Fahndung nach Vergewaltiger, September 2013, Dreiländereck Schweiz, Frankreich, Deutschland

15. September 2013 11:57
Dreiländereck Schweiz, Frankreich, Deutschland Fahndung nach Vergewaltiger

Europaweit sucht die Polizei einen verurteilten Vergewaltiger, der nach einem Freigang verschwunden ist. Die Sozialtherapeutin, die ihn zu einer Reitstunde begleiten sollte, wurde in der Nähe von Genf tot aufgefunden. Der Mann gilt als extrem gefährlich
Die Polizei im Dreiländereck Schweiz, Frankreich und Deutschland fahndet mit Hochdruck nach einem verurteilten Vergewaltiger, der nach einem Freigang zu einer begleiteten Reitstunde verschwunden ist. Die Sozialtherapeutin, die ihn dabei beaufsichtigen sollte, war zunächst ebenfalls verschwunden und wurde am Freitag in der Nähe von Genf tot aufgefunden, wie die Genfer Staatsanwaltschaft mitteilte. Nachdem beide am Donnerstag von dem begleiteten Freigang nicht in das Gefängnis Champ-Dollon zurückgekehrt waren, wurde die Suche ausgelöst. An ihr beteiligten sich Polizisten aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland. Die Genfer Staatsanwaltschaft hat den mutmaßlichen Mörder zur europaweiten Fahndung ausgeschrieben.

Die Leiche der Psychologin wurde nach Polizeiangaben in Versoix bei Genf gefunden – unweit des Reitklubs, in dem die beiden zu einer Therapiestunde erwartet worden waren. Ihr Handy dagegen wurde nahe Basel geortet. Auf der Suche nach dem mutmaßlichen Täter Fabrice A. gab es den Angaben zufolge am Freitagmittag unter anderem einen Großeinsatz der Polizei im deutschen Grenzort Weil am Rhein. Rund 60 Sicherheitskräfte durchsuchten einen Gasthof sowie einen Spielsalon. Die Ermittler seien noch dabei, Spuren zu sichern, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Das Handy des Mannes, das in Südbaden geortet worden war, sei inzwischen gefunden, hieß es am Samstag. Es sei gut möglich, dass sich der Gesuchte nach wie vor in der Nähe aufhalte.
Der 39-Jährige hat die Schweizer sowie die französische Nationalität. Er war in Frankreich im Jahr 2003 wegen Vergewaltigung verurteilt worden, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA meldete. 2008 wurde der zu insgesamt 20 Jahren Gefängnis verurteilte A. nach Genf ausgeliefert, wo er die Strafe absitzen sollte.

Nachdem er einen Teil der Strafe verbüßt hatte, wurden ihm laut SDA aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens begleitete Freigänge gestattet. Ein erstes Mal habe dies am 3. September stattgefunden. Nach dem Fund der Leiche zeigte sich die Genfer Stadtverwaltung schockiert und suspendierte bis auf weiteres alle Freigänge in Genfer Haftanstalten.
Foto vom gesuchten Vergewaltiger: http://www.sueddeutsche.de/panorama/dreilaendereck-schweiz-frankreich-deutschland-fahndung-nach-vergewaltiger-1.1770742
Ist Quelle und Originallink

Kinderpronoring international, rießig, mit Lehrern und Kinderbetreuer:

Quelle und originallink: http://www.n-tv.de/panorama/Europol-hebt-Porno-Ring-aus-article634512.html?fb_action_ids=397213210400473&fb_action_types=og.recommends&fb_source=other_multiline&action_object_map={%22397213210400473%22%3A10150245616321938}&action_type_map={%22397213210400473%22%3A%22og.recommends%22}&action_ref_map=[]

Donnerstag, 10. Dezember 2009
Lehrer und Kinderbetreuer

Europol hebt Porno-Ring aus
Bei einer europaweiten Polizeiaktion zur Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Kinder sind nach offiziellen Angaben 115 Verdächtige festgenommen worden. Wie die Polizeibehörde Europol mitteilte, sind einige der Festgenommenen Lehrer und Kinderbetreuer. Es habe Razzien in 19 Ländern gegeben.

Die internationalen Ermittlungen gegen den Kinderporno-Ring hätten sich über zwei Jahre erstreckt. Dabei seien fünf Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren identifiziert worden, die Opfer sexueller Verbrechen geworden seien, teilte Europol mit. Insgesamt 221 Verdächtige seien ermittelt worden.

„Sexueller Missbrauch von Kindern ist eines der schlimmsten Verbrechen“, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright. „Ich bin daher sehr zufrieden, dass wir diese Täter identifiziert und festgenommen haben.“ Noch mehr sei er froh, dass die Kinder ihren Peinigern entrissen worden seien.

Die Ermittlungen sind den Angaben zufolge von österreichischen Polizisten geleitet worden. Sie hätten herausgefunden, dass ein Internetanbieter als Verteilweg für Kinderpornografie gedient habe. Europol habe daraufhin den Weg der Daten zurückverfolgt. Die Spuren führten nach Österreich, Belgien, Bulgarien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Polen, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Spanien, die Schweiz und Großbritannien.

Quelle: n-tv.de , rts

Wir danken Rob Wainwright für die gute Arbeit!

Strafverteidiger: Justiz in Deutschland bei Sexualdelikten nicht sensibel genug

Strafverteidiger: Justiz in Deutschland bei Sexualdelikten nicht sensibel genug
Freigeschaltet am 09.09.2013 um 06:34 durch Manuel Schmidt
Der Hamburger Strafverteidiger Johann Schwenn hat die Justiz in Deutschland kritisiert, nicht sensibel genug mit Sexualdelikten umzugehen. Der Fall einer Lehrerin , die derzeit in Darmstadt vor Gericht steht, weil sie einen Kollegen fälschlicherweise der Vergewaltigung beschuldigt haben soll, sei dafür ein gutes Beispiel.

