesgericht Feldkirch als auch das Oberlandesgericht Innsbruck lehnten die vom Kloster vorgebrachte Einrede der Verjährung ab. Mit einem Opfer, einem 59-Jährigen, hat sich die Abtei im April 2013 verglichen – als Summe werden 50.000 bis 70.000 Euro genannt.

Der zweite Fall endete nun ebenfalls mit einem außergerichtlichen Vergleich. Die kolportierte Summe von 250.000 Euro ist höher als jede gerichtlich verfügte Schadenersatzzahlung, die bisher in Österreich ausbezahlt wurde.

In den USA greift die katholische Kirche weit tiefer in ihr Erspartes: Alleine in Los Angeles wurden 508 Missbrauchsopfern 660 Millionen Dollar (491 Millionen Euro), knapp 1,3 Millionen Dollar pro Kopf, ausbezahlt.
(kurier) Erstellt am 21.08.2013, 06:02

Hier werden Betroffene und Hinweise gesucht!:

Quelle: http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/2600-kindesmissbrauch-faelle-werden-jaehrlich-in-nrw-angezeigt-id8440866.html

2600 Kindesmissbrauch-Fälle werden jährlich in NRW angezeigt

An Rhein und Ruhr. Sexueller Missbrauch von Kinder und Jugendlichen ist in NRW alltäglich. Durchschnittlich 2 665 Fälle wurden seit 2008 jedes Jahr angezeigt. Studien gehen von weitaus mehr Opfern aus. Es gibt Strukturen und Abläufe, die sich bei vielen Fälle wiederholen. Ein aus realen Vergehen konstruierter Fall

Lotta steht mit ihren Freundinnen auf dem Schulhof, als ihr Handy piept: eine SMS. Lotta zieht das Telefon aus ihrer Tasche und liest die Nachricht. Sie lächelt, aber schreibt nicht zurück. Die neugierigen Fragen ihrer Freundinnen wehrt sie ab. Nein, es ist nicht der hübsche Junge aus der 10b. Schnell schiebt Lotta ihr Handy zurück in die Tasche. Lotta ist 13 Jahre alt, als Herr Arnold ihr diese erste SMS schreibt.
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Ein Jahr später beschlagnahmt die Polizei Lottas Handy und ihren Computer. Die Beamten werten unzählige SMS und E-Mails aus und finden Fotos, die Geschlechtsteile zeigen; auf manchen posiert Herr Arnold, auf einem ist er nackt.

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Herr Arnold ist Lottas Lehrer. Ein lockerer Typ, den die Schüler mögen. Er unterrichtet Englisch und Sport. An jenem Tag, als er ihr mittags die erste SMS schreibt, hat die Klasse nachmittags Turnen bei Herrn Arnold. Danach, am frühen Abend, schickt er ihr noch eine SMS. Dieses Mal antwortet Lotta.
Die Dunkelziffer bei sexuellem Missbrauch ist wahrscheinlich extrem hoch

Ein Jahr später steht für die Polizei fest, dass sich der Lehrer Arnold, Alter Mitte 30, seit vielen Monaten an seiner 13-jährigen Schülerin vergreift. Er hat mit ihr geschlafen. Sie hat ihn oral befriedigt; einmal sogar in der Schule.

Sexueller Missbrauch ist alltäglich. Das zeigen die Polizeiliche Kriminalstatistik und Daten des Landeskriminalamtes, die dieser Zeitung vorliegen: 2 665 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern wurden seit 2008 im Durchschnitt jedes Jahr in NRW angezeigt.

Die tatsächliche Zahl wird um ein Vielfaches höher sein. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zeigt, dass nur jeder fünfte Übergriff angezeigt wird. Hochgerechnet würde dies für NRW jährlich mehr als 13 300 Missbrauchsfälle bedeuten. Es gibt Wissenschaftler, die noch krassere Zahlen nennen.

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Werner Tschan, ein Schweizer Psychiater, der sich mit Missbrauch in Schulen, Heimen oder Vereinen beschäftigt, sagt: „Die Dunkelziffer ist enorm hoch. Und es gibt Beratungsstellen, die raten Opfern ab, ihren Fall zu melden, die sagen: Der Druck ist viel zu groß.“ So verfährt immer wieder auch „Zartbitter“, ein Kölner Hilfsverein. Dessen Leiterin, Ursula Enders, sagt, sie werde Strafanzeigen erst wieder unterstützen, wenn der Umgang mit Opfern während der Ermittlung und vor Gericht verbessert werde.

