Warum wir Opfer ein Berufsverbot fordern:

Quelle und vollständiger Bericht: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kindesmissbrauch-in-hamburg-kein-berufsverbot-fuer-erzieher-stefan-h-a-929722.html

Kindesmissbrauch: Warum ein verurteilter Erzieher kein Berufsverbot erhält

Von Dietmar Hipp, Julia Jüttner und Hendrik Ternieden

Der Erzieher Stefan H. missbrauchte Kinder in einer Hamburger Kita, er wurde zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt. Doch ein Berufsverbot sprach der Richter nicht aus. Nun fragen sich die Nebenkläger: Warum darf dieser Mann eines Tages wieder Kinder betreuen?

Hamburg – Eines seiner Opfer lockte Stefan H. in die „Gruselkammer“. So nannte der 30-jährige Erzieher den Waschkeller in einer Hamburger Kita, hier missbrauchte er einen kleinen Jungen, eines von fünf Opfern im Alter von drei bis neun Jahren. An einem vierjährigen Mädchen, das er als privater Babysitter ein Wochenende lang beaufsichtigen sollte, verging er sich in seiner Wohnung, machte Hunderte pornografische Aufnahmen.
All das hat H. vor dem Hamburger Landgericht gestanden, am Mittwoch wurde er zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten verurteilt. Nicht verhängt wurde: ein Berufsverbot. Nach seiner Freilassung wird H. wieder als Erzieher arbeiten dürfen.

Die Eltern der betroffenen Kinder reagierten entsetzt. In ihren Plädoyers hatten die Nebenklagevertreter – anders als die Staatsanwaltschaft – ein lebenslanges Berufsverbot gefordert. Nun fragen sie sich: Wieso darf dieser Mann eines Tages wieder Kinder betreuen?

Für ein Berufsverbot bei Ersttätern gelten ganz besonders strenge Anforderungen, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil vom 25. April klargemacht hat (AZ 4 StR 296/12). BGH-Sprecher Bertram Schmitt sagt, dass ein Berufsverbot bei einem Ersttäter nicht generell ausgeschlossen sei – es müsse nur besonders begründet werden.

Schwerwiegender Eingriff

Im Fall Stefan H. hob das Hamburger Landgericht auch dessen Bereitschaft hervor, sich „freiwillig in Therapie zu begeben“, wie eine Sprecherin sagt. Das sei „sehr ungewöhnlich“. Der Richter habe nicht mit der erforderlichen Sicherheit sagen können, „dass eine Rückfallgefahr besteht“. Der Vorsitzende Richter Ullrich Weißmann verwies in seiner Urteilsbegründung auch auf die geltende Rechtsprechung. Man fühle sich daran gebunden, sagte er in Bezug auf das BGH-Urteil.

Vor dem BGH ging es um folgenden Fall: Das Landgericht Kaiserslautern hatte den Gruppenleiter eines Kinderheims im November 2011 wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Ein Berufsverbot hatte das Gericht – entgegen der Forderung der Staatsanwaltschaft – nicht verhängt. Die Anklagebehörde legte Revision ein, scheiterte jedoch in Karlsruhe.

„Ein Berufsverbot ist ein schwerwiegender Eingriff, mit dem die Allgemeinheit, sei es auch nur ein bestimmter Personenkreis, vor weiterer Gefährdung geschützt werden soll“, heißt es im Urteil des BGH. Es dürfe nur verhängt werden, wenn die Gefahr bestehe, dass der Täter auch in Zukunft seinen Beruf zur Verübung erheblicher Straftaten missbrauchen werde.

Von entscheidender Bedeutung in dem Kaiserslauterer Fall war, dass der Erzieher bereits 2008 wegen Missbrauchs verurteilt worden war. Damals war ein dreijähriges Berufsverbot verhängt worden. Später stellte sich heraus, dass der Mann sich bereits vor den damals im Prozess verhandelten Straftaten an Kindern vergangen hatte. Er kam wieder vor Gericht, der Prozess endete mit der Verurteilung im November 2011: Haftstrafe ja, erneutes Berufsverbot nein. Das Landgericht Kaiserslautern ging davon aus, dass bei dem Mann keine Wiederholungsgefahr mehr bestehe, nachdem er nach der ersten Verurteilung nicht mehr straffällig geworden war, und lehnte deshalb ein weiteres, womöglich sogar unbefristetes Berufsverbot ab.