„Falschbeschuldigerinnen können weiterhin risikolos ihre Behauptungen in die Welt setzen und Leben zerstören“, kritisierte Schwenn in der „Welt am Sonntag“. Es sei eine Ausnahme, dass es jetzt in diesem Fall überhaupt zur Hauptverhandlung komme. „Normalerweise versuchen die Staatsanwaltschaften ihres schlechten Gewissens wegen alles, um solche Fälle unter den Teppich zu kehren.“

In dem Fall, den der Strafverteidiger anführt, hatte die Lehrerin 2001 ihren Kollegen beschuldigt, sie in der Schule missbraucht zu haben. Dieser war dafür zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, die er auch absaß. Erst 2011, zehn Jahre später, wurde ihm in einem Wiederaufnahmeverfahren zweifelsfrei die Unschuld bescheinigt. Kurz darauf verstarb er. Seit Mai wird nun gegen die Lehrerin in Darmstadt wegen schwerer Freiheitsberaubung verhandelt.

Sie soll den Kollegen beschuldigt haben, um sich seiner im Kampf um einen besseren Posten zu entledigen, so die Staatsanwaltschaft Darmstadt. Ihr drohen zehn Jahre Haft. Schwenn ist überzeugt, dass in manchen Gerichten aus falsch verstandenem Opferschutz die Rechte von Beschuldigten nicht genug beachtet werden: „Wenn Opferschutz und Voreingenommenheit dazu führen, dass man kritische Fragen unterlässt, führt das zu Fehlurteilen“, sagte Schwenn. Am Montag werden in Darmstadt die Plädoyers gehalten, ….

Quelle: dts Nachrichtenagentur
Originallink: http://www.extremnews.com/nachrichten/vermischtes/37f8148b3ac63e3

Zum Thema Inzest: Grünen-Politiker Ströbele will Inzest erlauben

Forderung nach Abschaffung des Paragrafen 173G rünen-Politiker Ströbele will Inzest erlauben

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele will den Inzest-Paragrafen in Deutschland abschaffen. Das Inzest-Verbot passe nicht mehr in unsere Zeit und unsere Auffassung von Familie.
Das Inzest-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) gegen einen 34-jährigen Leipziger hat für kontroverse Reaktionen gesorgt. Am heftigsten reagierte wohl der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Er will Sex zwischen Geschwistern und anderen nahen Verwandten erlauben und verlangt eine Abschaffung des Inzest-Paragrafen. „Das ist ein einsames Relikt aus anderen Zeiten, in denen ja auch noch der Ehebruch strafbar war, das haben wir auch abgeschafft“, sagte Ströbele dem Nachrichtensender N24. Der Paragraf 173 passe „in diese Zeit der geläuterten Auffassung über Ehe und Familie nicht mehr hinein. Er muss so weg“.

Im Gegensatz zu Ströbeles Vorschuss reagierte der Deutsche Ethikrat positiv auf das Urteil. Sexuelle Selbstbestimmung sei zwar wichtig, sie sei aber „mit Sicherheit nicht grenzenlos“, erklärte der Vorsitzende des Gremiums, Edzard Schmidt-Jortzig. Die traditionelle Familie müsse geschützt und von „Konkurrenz-Sexualitäten“ freigehalten werden. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) regte eine Debatte über das Thema an und forderte bessere Hilfsangebote für Betroffene.

Es müsse überlegt werden, wie strafrechtliche Sanktionen durch „verbesserte familiengerichtliche Lösungsmöglichkeiten“ ergänzt werden könnten – etwa durch eine therapeutische Betreuung von Geschwistern, die bereits als Kinder inzestuöse Beziehungen hätten, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Das Strafrecht könne den Inzest frühestens verhindern, wenn die Kinder strafmündig sind. „Der Schaden, den das Strafrecht verhindern will, ist dann aber schon oft eingetreten.“

Strafrecht soll keine Moralverstöße sanktionieren
Der Justiziar der Linken-Fraktion im Bundestag und ehemalige BGH-Richter Wolfgang Neskovic sprach von einer „mutlosen Entscheidung“. Das Strafrecht solle „nicht dazu dienen, Moralverstöße zu sanktionieren, sondern die Verletzung von Rechtsgütern und sozialschädliches Verhalten“. Bei einvernehmlichen Beziehungen zwischen Geschwistern werde niemand geschädigt.

Am Donnerstag hatte der EGMR die Beschwerde des 34-jährigen Patrick S. abgewiesen, der in dem Verbot Sex mit seiner Schwester zu haben einen unzumutbaren Eingriff in seine Menschenrechte sah. Das Straßburger Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Patrick S. kann dagegen binnen drei Monaten Rechtsmittel einreichen. Der Gerichtshof kann die Klage dann zur Überprüfung an die Große Kammer mit 17 Richtern verweisen. Er muss dies aber noch nicht tun. Der Klägeranwalt Endrik Wilhelm hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden,
…..

Weiterlesen, Originallink: http://www.focus.de/politik/deutschland/er-muss-weg-gruenen-politiker-stroebele-will-inzest-paragrafen-abschaffen_aid_736743.html

STIMME RUSSLANDS Vom 10 bis zum 16 Lebensjahr wurde Norbert Denef von einem Priester missbraucht.

STIMME RUSSLANDS Vom 10 bis zum 16 Lebensjahr wurde Norbert Denef von einem Priester missbraucht. Als Entschädigung bekam Denef 25 000 Euro vom Bistum Magdeburg ausgezahlt.  Aber kann man ein kaputtes Leben mit 25 000 Euro wiedergutmachen?