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Die Opfer von sexuellem Missbrauch schweigen oft – aus Angst, Scham oder Schuldgefühl

Viele Opfer schweigen, weil sie sich nicht trauen, über ihre Erlebnisse zu sprechen – aus Scham, aus Angst oder weil sie sich schuldig fühlen für das Verbrechen, das ihnen angetan wurde.

Auch Lotta leugnet, als ihre Eltern die Fotos auf dem Computer finden. Die Eltern zeigen Herrn Arnold an. Die Polizei ermittelt und stellt Lotta unangenehme Fragen. Sie schweigt. Eines Abends kann sie nicht mehr und erzählt ihren Eltern vom coolen Lehrer, von den SMS, vom ersten Treffen und vom Sex.

Lotta heißt in Wirklichkeit nicht Lotta. Und Herr Arnold heißt nicht Herr Arnold. Die Opfer wollen und sollen anonym bleiben. Diese Geschichte und ihre beiden Charaktere sind deshalb konstruiert – aus realen Fällen an Schulen oder in Sportvereinen in NRW, aus Gerichtsverhandlungen, aus Medienberichten, aus Büchern und aus Gesprächen mit Forschern, Pädagogen und Opfern. In ihren Mustern gleichen sich viele Fälle, sind typisch.

Seite 1: 2600 Kindesmissbrauch-Fälle werden jährlich in NRW angezeigt
Seite 2: Die Täter suchen sich gezielt Jobs in Schulen, Internaten, Kinderheimen oder Sportvereinen

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Das heißt: Es gibt Anzeichen für sexualisierte Gewalt, die erkennbar sind, es gibt Strukturen und Abläufe, die zu verhindern sind. Es ist kein Zufall, dass Herr Arnold ein Mann ist. Bis zu 90 Prozent der Täter sind männlich.

Es ist auch kein Zufall, dass Herr Arnold Lehrer ist – er bringt zwar einen Berufsstand in Verruf. Täter aber gehen meist gezielt vor, erklärt Tschan. Oft suchen sie sich dort eine Aufgabe, wo sie Kindern und Jugendlichen nahe kommen, an Schulen, Internaten, Heimen oder in Sportvereinen. Herr Arnold könnte auch Kindergärtner sein, Trainer, Jugendbetreuer oder Gitarrenlehrer. Sexuelle Übergriffe sind überall dort möglich, wo Erwachsene Kindern begegnen. Dazu sagt Tschan: „Institutionen sind Hochrisikobereiche.“
In den meisten Fällen von sexualisierter Gewalt kann oder will das Umfeld die Taten nicht erkennen

Es ist auch kein Zufall, dass Herr Arnold beliebt ist. „Das Hauptproblem ist, dass sich das niemand vorstellen kann“, sagt Tschan. „Dann heißt es: Der doch nicht! Es gibt meistens jemanden, der die Grenzverletzungen, die sexualisierte Gewalt, nicht erkennt, nicht wahrnehmen will oder schlicht wegschaut. Das große Problem der Institutionen war und ist ihre Blauäugigkeit.“

Täter nutzen das, geben sich hilfsbereit und fallen nicht unangenehm auf. „Täter verschleiern und tarnen ihre Taten“, sagt Tschan. Sie wissen in aller Regel, dass sie Unrecht tun.

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Auch Herr Arnold, verheiratet, zwei Kinder, weiß das. Er ist selbst überrascht, dass er sich zu Lotta hingezogen fühlt. Aber er folgt seinen Trieben, die er später vor Gericht „Gefühle” nennt. Lotta ist verliebt. Sie glaubt, auch er spiele das Spiel der Liebe, und malt immer, wenn sie sich heimlich treffen, ein rotes Herzchen in ihren Kalender.

Der holländische Psychotherapeut Ruud Bullens schreibt in einem Aufsatz: „Es sieht häufig so aus, als ob der Täter über einen ‚sechsten Sinn’ verfügt, um die spezifische Verletzbarkeit eines Kindes zu entdecken und voll auszunutzen.“
Die Täter machen ihre Opfer willig und abhängig, sie drohen und fordern Verschwiegenheit

Sexueller Missbrauch ist immer auch der Missbrauch von Macht. Opfer folgen häufig ihrem Wunsch nach Anerkennung oder Liebe. Täter schaffen Abhängigkeiten, drohen mit dem Entzug ihrer Aufmerksamkeit, fordern Schweigen.