„Nie eine andere Sexualität ausgelebt“

Wichtig war auch die Beurteilung einer Gutachterin. Sie war zwar zu dem Schluss gekommen, dass sich an der sexuellen Vorliebe des Mannes für junge Mädchen nichts ändern werde und zum Beispiel bei einer Tätigkeit in einem Kinderheim immer die Gefahr eines Rückfalls bestehe. Allerdings, so die Gutachterin, könne der Mann seine Devianz offenbar kontrollieren und die Folge weiterer Straftaten für sich abschätzen. Zudem hatte der Täter seinen Beruf in der Zwischenzeit bereits gewechselt.

Aus diesen Gründen bezweifelt die Nebenklage des Hamburger Prozesses die Vergleichbarkeit der Fälle. „Die BGH-Entscheidung ist nicht einschlägig“, sagt Rechtsanwältin Sonja Görner, die vor Gericht eines der Opfer vertrat. Das BGH-Urteil beziehe sich zwar auch auf einen Ersttäter, allerdings habe dieser bereits seinen Beruf aufgegeben und sei auch intellektuell in der Lage gewesen, seinen Trieb zu beherrschen.

Anders sei die Lage bei Stefan H., der sich selbst als pädophil bezeichnete und laut Görner noch nie sexuellen Kontakt zu einer Frau oder einem Mann hatte – sondern nur zu Kindern. „Er hat nie eine andere Sexualität ausgelebt“, konstatiert die Anwältin. Somit liege eine sogenannte Kernpädophilie vor.
Die sexuellen Bedürfnisse eines Kernpädophilen beziehen sich ausschließlich auf Kinder, die meist in der Vorpubertät oder einer frühen pubertären Phase stehen – sowohl Jungen als auch Mädchen. „Kernpädophilie ist nicht behandelbar“, sagt Görner.

Die Hamburger Nebenkläger haben nach Paragraf 400 der Strafprozessordnung keine Möglichkeit, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. „Uns sind die Hände gebunden“, sagt Görner. Stefan H. wird einen Eintrag ins Führungszeugnis bekommen, doch dieser wird nach zehn Jahren gelöscht.

Die Strafe von fünf Jahren und zwei Monaten beurteilen die Nebenklagevertreter unterschiedlich. Den Opfern wurde erspart, vor Gericht auszusagen. „Das ist sehr hoch zu bewerten“, sagt Görner. „Aber das Strafmaß gibt nicht den Unrechtsgehalt wieder.“ Es sei zu befürchten, dass ……

Hier werden Betroffene und Hinweise gesucht!:

Quelle: http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/2600-kindesmissbrauch-faelle-werden-jaehrlich-in-nrw-angezeigt-id8440866.html

2600 Kindesmissbrauch-Fälle werden jährlich in NRW angezeigt

An Rhein und Ruhr. Sexueller Missbrauch von Kinder und Jugendlichen ist in NRW alltäglich. Durchschnittlich 2 665 Fälle wurden seit 2008 jedes Jahr angezeigt. Studien gehen von weitaus mehr Opfern aus. Es gibt Strukturen und Abläufe, die sich bei vielen Fälle wiederholen. Ein aus realen Vergehen konstruierter Fall

Lotta steht mit ihren Freundinnen auf dem Schulhof, als ihr Handy piept: eine SMS. Lotta zieht das Telefon aus ihrer Tasche und liest die Nachricht. Sie lächelt, aber schreibt nicht zurück. Die neugierigen Fragen ihrer Freundinnen wehrt sie ab. Nein, es ist nicht der hübsche Junge aus der 10b. Schnell schiebt Lotta ihr Handy zurück in die Tasche. Lotta ist 13 Jahre alt, als Herr Arnold ihr diese erste SMS schreibt.
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Ein Jahr später beschlagnahmt die Polizei Lottas Handy und ihren Computer. Die Beamten werten unzählige SMS und E-Mails aus und finden Fotos, die Geschlechtsteile zeigen; auf manchen posiert Herr Arnold, auf einem ist er nackt.

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Herr Arnold ist Lottas Lehrer. Ein lockerer Typ, den die Schüler mögen. Er unterrichtet Englisch und Sport. An jenem Tag, als er ihr mittags die erste SMS schreibt, hat die Klasse nachmittags Turnen bei Herrn Arnold. Danach, am frühen Abend, schickt er ihr noch eine SMS. Dieses Mal antwortet Lotta.
Die Dunkelziffer bei sexuellem Missbrauch ist wahrscheinlich extrem hoch

Ein Jahr später steht für die Polizei fest, dass sich der Lehrer Arnold, Alter Mitte 30, seit vielen Monaten an seiner 13-jährigen Schülerin vergreift. Er hat mit ihr geschlafen. Sie hat ihn oral befriedigt; einmal sogar in der Schule.

Sexueller Missbrauch ist alltäglich. Das zeigen die Polizeiliche Kriminalstatistik und Daten des Landeskriminalamtes, die dieser Zeitung vorliegen: 2 665 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern wurden seit 2008 im Durchschnitt jedes Jahr in NRW angezeigt.