Norbert Denef über sexualisierte Gewalt in Deutschland.

Norbert Denef, vom 10. bis zum 16. Lebensjahr von einem Priester missbraucht und vom Bistum Magdeburg mit 25 000 Euro entschädigt, fordert personelle Konsequenzen. Denef, Vorsitzender des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt, findet: „Cohn-Bendit muss zurücktreten.“ Eine Stellungnahme zu Cohn-Bendit gibt es von den Grünen nicht.

Herr Denef, eine der Hauptforderungen des „NetzwerkB„ ist die Aufhebung der zivilrechtlichen Fristen für Schadensersatz für die Betroffenen von sexualisierter Gewalt. Wie sieht die heutige Gesetzeslage aus und welche Änderungen des Gesetzes fordern Sie?

Norbert Denef: Ich möchte von hinten anfangen. Wir fordern die generelle Aufhebung der Verjährungsfristen bei sexualisierter Gewalt nicht nur im Zivilrecht, sondern auch im Strafrecht.
Denn nur im Zivilrecht die Verjährungsfristen aufzuheben – das bringt den Betroffenen nicht viel, denn ohne ein Urteil im Strafrecht ist eine Klage im Zivilrecht ist kaum möglich.

Heißt das, dass die Sexualstraftaten, die vor x-jahren begangen wurden, nicht strafrechtlich verfolgt werden?

Norbert Denef: Ja, das ist richtig. Wir diskutieren hier in Deutschland seit Anfang 2010, seit dem die Missbrauchsfälle im Canisius-Kolleg, der Odenwaldschule und anderen öffentlich wurden. Es ist klar geworden, dass die meisten Betroffenen erst nach Jahrzehnten darüber reden können. Und die neue Gesetzeslage, die die jetzige Bundesregierung CDU/CSU mit der FDP durchgesetzt hat, ist lediglich eine Erhöhung von drei Jahre. Das heißt 18 bis 21 Lebensjahr sind es jetzt.

Aus welchem Grund ist es so schwierig das neue Gesetz durchzusetzen?

Norbert Denef: Schauen Sie, bei diesem Thema – sexualisierte Gewalt – was immer noch in den Köpfen oben drin ist: Na ja, so schlimm war es ja nicht, denn so sehen die Gesetze aus. Die meisten, die bestraft werden, kommen mit Bewährung davon, wenn überhaupt, wenn es überhaupt zu einer Klage kommt. Also das Thema wird ganz klein gehalten. Das ist in den Köpfen noch so drin, dass es halt nicht so schlimm ist, dieses Verbrechen. Und genau das müssen wir ändern. Da müssen wir ansetzen. Wir müssen sagen: Wir brauchen die Aufhebung der Verjährungsfristen! Wir brauchen die Anerkennung dieses Verbrechens! Und vor allem die Anerkennung der Schäden, die dadurch entstehen, lebenslange Schäden. Und die Täter, die lachen sich ins Fäustchen und kommen, wenn überhaupt mit einer Bewährungsstrafe davon, und müssen für die Schäden in keinster Weise aufkommen.

Hängt dies ihrer Meinung nach damit zusammen, dass, sollte sich die Gesetzlage ändern, würden sich Opfer zu Wort melden, die möglicherweise das politische Leben manches Spitzenpolitikers gefährden würden?

Norbert Denef: Das sehen wir in den letzten Wochen, wenn da ein Forscher einige Akten öffnet, dann kann es sehr schnell dazu kommen, dass Politiker in Schwierigkeiten kommen, weil sie sich in der Vergangenheit für die Aufhebung der Pädokriminalität eingesetzt haben. Wie wir jetzt bei den Grünen sehen, oder bei den Liberalen. Aber es geht durch die ganzen Parteien, das betrifft im Prinzip alle. Das betrifft auch die Christlichen. Da haben wir in den letzten Jahren sehr viel sehen müssen, was an die Oberfläche gekommen ist. Ich denke, da ist sehr viel Angst mit drin. Sehr viel Angst auch vor der eigenen Geschichte, Angst davor entdeckt zu werden. Vielleicht auch, dass entdeckt wird, dass man auch Opfer ist, denn wer möchte schon Opfer sein?! In der Politik hat bis jetzt noch niemand öffentlich gesagt – ich wurde auch sexuell missbraucht. Im Deutschen Bundestag gibt es nicht einen einzigen, der den Mut hatte das zu sagen. Denn wenn er es täte, würde er von seinen eigenen Kreisen ausgegrenzt. Schauen Sie ein Beispiel: Ich habe 2011 beim Bundesparteitag der SPD die Möglichkeit gehabt drei Minuten für einen Antrag zu sprechen, bei dem es um die Aufhebung der Verjährungsfristen ging. Nach drei Minuten haben alle Deligierten einstimmig zugestimmt, dass die Verjährungsfristen aufgehoben werden sollen, und bis heute ist nicht wirklich viel passiert. Wobei die SPD die einzige Partei ist, die mit ihrer Forderung weiter geht als die anderen.

Bei dem Videoportal Youtube, ist eine Videoaufnahme von einer französischen Talk-Show zu finden, in dem Grünenpolitiker Daniel Cohn-Bendit über die Sexualität eines Kindes urteilt. Für ihn sei die, Zitat: „etwas Fantastisches“. In seinem Buch „Der große Basar“ beschrieb er seine sexuellen Erlebnisse mit fünfjährigen Kinder, in der Zeit seiner Beschäftigung im Kindergarten. Warum reagiert die Öffentlichkeit heute ganz lässig auf solche Entdeckungen? Warum beschäftigt so ein Verhalten der Politiker keinen?