Herr Arnold stellt für Lotta Regeln auf. Erstens: Wir genießen uns. Zweitens: Wir sprechen mit niemandem darüber. Weil wir drittens etwas ganz Besonderes sind. Herr Arnold weiß, dass er Lotta kontrollieren muss. Wenn sie jemandem von ihm erzählt, dann bricht sein Leben zusammen, dann verliert er seinen Job, seine Frau, seinen Ruf.

Als die Schule von dem Fall erfährt, reagiert sie – anders als manch andere Einrichtung in der Vergangenheit – schnell und suspendiert den Lehrer unmittelbar. Er gesteht und wird verurteilt, zu knapp unter zwei Jahren Bewährung. An einen Hilfsverein und an Lotta muss er je einen vierstelligen Betrag zahlen.

Weitere Berichte, Dokumentationen und Interviews finden Sie auf unserem Blog über sexuellen Missbrauch in NRW. Wir recherchieren weiter über sexuellen Missbrauch in NRW. Und wir interessieren uns für Ihre Infos. Sie haben Tipps oder Hinweise? Dann kontaktieren Sie uns, gerne auch vertraulich. Über das oben genannte Blog erreichen Sie uns anonym. Sie können uns auch direkt schreiben an recherche@waz.de

Florian Bickmeyer, Pirkko Gohlke, Jennifer Rüdinger, Gianna Schlosser und David Schraven

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Es geht ja was weiter: Kirche-Missbrauch

Quelle: http://kurier.at/meinung/blogs/heimskandal-at/heimskandal-wenn-ein-stift-stiften-geht/27.173.213
Letztes Update am 17.09.2013, 16:15
Wenn ein Stift stiften geht..
Zwei Ordensleute sollen in einem Internat, das vom Stift Admont betrieben wird, vor Jahrzehnten einen Schüler sexuell missbraucht und geprügelt haben. Das Stift erklärte sich im gestrigen Zivilprozess jedoch für nicht zuständig… Wenn dann müsse man die Republik Österreich in die Pflicht nehmen, schließlich sei der Staat die oberste Instanz in Sachen Schulen. Ich nenn‘ es einmal Chuzpe.
Republik zuständig?

Also: Es gibt Anschuldigungen gegen zwei Ordensbrüder, die erst vor wenigen Wochen pensioniert worden sind. Das Stift, der Arbeitgeber der beiden, weist einerseits den Vorwurf von Missbrauch und Gewalt zurück, spricht andererseits von Verjährung und lehnt dann noch jegliche Verantwortung für (mutmaßliche)Geschehnisse in seinen heiligen Hallen ab. Sprich: Wenn jemand für Misshandlungen im Internat zu Verantwortung zu ziehen sei, dann die Republik, die ja im Endeffekt für Schulen zuständig ist.
Interessant ist, dass sich die Anwältinnen des Stiftes Kremsmünster in einem ähnlich gelagerten Prozess in der vergangenen Woche ähnlich rechtfertigen wollten. Nicht Kirche, Stift oder Ordensbruder seien verantwortlich, sondern der Staat.
Angst vor Zahlungen

Offenbar ist die katholische Kirche vorsichtig geworden. Wie berichtet, hat das Stift Mehrerau einem Missbrauchsopfer vor wenigen Wochen 250.000 Euro in einem außergerichtlichen Vergleich gezahlt, nachdem der Oberste Gerichtshof die Verjährung in diesem Fall abgewiesen hatte. Das könnte bei rund 1300 Opfern von Gewalt in kirchlichen Einrichtungen, die sich mittlerweile gemeldet haben, natürlich teuer werden. Via Klasnic-Kommission bekommen die Betroffenen bislang vergleichsweise geringe 5000 bis 25.000 Euro als Entschädigung.
Straßenverkehrsordnung

Wie kann man das künftig abwenden, wenn sogar das Höchstgericht bereits in einem Fall die Verjährung gekippt hat? Man spricht sich von jeglicher Verantwortung los. In diesem Fall sagt das Stift Admont quasi, dass es nichts dafür kann, was in seinem Gymnasium, in seinem Internat passiert. Kann man solchen Leuten seine Kinder anvertrauen? Kann ein Automechaniker sagen, er könne nichts dafür, dass die Bremsen nicht funktioniert haben; man solle sich an den Staat wenden, der hat die Straßenverkehrsordnung erlassen?
„Gewitzter“