Die tatsächliche Zahl wird um ein Vielfaches höher sein. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zeigt, dass nur jeder fünfte Übergriff angezeigt wird. Hochgerechnet würde dies für NRW jährlich mehr als 13 300 Missbrauchsfälle bedeuten. Es gibt Wissenschaftler, die noch krassere Zahlen nennen.

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Werner Tschan, ein Schweizer Psychiater, der sich mit Missbrauch in Schulen, Heimen oder Vereinen beschäftigt, sagt: „Die Dunkelziffer ist enorm hoch. Und es gibt Beratungsstellen, die raten Opfern ab, ihren Fall zu melden, die sagen: Der Druck ist viel zu groß.“ So verfährt immer wieder auch „Zartbitter“, ein Kölner Hilfsverein. Dessen Leiterin, Ursula Enders, sagt, sie werde Strafanzeigen erst wieder unterstützen, wenn der Umgang mit Opfern während der Ermittlung und vor Gericht verbessert werde.

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Die Opfer von sexuellem Missbrauch schweigen oft – aus Angst, Scham oder Schuldgefühl

Viele Opfer schweigen, weil sie sich nicht trauen, über ihre Erlebnisse zu sprechen – aus Scham, aus Angst oder weil sie sich schuldig fühlen für das Verbrechen, das ihnen angetan wurde.

Auch Lotta leugnet, als ihre Eltern die Fotos auf dem Computer finden. Die Eltern zeigen Herrn Arnold an. Die Polizei ermittelt und stellt Lotta unangenehme Fragen. Sie schweigt. Eines Abends kann sie nicht mehr und erzählt ihren Eltern vom coolen Lehrer, von den SMS, vom ersten Treffen und vom Sex.

Lotta heißt in Wirklichkeit nicht Lotta. Und Herr Arnold heißt nicht Herr Arnold. Die Opfer wollen und sollen anonym bleiben. Diese Geschichte und ihre beiden Charaktere sind deshalb konstruiert – aus realen Fällen an Schulen oder in Sportvereinen in NRW, aus Gerichtsverhandlungen, aus Medienberichten, aus Büchern und aus Gesprächen mit Forschern, Pädagogen und Opfern. In ihren Mustern gleichen sich viele Fälle, sind typisch.

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Seite 2: Die Täter suchen sich gezielt Jobs in Schulen, Internaten, Kinderheimen oder Sportvereinen

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Das heißt: Es gibt Anzeichen für sexualisierte Gewalt, die erkennbar sind, es gibt Strukturen und Abläufe, die zu verhindern sind. Es ist kein Zufall, dass Herr Arnold ein Mann ist. Bis zu 90 Prozent der Täter sind männlich.

Es ist auch kein Zufall, dass Herr Arnold Lehrer ist – er bringt zwar einen Berufsstand in Verruf. Täter aber gehen meist gezielt vor, erklärt Tschan. Oft suchen sie sich dort eine Aufgabe, wo sie Kindern und Jugendlichen nahe kommen, an Schulen, Internaten, Heimen oder in Sportvereinen. Herr Arnold könnte auch Kindergärtner sein, Trainer, Jugendbetreuer oder Gitarrenlehrer. Sexuelle Übergriffe sind überall dort möglich, wo Erwachsene Kindern begegnen. Dazu sagt Tschan: „Institutionen sind Hochrisikobereiche.“
In den meisten Fällen von sexualisierter Gewalt kann oder will das Umfeld die Taten nicht erkennen

Es ist auch kein Zufall, dass Herr Arnold beliebt ist. „Das Hauptproblem ist, dass sich das niemand vorstellen kann“, sagt Tschan. „Dann heißt es: Der doch nicht! Es gibt meistens jemanden, der die Grenzverletzungen, die sexualisierte Gewalt, nicht erkennt, nicht wahrnehmen will oder schlicht wegschaut. Das große Problem der Institutionen war und ist ihre Blauäugigkeit.“

Täter nutzen das, geben sich hilfsbereit und fallen nicht unangenehm auf. „Täter verschleiern und tarnen ihre Taten“, sagt Tschan. Sie wissen in aller Regel, dass sie Unrecht tun.

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Auch Herr Arnold, verheiratet, zwei Kinder, weiß das. Er ist selbst überrascht, dass er sich zu Lotta hingezogen fühlt. Aber er folgt seinen Trieben, die er später vor Gericht „Gefühle” nennt. Lotta ist verliebt. Sie glaubt, auch er spiele das Spiel der Liebe, und malt immer, wenn sie sich heimlich treffen, ein rotes Herzchen in ihren Kalender.