Norbert Denef: Der Beweis dafür war, dass Cohn-Bendit noch den Theodor-Heuss-Preis bekommen hat, wir von „NetzwerkB“ haben dagegen noch eine Demonstration organisiert. Wir haben protestiert. Wir haben gesagt: Schämt euch! Erst dann ist man vorsichtig wach geworden. Seit dem gab es ja auch diese Welle, dass man gesagt hat – da muss etwas aufgearbeitet werden, bei den Grünen. Und das ist ein Schlag ins Gesicht, wenn so jemand einen Preis kriegt. Da hat man versucht das runterzuspielen. Im Fall Cohn-Bendit sagen wir: Volker Beck und Daniel Cohn-Bendit waren diejenigen, die als Schreibtischtäter Pädokriminalität verherrlicht haben. Sie haben sich dafür eingesetzt, dass es überhaupt so weit kommen konnte in den 80-er Jahren. Das waren die Haupttäter, und die dürfen nicht in der Politik sein. Wir fordern den Rücktritt! Es kann nicht sein, dass solche Politiker in hohen Ämtern heute noch aktiv sind, und dafür sogar einen Preis kriegen.

Was ist Ihnen über die Opfer der Sexualstraftaten bekannt?

Norbert Denef: Ich schaue jetzt auf 20 Jahre zurück. Ich habe vor 20 Jahren mein eigenes Schweigen gebrochen, bin damit an die Öffentlichkeit gegangen.

Damals, als Sie an die Öffentlichkeit gegangen sind, wie ist es Ihnen damals ergangen? Haben Sie genug Unterstützung bekommen?

Norbert Denef: Nein! Das kann man heute noch klassisch nachlesen. Das habe ich schon damals in den Fachbüchern lesen können, was dann passiert, wenn man nach draußen ging.

Genau das ist auch eingetroffen. Das heißt die Abgrenzung aus der Familie. Ich habe das im Familienkreis bekannt gegeben im Beisein der beiden Täter.

Dann hat man mich von der Herkunftsfamilie bis zum heutigen Tag ausgegrenzt. Nicht nur aus der Familie, sondern auch aus der Kirchengemeinde und aus der ganzen Stadt.
Das heißt, wenn ich dort in die Stadt gehe, würde ich da nicht mehr alleine hingehen. Da gehe ich nur mit einem Fernsehteam hin, weil ich da Angst habe, dass irgendwelche Leute so viel Wut und Hass haben, dass sie mir was antuen könnten.

Daran erkennt man, auch an dem Weg den ich öffentlich gehe, wie die Familie, die Gesellschaft, wie die Politik…wie wir alle damit umgehen.
Alexander Sorkin
Berlin live Reportage, Berliner Büro, Berliner Büro
Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2013_09_10/Macht-und-ihre-Opfer-3420/

Originallink mit Audiodatei: http://german.ruvr.ru/2013_09_10/Macht-und-ihre-Opfer-3420/

Danke NetzwerB Hier der Link zu dem NetzwerkB für Betroffene: http://netzwerkb.org/

Solidaritätsbrücke A-D!

Deutsche Opfer-Hotline: Missbrauch war meist geplant

Katholische Priester haben ihre sexuellen Übergriffe auf Kinder und Jugendliche genau geplant. Das ist eines der „erschütternden Ergebnisse“, die die Auswertung der Gespräche der deutschen Hotline für Missbrauchsopfer erbrachte.

Das sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Triers Bischof Stephan Ackermann, Mitte Jänner in Trier. Jene Priester und Diakone hätten „sich das Vertrauen von Kindern erschlichen und diese dann auf schändliche Weise missbraucht“ – in der Kirche, in Heimen und in Internaten. Fast 8.500 Gespräche waren bei der Opfer-Hotline der katholischen Kirche geführt worden, die von Ende März 2010 bis Ende 2012 geschaltet war. Die Bewegung „Wir sind Kirche“ bedauerte die Einstellung der Telefonhotline.

Nach den Gesprächen mit Opfern, die meist über Vorfälle aus dem Zeitraum zwischen 1950 und 1980 berichteten, habe es keine Hinweise auf „zufalls- oder überfallartige Taten“ gegeben, sagte Ackermann. Die Täter hätten oftmals „die psychische Wirkung von Riten“ wie Gebeten oder Beichten ausgenutzt, um sich an den Kindern zu vergehen.

Ackermann: Aufklärung fortsetzen

„Besonders erschüttert hat mich, dass die Täter den Minderjährigen vortäuschten, ihre Handlungen seien ein Ausdruck liebender Verbundenheit mit Gott“, sagte Ackermann. Mehr als 60 Prozent der Anrufer gaben an, Opfer sexueller Gewalt gewesen zu sein. Die meisten von ihnen waren Männer.

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Triers Bischof Stephan Ackermann

Ackermann kündigte an, die Aufklärung auch nach dem Ende des Telefonservices fortsetzen zu wollen. „Wir wollen das Vertrauen nutzen, um mit allen Kräften heute und in Zukunft das Verbrechen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu verhindern.“ Die Bischöfe würden sich „weiterhin mit gleichbleibender Intensität und Konsequenz um eine gründliche und transparente Aufarbeitung bemühen“.

Das kriminologische Forschungsprojekt bleibe „ein wichtiger Baustein“ im Maßnahmenpaket der Kirche, so Ackermann weiter. Es gebe schon eine Reihe von Angeboten zu einem Neustart des Projekts. Wissenschaftler könnten sich „entgegen allen Unkenrufen“ offensichtlich die Bischofskonferenz als Partner vorstellen. Die durch die Beendigung der Zusammenarbeit mit Pfeiffer ausgelöste Debatte bezeichnete Ackermann als „herben Rückschlag in unserem Bemühen um die Aufarbeitung und Prävention sowie eine erneuerte Vertrauenswürdigkeit“.