Der US-amerikanische Missbrauchsaufdecker David Clohessy meinte kürzlich im KURIER: „Auch wenn es schwierig zu glauben ist: In der Kirchen-Hierarchie hat sich wenig verändert. Aber sehr verändert hat sich, dass die Bischöfe viel klüger und gewitzter geworden sind, um den Missbrauch zu vertuschen. Vor zwanzig Jahren war es für sie noch leichter: Die Opfer hatten Angst und waren voller Scham, die Polizei eingeschüchtert, die Eltern waren naiv. Jetzt haben die Opfer manchmal mehr Courage. Manchmal agieren heute auch Gesetzgeber, Regierung und Journalisten. Es hat in den letzten 25 Jahren viel Fortschritt gegeben, aber nicht wegen, sondern trotz der Bischöfe.“

Sexueller MissbrauchSozialtherapeut kommt nach Missbrauch von Behinderten vor Gericht

Publiziert: 27.09.2013 Quelle: http://www.blick.ch/news/schweiz/sozialtherapeut-kommt-nach-missbrauch-von-behinderten-vor-gericht-id2456924.html?fb_action_ids=734685486558179&fb_action_types=og.recommends&fb_source=other_multiline&action_object_map={%22734685486558179%22%3A590238381014695}&action_type_map={%22734685486558179%22%3A%22og.recommends%22}&action_ref_map=[]

BERN – BE – Der Berner Sozialtherapeut, der sich fast 30 Jahre lang in Heimen an Behinderten verging, kommt vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den geständigen 57-jährigen erhoben. Der Angeklagte soll 124 Pflegebefohlene missbraucht haben.
Nach seiner Festnahme im April 2010 gab der Mann zu, 114 mehrheitlich geistig und körperlich behinderte Kinder, junge Männer und Frauen sexuell missbraucht zu haben. In zehn Fällen sei es beim Versuch geblieben.
Weil viele dieser Taten bereits verjährt sind, wird sich der Sozialtherapeut nach geltendem Recht noch für 33 Fälle vor Gericht verantworten müssen, wie die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland und die Berner Kantonspolizei am Freitag mitteilten.
Der Angeklagte ist der Schändung, der sexuellen Handlungen mit Kindern, Abhängigen und Anstaltspfleglingen, der Pornografie sowie der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte angeklagt. Der Mann befindet sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug.
Riesiges Entsetzen
Der Fall löste im Frühling 2010 riesiges Entsetzen aus. Der heute 57-jährige Sozialtherapeut flog auf, als zwei Bewohner eines Behindertenheims im Kanton Aargau ihren Eltern von sexuellen Kontakten zum Betreuer erzählten. Wenig später wurde der im Berner Oberland wohnhafte Mann festgenommen.
Bald war klar, dass der Mann sich über 29 Jahre hinweg in verschiedenen Institutionen an insgesamt 124 mehrheitlich geistig und körperlich behinderten Kindern, jungen Männern und Frauen vergangen hatte.
In einem Schreiben an Betroffene und Öffentlichkeit, zeigte sich der mutmassliche Täter im April 2011 reuig und bereit, Strafen und Massnahmen zu akzeptieren. Er habe gefehlt und gesündigt, schrieb er damals.
Immer wieder Anstellungen gefunden
Der riesige Missbrauchsfall löste schweizweit in Heimen und Verbänden eine intensive Diskussion aus, wie solche Fälle künftig verhindert werden könnten.
Der angeklagte Sozialtherapeut fand nämlich immer wieder Anstellungen, obschon er verschiedenen Arbeitgebern als schwierig aufgefallen war. In einem Ermittlungsverfahren kam er 2003, trotz belastender Aussagen eines behinderten Mädchens, ungeschoren davon.
Zu ersten Verfehlungen kam es 1982 in einem Kinder- und Jugendheim im Berner Seeland. Weitere Stationen des Angeklagten waren unter anderem Heime im Appenzellischen, im Kanton Thurgau, in Süddeutschland und in der Region Bern. (SDA)

Prozesse Katholischer Priester gesteht Kindesmissbrauch

Vom Dienstag, 24.09.2013, 14:01
Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-katholischer-priester-gesteht-kindesmissbrauch_aid_1110797.html?fbc=fb-fanpage-panorama&utm_content=1380049149484385