Der holländische Psychotherapeut Ruud Bullens schreibt in einem Aufsatz: „Es sieht häufig so aus, als ob der Täter über einen ‚sechsten Sinn’ verfügt, um die spezifische Verletzbarkeit eines Kindes zu entdecken und voll auszunutzen.“
Die Täter machen ihre Opfer willig und abhängig, sie drohen und fordern Verschwiegenheit

Sexueller Missbrauch ist immer auch der Missbrauch von Macht. Opfer folgen häufig ihrem Wunsch nach Anerkennung oder Liebe. Täter schaffen Abhängigkeiten, drohen mit dem Entzug ihrer Aufmerksamkeit, fordern Schweigen.

Herr Arnold stellt für Lotta Regeln auf. Erstens: Wir genießen uns. Zweitens: Wir sprechen mit niemandem darüber. Weil wir drittens etwas ganz Besonderes sind. Herr Arnold weiß, dass er Lotta kontrollieren muss. Wenn sie jemandem von ihm erzählt, dann bricht sein Leben zusammen, dann verliert er seinen Job, seine Frau, seinen Ruf.

Als die Schule von dem Fall erfährt, reagiert sie – anders als manch andere Einrichtung in der Vergangenheit – schnell und suspendiert den Lehrer unmittelbar. Er gesteht und wird verurteilt, zu knapp unter zwei Jahren Bewährung. An einen Hilfsverein und an Lotta muss er je einen vierstelligen Betrag zahlen.

Weitere Berichte, Dokumentationen und Interviews finden Sie auf unserem Blog über sexuellen Missbrauch in NRW. Wir recherchieren weiter über sexuellen Missbrauch in NRW. Und wir interessieren uns für Ihre Infos. Sie haben Tipps oder Hinweise? Dann kontaktieren Sie uns, gerne auch vertraulich. Über das oben genannte Blog erreichen Sie uns anonym. Sie können uns auch direkt schreiben an recherche@waz.de

Florian Bickmeyer, Pirkko Gohlke, Jennifer Rüdinger, Gianna Schlosser und David Schraven

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Prozesse Katholischer Priester gesteht Kindesmissbrauch

Vom Dienstag, 24.09.2013, 14:01
Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-katholischer-priester-gesteht-kindesmissbrauch_aid_1110797.html?fbc=fb-fanpage-panorama&utm_content=1380049149484385

Ein katholischer Priester hat vor dem Landgericht Würzburg den wiederholten sexuellen Missbrauch eines Jungen gestanden. „Ich möchte im Wesentlichen der Anklage zustimmen“, sagte der 58-Jährige. Er sei jedoch nicht pädophil. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Kindesmissbrauch in 14 Fällen vor.
Der Geistliche soll sich zwischen 1993 und 1998 am Sohn einer Freundin vergangen haben. Der Junge war anfangs fünf Jahre alt. Er lebte zeitweise im Pfarrhaus des 58-Jährigen in Unterfranken, die Mutter arbeitete dort einige Jahre als Haushälterin. Der Angeklagte hatte sich 2011 an den Missbrauchsbeauftragten seines Ordens gewandt und selbst angezeigt. „Ich bedauere die Taten zutiefst“, sagte er.

In dem Verfahren sind zunächst zwei weitere Prozesstage in dieser Woche angesetzt. Der Orden des Angeklagten hatte dem jungen Mann im vergangenen Jahr 80 000 Euro als Wiedergutmachung gezahlt.

Wieder Ma11 und Psychiatrie:

Quelle: http://derstandard.at/1379292077847/Im-Namen-des-Kindeswohls

Im Namen des Kindeswohls

Elisabeth Steiner, 25. September 2013, 18:10 In Kärnten sorgt ein krasser Fall von Kindesentzug durch das Jugendamt für Diskussionen. Drei Buben wurden ihrer Mutter abgenommen und in die Psychiatrie überstellt. Von dort flüchteten sie, jetzt müssen sie auf getrennte Pflegeplätze

Klagenfurt – Dienstagmittag gegen 13 Uhr. Der achtjährige Armin S. (Name von der Redaktion geändert) wird von einer Sozialarbeiterin des Kärntner Jugendamts von der Schule abgeholt. Auf dem Weg zur Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Klagenfurt (NPKJ) wird ihm erklärt, dass er sich jetzt von seinen älteren Brüdern, 13 und 11 Jahre alt, verabschieden muss. Armin muss in Windeseile seine Sachen packen, dann wird er in ein Kinderheim bei Villach gebracht. Mutter Eva S. erfährt dies erst, nachdem Armin schon weg ist. Die beiden älteren Brüder sollen in der Nähe von Wien untergebracht werden

Es ist dies ein weiterer Akt in einem seit Monaten laufenden Drama um eine Mutter, deren drei Söhne vom Jugendamt abgenommen und überfallsartig in die NPKJ eingeliefert wurden. Nach drei Monaten stationärem Aufenthalt dort („Zwangspsychiatrierung“ nennt es die Mutter), flüchten die beiden älteren Buben. Die Mutter holt sie mit dem Auto ab und bringt sie wieder in die Psychiatrie zurück. Doch die Kinder verriegeln die Türen und weigern sich aus dem Auto auszusteigen.