Missbrauchsstudie gestoppt

Die katholische Kirche war bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in die Kritik geraten, weil sie eine wissenschaftliche Studie des Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer gestoppt hatte. Pfeiffer, der im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche aufklären sollte, warf der Kirche daraufhin Zensur vor.

Für den Kriminologen Christian Pfeiffer ist das Kontrollbegehren der Kirche „unzumutbar“

In der deutschen Wochenzeitung „Christ & Welt“ sagte Pfeiffer: „Ich soll nicht länger behaupten, dass die Kirche Zensurwünsche an uns gerichtet hat. Da ich das belegen kann, sehe ich keinen Grund, es zu unterlassen.“ Pfeiffer berichtete in der Beilage der „Zeit“ detailliert, wie die Kirche versucht habe, möglicherweise missliebige Forschungsergebnisse unter Verschluss zu halten.

Sie habe in den bestehenden Forschungsvertrag eine Blockadeklausel einbauen wollen, wonach eine Veröffentlichung von Ergebnissen seiner Missbrauchsstudie nur nach einer „ausdrücklichen vorherigen schriftlichen Zustimmung“ des Verbandes der Diözesen Deutschlands möglich gewesen wäre. „Zudem beanspruchte die Kirche ein Mitspracherecht bei der Auswahl von Mitarbeitern“, so Pfeiffer.

Pfeiffer: Angriff auf Forschungsfreiheit

Pfeiffer wertete den Vorgang als Angriff auf die Forschungsfreiheit und nannte das Kontrollbegehren der Kirche „unzumutbar“. Weiter sagte er in „Christ & Welt“, die Bischofskonferenz habe eine „präventive Zensur“ durchsetzen wollen. Außerdem habe er „Hinweise auf neue Aktenvernichtungen“ in mehreren Bistümern erhalten. „Neue Aktenvernichtungen wären ja vertragswidrig gewesen.“

Die katholische Kirche habe sich bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gut um Aufklärung bemüht, sagte hingegen Weihbischof Hans-Jochen Jaschke in einer ARD-Magazinssendung. „Im Ganzen muss man doch sehen, hat die Kirche, haben Menschen in der Kirche, sich viel, viel Mühe gegeben und nehmen die Menschen ernst und bringen sie endlich zum sprechen“, sagte der Weihbischof. Die Zuständigen hätten schnell bundesweit für Transparenzregeln gesorgt und in den Diözesen immer eine gute Urteilsfindung ermöglicht.

Die Missbrauchsgeschichte sei eine „ganz bedrückende Erfahrung“, so Jaschke. „Ich schäme mich bis heute angesichts der Opfer, die Menschen in der Kirche vertraut haben und so bitter enttäuscht sind.“

religion.ORF.at/dpa/AFP

Danke an den ORF für die kritische Berichterstattung!

Originallink:

http://religion.orf.at/stories/2567476/

Vergessen und missbraucht: Deutschland wird zum Markt für Menschenhändler

Opfer von Kinderprostitution werden immer jünger

Reuters Die Bundesregierung will stärker gegen Menschenhandel vorgehen: Hintermänner von Organhandel, Zwangsprostitution und Bettelkindern sollen härter bestraft werden
Tausende Kinder und Jugendliche werden jährlich zur Prostitution gezwungen. Die Opfer werden immer jünger. Ein Gesetz ließ lange auf sich warten. Nun soll ein Entwurf der Bundesregierung die Täter strenger bestrafen – doch immer noch nicht hart genug, kritisieren Verbände.
Es sind erschreckende Zahlen: Mindestens 40 000 Opfer – Kinder, Jugendliche und Frauen – werden in Europa jedes Jahr zur Zwangsprostitution gezwungen. Wie die „Welt“ am Samstag berichtet, ist die sexuelle Ausbeutung auch „in der Bundesrepublik ein großes Problem“. Deutschland sei ein wichtiger Markt für Menschenhändler.Die Masche der Täter ist meist die Gleiche: Sie locken ihre Opfer in Wohnungen, von denen es in Berlin beispielsweise dutzende gäbe, berichtete die Zeitung. Ausgestattet mit Spielzeug, Computer und Erwachsenen, die den Kindern zuhören und denen die oft vernachlässigten Opfer ihre Probleme erzählen können, werden sie fotografiert. Ihre Bilder werden dann an Freier geschickt. Allein im Berliner Bezirk Schöneberg soll es mehrere Lokale geben, in denen Kinder vermittelt würden. Oft sei die Kinderprostitution auch mit Adoption getarnt.

Jedes vierte Opfer ist unter 18 Jahre

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass mehr als jedes vierte Opfer unter 18 Jahre alt ist, schreibt „Die Welt“. In Deutschland entdeckten die Polizisten 2011 bei Kontrollen rund 650 Geschädigte. Mehr als jeder Zehnte war zwischen 14 und 17 Jahre alt. 13 Opfer sollen sogar jünger als 14 gewesen sein.

482 Verfahren wegen „Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung“ wurden 2011 abgeschlossen. Doch die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Viele Opfer müssten bei einer Aussage vor Gericht fürchten, ins Herkunftsland abgeschoben zu werden – womöglich würden sie dort wieder in die Hände der Menschenhändler fallen, schreibt die „Welt“. Deshalb muss den Opfern „eine Perspektive“ gegeben werden. „Sie brauchen Sicherheit über ihre persönliche Zukunft nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens“, sagt Heidemarie Rall, Expertin des Bundeskriminalamts für Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung, der Zeitung.