Ein katholischer Priester hat vor dem Landgericht Würzburg den wiederholten sexuellen Missbrauch eines Jungen gestanden. „Ich möchte im Wesentlichen der Anklage zustimmen“, sagte der 58-Jährige. Er sei jedoch nicht pädophil. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Kindesmissbrauch in 14 Fällen vor.
Der Geistliche soll sich zwischen 1993 und 1998 am Sohn einer Freundin vergangen haben. Der Junge war anfangs fünf Jahre alt. Er lebte zeitweise im Pfarrhaus des 58-Jährigen in Unterfranken, die Mutter arbeitete dort einige Jahre als Haushälterin. Der Angeklagte hatte sich 2011 an den Missbrauchsbeauftragten seines Ordens gewandt und selbst angezeigt. „Ich bedauere die Taten zutiefst“, sagte er.

In dem Verfahren sind zunächst zwei weitere Prozesstage in dieser Woche angesetzt. Der Orden des Angeklagten hatte dem jungen Mann im vergangenen Jahr 80 000 Euro als Wiedergutmachung gezahlt.

Ma11 mit Psychiatrie und WEGA-Hand in Hand!

 
 Quelle: http://kurier.at/chronik/wien/nach-polizeieinsatz-muss-sophie-z-wieder-in-der-psychiatrie-leben/28.189.783

Letztes Update am 24.09.2013, 19:00
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Nach Polizeieinsatz muss Sophie Z. wieder in der Psychiatrie leben Nach Tauziehen von Eltern und Behörden ist die 13-Jährige wieder im AKH gelandet.

Es war nicht der erste Einsatz der Sondereinsatzgruppe WEGA gegen den Vater der 13-jährigen Sophie Z. (Name von der Red. geändert). Wie berichtet, wurde Montagnachmittag die Wohnung von Florian F. gestürmt, weil er seine Tochter trotz Besuchsverbots bei sich untergebracht hatte. Bereits im März dieses Jahres war es zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen. Auch damals hatte die WEGA Sophie aus der väterlichen Wohnung geholt und auf die geschlossene Psychiatrie gebracht. Sophie ist auch jetzt – seit Montagnachmittag – wieder in der geschlossenen Abteilung des AKH.

Die Vorgeschichte: Sophie lebte bei ihrer Mutter, die mit der Erziehung des Mädchens offenbar überfordert war. Seit Sophie acht Jahre alt war, ist das Wiener Jugendamt in die Erziehung eingebunden. Was folgte, sind Drogen, mehrmalige Aufenthalte in der Psychiatrie, Psychopharmaka, schulische Misserfolge.

Seit einem Jahr hat Vater Florian F. wieder Kontakt zu Sophie. Sein Ansinnen ist es, die Tochter durch „enge Erziehung“ aus dem Dreieck Mutter – Amt – Psychiatrie herauszubekommen. Bis dato ohne Erfolg.

Das Jugendamt sah einen Aufenthalt auf dem Therapieschiff „Noah“ des gleichnamigen Arbeitskreises als Chance für Sophie an, sich aus dem Sumpf zu ziehen. Vergangene Woche wurde die 13-Jährige nach Portugal geflogen. Dort sollte sie demnächst, nach einer Eingewöhnungsphase, neun Monate auf der „Noah“ verbringen.
Flucht

Der Druck, den der Vater aufgebaut habe, veranlasste die Verantwortlichen, Sophie wieder nach Österreich zurückzubringen. Am Sonntagabend kam sie an. Doch anstatt zu ihrer Mutter und einer Sozialpädagogin zu gehen, kletterte sie in der Ankunftshalle des Wiener Flughafens unter der Absperrung durch (siehe Video auf kurier.at) und flüchtete im Getümmel mit dem Vater. Am Montag wurde sie von der WEGA aus dessen Wohnung geholt.

Mittlerweile hat sich auch ihr Freund beim KURIER gemeldet. Sophie hatte Anfang September für einige Tage bei dem 17-jährigen Thomas W. und seiner Mutter in Eisenstadt gewohnt. „Bei uns ist es ihr gut gegangen, sie hatte ihr eigenes Zimmer und Freiraum. Sie hat sich hier wohlgefühlt.“ Der 17-Jährige hofft nun, „dass sie bald wieder aus dem AKH kommt“. „Ich wünsche ihr, dass sie ein geordnetes Leben führen kann.“

Wie…weiterlesen und Bilder im Originallink