Schwere Vorwürfe gegen Jugendamt

Ein stundenlanges Tauziehen zwischen Ärzten, Betreuern und der herbeigerufenen Polizei beginnt. Dieses endet damit, dass die Kinder wieder in der NPKJ zurückgebracht werden und die Mutter zwangsweise einem Amtsarzt vorgeführt wird – wegen Suizidgefahr. Diese bestätigt sich nicht. Frau S. wird der Kontakt zu ihren Kindern eingeschränkt und zuletzt gänzlich untersagt. Sogar die Türen zur NPKJ werden mit einer undurchsichtigen Folie verklebt, damit es keinerlei Sichtkontakt mehr gibt. Sie soll ihre Kinder zur Flucht manipuliert haben.

Frau S. erhebt nun schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt und die NPKJ. Sie sieht sich als Opfer des Jugendamts, das ihre und der Kinder Menschenrechte verletze. Dieses habe ihr die Kinder nur entzogen, weil sie nicht in allen Punkten mit dessen angeordneten Maßnahmen einverstanden gewesen sei. Die Familie würde jetzt zerrissen und den Kindern damit großer Schmerz zugefügt. Frau S. will aber um ihre Kinder weiterkämpfen. Wegen ihrer Zwangsvorführung beim Amtsarzt hat sie eine Amtsmissbrauchsanzeige an die Staatsanwaltschaft geschickt – gegen den Leiter der NPKJ und eine involvierte Ärztin.

Vor Gericht läuft derzeit das Obsorgeverfahren. Es muss nun entscheiden, was mit den drei Buben passieren soll. Sie haben verschiedene Väter, die sich nach Jahren der Absenz plötzlich auch für die Obsorge interessieren.

Kein Einzelfall

„Leider ist das in Kärnten kein Einzelfall, dass das Jugendamt Müttern die Kinder entzieht, die nicht alles akzeptieren wollen, was ihnen von Amts wegen vorgeschrieben wird“, sagt der Anwalt von Eva S. Farhad Paya. Das Jugendamt reagiere auf Widerstand mit brachialem Druck. Frau S. sei „vielleicht eine schwierige Person“, doch das rechtfertige diese Vorgangsweise nicht. Paya verweist auf zwei ähnliche Fälle, in denen das Gericht dem Jugendamt die Obsorge wieder entzog. Die Kinder von Frau S. seien weder missbraucht, noch misshandelt oder sonst wie schlecht von ihrer Mutter behandelt worden. „Frau S. hat lediglich einen etwas unkonventionelleren Lebenswandel und Erziehungsstil als Normalbürger.“ Auch die NPKJ sieht Paya kritisch: „Man agiert wie ein verlängerter Arm des Jugendamts“.

An der offensichtlichen Eskalation im Fall S. will niemand schuld sein. Jugendamt und NPKJ weisen alle Vorwürfe zurück und schieben den Ball Frau S. zurück. Einen konkreten Anlass für den Entzug der Kinder kann die Leiterin des Jugendamts Andrea Müller-Tschebull nicht nennen: aus Gründen der Amtsverschwiegenheit. Es habe sich in der mehrjährigen Begleitung der Familie ein Gesamtbild ergeben, das den Kindesentzug wegen „Gefahr in Verzug“ unumgänglich gemacht habe. Das Kindeswohl stehe dabei immer im Vordergrund.

Auch der Vorstand der NPKJ, Wolfgang Wladika, sieht keine Fehler seiner Abteilung. Eva S. Kinder haben sich dort Selbstverletzungen zugefügt. Das passiere leider immer wieder und lege sich wieder. Auch er kann im konkreten Fall keine Auskunft geben – es gilt die ärztliche Schweigepflicht. Der Aufenthalt in der NPKJ…….weiter im Originallink!

Sexueller Missbrauch in Esoterik-Szene:

Kindesmissbrauch Sektenguru Shanti legt Teil-Geständnis ab

05.11.2009 ·  Gegen Oliver Shanti wird seit gut zwei Monaten wegen Missbrauchs von sechs Kindern in 314 Fällen verhandelt. Nun hat er zugegeben zwei Jungen sexuell missbraucht zu haben. Die weiteren Vorwürfe wies er teilweise zurück.