„Zwangsprostitution ist in der Bundesrepublik ein großes Problem“

Und was macht die Regierung während irgendwo in Deutschland Mädchen versklavt, Frauen missbraucht und Kinder zur Zwangsprostitution gezwungen werden? Sie lässt sich Zeit mit einem Gesetzesentwurf, der Opfern mehr Schutz bieten soll. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) kündigte vor fast zwei Jahren einen Entwurf an, der Menschenhandel und Zwangsprostitution erschwere, berichtete die „Welt“ weiter. Doch das Gesetzespaket scheiterte am Widerstand in den eigenen Reihen.

Die Regierung versucht nun, einen EU-Richtlinie aus dem Jahr 2011 umzusetzen. Ein Gesetzesentwurf, der Hintermänner von Organhandel, Zwangsprostitution und Bettelkindern härter bestrafen soll, wurde neu aufgearbeitet. Dieser soll fristgerecht zum 6. April dieses Jahres umgesetzt werden. „Der Menschenhandel zum Zwecke der Organentnahme, der derzeit lediglich als Beihilfe zu Straftaten nach dem Transplantationsgesetz strafbar ist“ soll „ausdrücklich (…) unter Strafe gestellt werden“, gehe es aus dem Entwurf des Justizministeriums hervor, berichtete die „Welt“.
Das geplante Gesetzt sehe vor allem zwei Änderungen der Strafprozessordnung vor: Zum einen solle auch Menschenhandel bestraft werden, der im Zusammenhang mit Bettelei, Organhandel, Drogenhandel und Diebstahl stehe, so die Zeitung. Zum anderen sollen künftig auch Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren nach Paragraph 233 des Strafgesetzbuches als besonders schutzbedürftig stehen, schrieb die „Welt.Ein erschreckender Fakt: Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vom September 2012 habe deutsche Bemühungen, Opfer zu schützen, seit 2010 sogar deutlich nachgelassen, berichtete die Zeitung.

Verbände kritisieren den Entwurf als „eine minimale Strafrechtsänderung“

Opposition und Opferverbände halten den Entwurf für unzureichend. „Die Bundesregierung glaubt offensichtlich, dass Menschenrechtspolitik sich darin erschöpft, Konventionen zu unterzeichnen und warme Worte zu sprechen“, sagte Volker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen der „Welt“. „Das Gegenteil ist aber der Fall. Es ist harte Arbeit.“ Nur wer den Opferschutz verbessere, könne das Dunkelfeld aufhellen und die Strafverfolgung verbessern, so die Zeitung.

Die Arbeitsgemeinschaft Ecpat, die Kinder vor sexueller Ausbeutung schützen will, kritisiert, der Entwurf des Justizministeriums sei „eine minimale Strafrechtsänderung“. Er setze vieles Wichtige von dem nicht um, was Brüssel in seiner Richtlinie fordere. Zudem erfülle Deutschland grundlegende Voraussetzungen nicht, um Kinder besser zu betreuen, die Opfer von Menschenhändlern geworden sind. Demnach fehlten Unterbringungsmöglichkeiten, schrieb die „Welt“.

Danke an Focus online für die gute kritische Berichterstattung!
Originallink:

20 Jahre Kinderrechtskonvention

20 Jahre Kinderrechtskonvention

Prof. Dr. Beate Rudolf © DIMR/S. Pietschmann

Es wird Zeit, das deutsche Recht systematisch zu überprüfen!

Gespräch mit Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, und Dr. Hendrik Cremer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut.

Wo steht Deutschland 20 Jahre nach Inkrafttreten der Kinderrechtskonvention?

Beate Rudolf: Die Bundesregierung hat im Jahr 2010 sämtliche Vorbehalte zur UN-Kinderrechtskonvention (KRK) zurückgenommen und sie damit vollumfänglich anerkannt. Dies war ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Jetzt muss sichergestellt werden, dass die Kinderrechte in Deutschland auch in der Praxis umgesetzt werden.

Hendrik Cremer:
Seit der Rücknahme der Vorbehalte sind die Bestimmungen der KRK innerstaatlich in allen Rechtsgebieten anwendbar. Allerdings wird die Bedeutung der Konvention für die Rechtspraxis in Deutschland noch nicht ausreichend erkannt. Mittlerweile gibt es aber immerhin einige Gerichtsentscheidungen, welche anerkennen, dass die KRK subjektive Rechte beinhaltet. Das heißt, sie sind als geltendes Recht in der innerstaatlichen Rechtsordnung zu beachten und Kinder können deren Beachtung verlangen.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Konvention?

Hendrik Cremer: Die KRK wird als Menschenrechtsvertrag mit Bindungswirkung für alle staatlichen Organe bis heute nicht ausreichend zur Kenntnis genommen. Allzu oft wird angenommen, jede Maßnahme, die vermeintlich Gutes für Kinder bringe, sei ein Beitrag zur Verwirklichung der KRK. Das kann durchaus so sein, muss es aber nicht. Beschwerdemöglichkeiten und Anlaufstellen für Kinder im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe beispielsweise können die Situation von Kindern verbessern. Das allein genügt nach der Kinderrechtskonvention aber nicht. Entscheidend ist vielmehr, dass ihr rechtebasierte Ansatz umgesetzt wird.