Der Sektenguru Oliver Shanti hat den sexuellen Missbrauch von Kindern gestanden. Der Esoterik-Musiker räumte am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht ein, zwei Jungen, die 2002 Anzeige gegen ihn erstattet hatten, sexuell missbraucht zu haben. Den Missbrauch zweier weiterer Jungen gestand er zum Teil, den zweier Mädchen bestritt er.

„Der Angeklagte betont, dass er sich noch nie für Mädchen interessiert hat“, sagte Anwalt Sebastian Bartels. „Das glaube ich ihm nicht“, erwiderte Oberstaatsanwältin Christine Schäfer. Gegen den Jahre alten Mann wird seit gut zwei Monaten wegen Missbrauchs von sechs Kindern in insgesamt 314 Fällen verhandelt.
Wie am Donnerstag bekannt wurde, hatte es am Mittwoch eine Absprache gegeben, dass Shanti mit einer Strafe von maximal sieben Jahren rechnen müsse, wenn er ein volles Geständnis ablege. Die angestrebte Einigung über das Strafmaß ist nun gescheitert. „Angesichts der heutigen Erklärung der Verteidigung kann eine Verständigung nicht zustande kommen“, gab der Vorsitzende Richter Stephan Kirchinger zu Protokoll.
Am 4. Dezember soll plädiert werden

Das Teilgeständnis des Angeklagten verkürzt jedoch die Beweisaufnahme. Die Strafkammer will nur noch zwei Zeugen und Sachverständige hören. Am 4. Dezember soll plädiert werden, Kirchinger schloss ein Urteil noch am selben Tag nicht aus.

Vor dieser Ankündigung hatte die Anwältin eines mittlerweile gestorbenen Missbrauchsopfers dessen Aussage wiedergegeben. Der damals Jahre alte Mann hatte 2002 mit einem Leidensgenossen das Verfahren gegen Shanti in Gang gebracht.

Ihrem „introvertierten“ Mandanten seien sexuelle Begriffe kaum über die Lippen gekommen, schilderte die Anwältin. Die Vernehmungssituation sei „schwierig“ gewesen, der Vernehmungsbeamte sei „aufgetreten wie Schimanski“. Er habe Fragen gestellt wie: „Und bist du jetzt schwul?“ Das treffe „genau die Ängste missbrauchter junger Leute“, sagte die Anwältin. Der Mandant habe deswegen nicht so ausführlich gesprochen, wie er es vorhatte. Sein Motiv für die Aussage sei nicht die Bestrafung des Angeklagten gewesen. „Er fühlte sich…..
weiterlesen und Quelle Originallink: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/kindesmissbrauch-sektenguru-shanti-legt-teil-gestaendnis-ab-1882092.html

Kindesmissbrauch als Familien-Ritual?

USA: Kindesmissbrauch als Familien-Ritual?

12.11.2009 | 14:02 |   (DiePresse.com)

Fünf Männer wurden in den USA verhaftet, weil sie vor mehr als 20 Jahren sechs Kinder – ihre Töchter, Enkel und Nichten – missbraucht haben sollen. Auf ihrem Grundstück wird nun auch nach Leichen gesucht.
Schrecklicher Missbrauchsverdacht in den USA: Auf einer Farm im Bundesstaat Missouri sollen sechs Kinder in rituellen Sitzungen immer wieder von ihrem Vater, ihrem Opa und ihren Onkeln vergewaltigt worden sein. Wegen Mordverdachts sucht die Polizei auf dem Gelände nach Leichen. Sheriff Kerrick Alumbaugh sagte, es gebe Hinweise auf menschliche Überreste an mehreren Stellen auf dem Gelände.

Gegen den Vater der Kinder, den Großvater und drei Onkel wurde Anklage erhoben.

Die Polizisten sucht auch nach Einmachgläsern: Sie und ihre vier Schwestern sowie ihr Bruder hätten damals ihre Erfahrungen niedergeschrieben und in den Gläsern auf dem Grundstück vergraben, berichtete eine inzwischen 26-jährige Frau der Polizei. Davon hätten sich die Kinder erhofft, das Erlebte wieder zu vergessen.
„Hochzeiten“ mit Mädchen inszeniert

Die Frau ist im August zur Polizei gegangen und hat dort über den jahrelangen Missbrauch berichtet. Ihren Angaben zufolge wurden die sechs Kinder zwischen 1988 und 1995 von ihrem Großvater, Vater und ihren Onkeln mehrfach vergewaltigt. Unter anderem sollen die Männer rituelle „Hochzeiten“ mit den fünf Mädchen inszeniert und sich dann in einem Hühnerstall an ihnen vergangen haben. Auch der einzige Bub sei regelmäßig missbraucht worden.

Die 26-jährige Frau sagte laut Polizei aus, sie sei im Alter von elf Jahren schwanger geworden und zu einer Abtreibung gezwungen worden. Sie erinnerte sich daran, dass ihr Großvater ihr vor einer Vergewaltigung „Du wirst Spaß haben“ zugeraunt habe. Zudem habe sie zusehen müssen, wie ihr Bruder vergewaltigt worden sei. Mittlerweile haben den Behörden zufolge auch die anderen Geschwister ausgesagt. Unklar ist, ob andere Familienmitglieder von den schrecklichen Praktiken wussten. Die Großmutter der Kinder ist 1991 gestorben.

Die Erm……Weiterlesen bei der Quelle, Originallink: http://diepresse.com/home/panorama/welt/521205/USA_Kindesmissbrauch-als-FamilienRitual

Sex. Kindesmissbrauch in der Familie:

23. November 2009 16:51
Prozess
Kindesmissbrauch – Salzburger angeklagt
Frühpensionist soll seine Kinder missbraucht haben. Aufnahmen mit Handykamera.

Ein Salzburger soll seine drei eigenen, minderjährigen Kinder sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat jetzt Anklage gegen den Frühpensionisten erhoben, wie Mediensprecherin Barbara Feichtinger am Montag auf Anfrage mitteilte. Dem geschiedenen Mann wird zudem vorgeworfen, er habe Aufnahmen von seiner ältesten Tochter mit einer Handykamera gemacht. Der Beschuldigte sitzt seit Juli 2009 in U-Haft. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

Auf den Fall aufmerksam geworden ist die Polizei im vergangenen Sommer. Der Mann wollte am 25. Juni in einer American Express Bank in der Stadt Salzburg acht gefälschte Traveller-Schecks einlösen. Die Angestellte bemerkte die Fälschung und alarmierte die Exekutive. Ermittlungen ergaben, dass der Mann einer Betrügerbande aus Nigeria aufgesessen ist. Er habe die Schecks von einem Engländer für Bilder von ihm und seiner Tochter erhalten, rechtfertigte sich der Beschuldigte damals.

Kinderpornografische Darstellungen auf Laptop
Der Salzburger zeigte sich kooperativ und übermittelte den Beamten sein Handy und Notebooks. Auf dem Mobiltelefon fand die Polizei Fotos von seiner ältesten, noch minderjährigen Tochter. Auf Dateien eines Laptops waren kinderpornografische Darstellungen gespeichert, darin „waren aber nicht seine eigenen Kinder abgebildet“, so Feichtinger.

Tochter belastete Vater schwer
Bei ihrer Einvernahme belastete die Tochter ihren Vater schwer. Er habe auch ihre Schwester und ihren Bruder missbraucht, sagte sie aus. Der Familienvater zeigte sich im Vorverfahren weitgehend geständig. Dass er auch pornografische Darstellungen ins Internet gestellt hat, wie vermutet wurde, konnte die Staatsanwaltschaft jedoch nicht nachweisen.

Die Anklage lautet auf mehrfachen sexuellen Missbrauch, pornografische Darstellungen von Minderjährigen und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses. Der Strafrahmen beträgt ein bis zehn Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Einweisung des Angeklagten in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähig Rechtsbrecher. Das Verfahren wegen Betruges wurde eingestellt.

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/salzburg/Kindesmissbrauch-Salzburger-angeklagt/684215

Stoppt die Vertuschung! Aufdeckung ist Prävention!

Kirche soll Kindesmissbrauch von Priestern vertuscht haben
27. November 2009, 10:24

Vier ehemalige Erzbischöfe sollen den Geistlichen jahrelang Deckung gegeben haben – Regierung und Erzbischof im Amt entschuldigten sich

Dublin – Die katholische Kirche in Irland soll einem neuen Bericht zufolge jahrzehntelang Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen Priester vertuscht haben. Laut dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht im Auftrag der Regierung schützten vier frühere Erzbischöfe von Dublin routinemäßig katholische Geistliche, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hatten. Die irische Regierung entschuldigte sich bei den Opfern.

In dem in dreijähriger Arbeit zusammengestellten Bericht geht es konkret um den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch hunderter Kinder in Dublin, der größten Erzdiözese des Landes. Die Kommission um die Juristin Yvonne Murphy förderte unter anderem zutage, dass die vier früheren Erzbischöfe mindestens bis in die 1990er -Jahre Priester schützten und diese nicht der Polizei meldeten.