Beate Rudolf: Den rechtebasierten Ansatz der KRK umzusetzen heißt, Kinder als Rechtsträger ernst zu nehmen. Wer Rechtsträger ist, entscheidet grundsätzlich selbst, wie er oder sie das Recht ausüben will. Für Kinder und Jugendliche ist es dabei von zentraler Bedeutung, dass sie ihr Rechte kennen und gut darüber informiert sind, wie sie Rechte einfordern und durchsetzen können. Der Menschenrechtsbildung für Kinder und Jugendliche kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Hieraus ergeben sich weiterhin auch Bindungen für diejenigen, die mit Kindern umgehen oder in Bezug auf Kinder Entscheidungen zu treffen haben. Nach der KRK ist bei sämtlichen staatlichen Maßnahmen, die Kinder betreffen, das Wohl des Kindes grundsätzlich vorrangig zu berücksichtigen. Was das Wohl des Kindes ist, kann nicht von Erwachsenen einfach bestimmt werden. Vielmehr muss das betroffene Kind angehört werden. Seine Meinung ist angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife zu berücksichtigen. Der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen bringt deshalb das Kindeswohl und das Recht des Kindes auf Gehör in einen systematischen Zusammenhang und leitet hieraus auch die umfassenden Partizipationsrechte der Kinder und Jugendlichen ab.

In welchen Bereichen muss das Recht des Kindes auf Gehör beachtet werden?

Beate Rudolf: Art. 12 KRK ist für sämtliche Gebiete des deutschen Rechts bedeutsam. Das gilt etwa für das Schulrecht, das Familienrecht, die Kinder- und Jugendhilfe, etwa bei Krisen- und Notsituationen, das Sozialrecht, das Aufenthaltsrecht, das Asylrecht, oder im Bereich des Gesundheitswesens, um nur einige Beispiele zu nennen. Bei medizinischen Fragen, etwa der Entscheidung über irreversible ärztliche Eingriffe bei intersexuellen Kindern, oder im Umgang mit transsexuellen Kindern zeigen Berichte von Betroffenen und aktuelle Fälle, dass das Kindeswohl nach wie vor nicht hinreichend anhand der Meinung des betroffenen Kindes bestimmt wird.

Dr. Hendrik Cremer © DIMR/S. Pietschmann

Würde es helfen, Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen?

Hendrik Cremer: Gerade mit Blick auf die geringe Berücksichtigung der Kinderrechtskonvention im innerstaatlichen Rechtsraum erscheint es sinnvoll und geboten, im Grundgesetz zumindest die Subjektstellung des Kindes und wesentliche Prinzipien der KRK zu verankern. Dazu gehören neben dem Vorrang des Kindeswohls und dem Recht des Kindes auf Gehör das Diskriminierungsverbot und die Rechte auf Entwicklung und auf Bildung. Diese könnten dann als „Hebel“ beziehungsweise Ausgangspunkt für die Rechtsprechung dienen, sodass die Verpflichtungen aus der Kinderrechtskonvention ausreichend Beachtung finden und völkerrechtliche Verstöße vermieden werden.

Wo verlangt die Kinderrechtskonvention konkrete Änderungen des deutschen Rechts?

Hendrik Cremer: Bei dem Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen besteht, auch nach Einschätzung von UN-Menschenrechtsgremien, dringender Handlungsbedarf. Das gilt insbesondere für die menschenrechtlich unzulässige Verhängung von Abschiebungshaft gegen sie. Auch die Ausgrenzung von 16- und 17-Jährigen aus der Kinder- und Jugendhilfe und ihre Unterbringung in Asylbewerberunterkünften für Erwachsene verstößt gegen die Kinderrechtskonvention (Art. 20 KRK). Eine Herausforderung bleibt auch, das Recht aller Kinder auf Bildung zu verwirklichen. Das betrifft das Recht von Kindern und Jugendlichen ohne Aufenthaltsstatus auf gleichberechtigten Schulzugang ebenso wie strukturelle Diskriminierungen im Schulwesen, sei es rassistische Diskriminierung von Kindern mit Migrationshintergrund oder die Benachteiligung von Kindern aus sozial schwachen Familien.

Wie kann gewährleistet werden, dass das Recht in die Praxis umgesetzt wird?

Beate Rudolf: Die Kinderrechtskonvention verlangt, dass Bund und Länder systematisch ihre Gesetze und Praxis durchforsten, um die in der KRK verbrieften Rechte zu verankern und ihnen volle Wirksamkeit zu verschaffen. Hierfür müssen staatliche Stellen regelmäßig überprüfen, ob Fortschritte gemacht wurden, ob sich die gewählten Mittel als wirksam erwiesen haben oder ob neue Hindernisse aufgetreten sind. Außerdem bedarf es in allen Vertragsstaaten, wie der Kinderrechtsausschuss betont hat, eines kontinuierlichen unabhängigen Monitorings, um die staatliche Selbstüberprüfung kritisch zu begleiten. Hierbei ergänzen die Nationale Menschenrechtsinstitution und zivilgesellschaftlichen Organisationen einander. Menschenrechtsorientierung und Menschenrechtskompetenz sowie internationale Erfahrungen werden so mit den Erkenntnissen zusammengeführt, die durch Arbeit „an der Basis“ und durch das Eintreten für die Belange von Kindern gewonnen werden. Auch hierbei gilt es, der tragenden Rolle von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden, indem sie an Monitoringverfahren nicht nur beteiligt werden, sondern diese auch aktiv mitgestalten können. Ziel des gemeinschaftlichen staatsfreien Monitoring ist es, die Verwirklichung der KRK vollumfänglich sicherzustellen und die rechtspolitische Debatte an der Konvention auszurichten.

(DIMR)

Danke für das Engagement!

Originallink: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/themen/kinderrechte/schwerpunkte/kinderrechtskonvention/interview.html

USA: Pädophile Väter ‚kauften‘ Adoptivsohn, missbrauchten ihn sexuell und ‚vermittelten ihn weiter‘

Indianapolis: 40 Jahre Haft und 400.000 USD Schadenersatz für einen der beiden pädophilen ‚Väter‘, die ihren in Russland für 8.000 USD ‚gekauften‘ Adoptivsohn seit er 22 Monate alt war sexuell missbraucht und im Rahmen eines internationalen Kinderpornorings an mindestens acht Pädophile in den USA, Australien, Deutschland und Frankreich ‚weitervermittelt‘ haben.

2005 geboren, war er erst 5 Tage alt, als er von seiner russischen Mutter für 8.000 USD an den damals 34-jährigen Amerikaner Mark J. N. und dessen 29-jährigen australischen Freund Peter Tr. zur Adoption ‚verkauft‘ wurde. Es dauerte jedoch fast zwei Jahre, bis die australischen Behörden dem Kind ein Visum ausstellten. Während dieser Zeit reiste das Paar mit dem Kind viel – aber nicht nur wegen der schönen Landschaft in den besuchten Ländern, wie sich später herausstellen sollte.

Vor drei Jahren gab das Paar einem australischen Radiosender noch ein Interview, in dem es noch stolz über die Adoption berichteten: „Wir sind schwule Väter. Wir beschlossen, dass wir ein Kind wollen, denn es wäre Zeit für uns, eine Familie zu gründen…“ Im August 2011 wurde dann jedoch in Neuseeland ein Mann verhaftet, auf dessen Computer die Polizei Bilder vom Adoptivsohn des Paares fand. Zwar schien es sich dabei um Bilder eines normalen Familienausflugs zu handeln, den geübten Ermittlern kamen sie jedoch verdächtig vor, zumal das Kind darauf eher ‚zu posieren‘ schien. Die Beweise reichten damals jedoch nicht für eine Hausdurchsuchung aus, weshalb das Duo weiter unbehelligt blieb. Erst nach langem Studium der Chat-Protokolle und dem Fund weiterer Bilder kam es im Oktobern 2011 zur Durchsuchung des Hauses des Paares in Queensland. Als die Polizei dort tatsächlich verdächtiges, allerdings verschlüsseltes Material fand, informierten sie die Behörden in Los Angeles, wo sich Mark J.N. und Peter Tr. zu dieser Zeit aufhielten. Da das gefundene Material jedoch verschlüsselt war, reichten die Beweise immer noch nicht für eine Festnahme, die US-Behörden nahmen jedoch zumindest den Adoptivsohn der beiden in Obhut. Die pädophilen Väter scheuten sich jedoch nicht, weiter ihre Unschuld zu beteuern und klagten sogar vor dem US Familengericht gegen den Sorgerechtsentzug. Man habe ihnen das Kind nur deshalb weggenommen, weil sie schwul sind, behaupteten die schamlosen Verbrecher.

Im November 2012 deckte das FBI dann einen großen Kinderpornoring auf, der von Nebraska aus im Internet sein Unwesen trieb und dem rund 5.600 Personen angehört haben sollen. 24.000 Beiträge, fast alle davon im Zusammenhang mit Kinderpornografie, sowie über 10.000 Bilder von nackten, vergewaltigten oder anderwertig sexuell missbrauchten Kindern waren auf dieser Seite veröffentlicht. Im Zuge der Auswertung der Daten stieß man auch auf schreckliche Bilder von Missbrauch am Adoptivsohn von Mark J.N. und Peter Tr. Die beiden haben, so ergab die Auswertung der Daten, ihren Adoptivsohn nicht nur selbst sexuell missbraucht, als er erst knapp 22 Monate alt war, sondern ihn auch an mindestens acht weitere Pädophile in Australien, den Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutschland ‚weitervermittelt‘. Die Behörden sind überzeugt davon, dass die beiden das Kind nur zu diesem Zweck ‚gekauft und adoptiert‘ haben. „Für mich persönlich ist das der abscheulichste und schrecklichste Fall eines Kindesmissbrauchs, von dem ich in meiner ganzen Karriere gehört habe“, zeigte sich auch ein US-Ermittler gegenüber den Medien schockiert. Im Februar 2012 klickten dann für die beiden Pädophilen endlich die Handschellen.

Im US-Bundesstaat Indiana fand nun der Prozess gegen die beiden Pädophilen statt. Vor der Richterin genierte sich Mark J. N. nicht einmal, zu sagen: „Vater zu sein war eine Ehre und ein Privileg für mich, es waren die schönsten sechs Jahre meines Leben.“ Etwas, das sein mittlerweise 8-jähriger Adoptivsohn wohl nicht von sich behaupten kann. Glücklicherweise kannte die Richterin keine Gnade: Mark N. wurde zu 40 Jahre Gefängnis und zur Zahlung von 400.000 USD Schadenersatz an den missbrauchten Adoptivsohn verurteilt. Sein Partner – er hat die Taten bereits gestanden – wartet noch auf das Urteil.

Anmerkung: So schockierend, abscheulich und durch nichts zu rechtfertigen dieser Missbrauchsfall auch ist, möchten wir dennoch darauf hinweisen, dass dieser grausliche Fall des Missbrauchs durch zwei pädophile schwule Väter nur ein Fall von Tausenden ähnlich schrecklichen Fälle von Kindesmissbrauch ist, die im Zuge der Ermittlungen gegen den Kinderpornoring – dem rund 5.600 Personen angehört haben sollen – aufgedeckt wurden.

Quelle:

http://gayoesterreich.at/world/world-news/usa/4313-adoptivsohn-gekauft-sexuell-missbraucht-weitervermittelt.html

Danke an gayoesterreich für die kritische Berichterstattung!