In dem Bericht heißt es, der Erzdiözese sei es beim Umgang mit den Fällen um Geheimhaltung gegangen und darum, einen Skandal zu verhindern und den Ruf der Kirche zu schützen. „Alle anderen Erwägungen, darunter das Wohl von Kindern und Gerechtigkeit für Opfer, wurden diesen Prioritäten untergeordnet.“ Wenn sich Kinder beklagten, hätten Kirchenvertreter die Taten oft geleugnet und vertuscht. „Verdächtigungen wurde nur selten nachgegangen“, heißt es.

Stichproben

Die Berichterstatter untersuchten die Beschwerden von mehr als 320 Kindern zwischen 1975 und 2004. Aus einer Stichprobe von 46 Priestern gab einer zu, mehr als 100 Kinder sexuell missbraucht zu haben. Ein anderer räumte ein, sich über einen Zeitraum von 25 Jahren alle zwei Wochen an einem Kind vergangen zu haben.

Justizminister 

sagte bei der Vorstellung, dass er die Enthüllungen mit einem „wachsenden Gefühl des Ekels und der Wut“ gelesen habe. Die irische Regierung reagierte mit einer sofortigen Entschuldigung. Ungeachtet der historischen und gesellschaftlichen Gründe entschuldige sie sich für das Versagen staatlicher Stellen, Kinder in der Obhut der Kirche zu schützen, erklärte die Regierung. Sie gelobte, dass „das nie wieder passieren kann“.

Auch der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, entschuldigte sich bei den Opfern. „Ich biete jedem einzelnen Überlebenden meine Entschuldigung, mein Bedauern und meine Scham an“, sagte er. Marin hatte bereits im April gewarnt, dass die Erkenntnisse „alle Welt schockieren“ könnten. Es handelte sich um die erste derartige staatliche Untersuchung in Kirchenangelegenheiten.

Bereits im Mai hatte der sogenannte Ryan-Bericht über die Qualen von Mädchen und Buben in Schulen, Kinderheimen und andere Einrichtungen der katholischen Kirche in Irland das Land erschüttert. Prügel und sexueller Missbrauch waren in den Häusern demn…..
Weiterlesen beim Originallink und Quelle: http://derstandard.at/1259280645804/Irland-Kirche-soll-Kindesmissbrauch-von-Priestern-vertuscht-haben

So schützt die Justiz unsere Kinder nicht:

JUSTIZ     25.02.2011
Kinderschänder auf freiem Fuß – Mutter bangt
Wenn ein Mann wiederholt Kinder missbraucht, dafür verurteilt wird, doch vorerst auf freiem Fuß bleibt – sorgt das für Unverständnis. Eine verzweifelte Mutter hat den ORF darüber informiert, die Justiz will am Freitag Stellung nehmen.
Die Mutter machte eine Anzeige
Im Februar 2010 zeigte eine Mutter ihren Lebensgefährten an. Er soll ihre damals zehnjährigen Zwillingstöchter schwer missbraucht haben. Der Mann leugnete die Tat und blieb auf freiem Fuß.

Im Juli wurden die beiden Mädchen einvernommen. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um einen besonders schweren Fall von Kindesmissbrauch handelt. Mit den Aussagen der Mädchen konfrontiert, gestand der Verdächtige die Tat zumindest teilweise, blieb aber in Freiheit.
Täter suchte weiterhin die Nähe zu Mädchen
Etwas später tauchte der Mann sogar am Spielplatz auf und schaute den Mädchen beim Spielen zu. Auch darin sah die Staatsanwaltschaft keinen Grund für eine Untersuchungshaft.

Im November 2010 war dann die Gerichtsverhandlung: Der Mann gestand zur Gänze und wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er ging aber in Berufung. Das Urteil war damit noch nicht rechtskräftig.

Antrag auf U-Haft vom Gericht abgelehnt
Erst zu diesem Zeitpunkt stellte die Staatsanwaltschaft wegen Fluchtgefahr einen Antrag auf U-Haft, den das Gericht aber ablehnte. Der Mann blieb wieder auf freiem Fuß. Im Jänner 2011, ein Jahr nach der Anzeige, wurde das Urteil dann rechtskräftig. Der Mann wurde aufgefordert, die Haftstrafe innerhalb der üblichen 30-Tage Frist anzutreten. Er ist nach wie vor auf freiem Fuß.

Mutter hat täglich Angst um ihre Kinder
Die Mutter der Zwillinge sagt gegenüber dem ORF Tirol, dass sie das Vorgehen der Justiz nicht nachvollziehen könne. Sie habe große Angst um ihre Kinder. Sie traue sich nicht mehr, die Mädchen ohne Begleitung zu lassen. Denn der verurteilte Täter wohne noch dazu ganz in der Nähe, so die Mutter.

Die Staatsanwaltschaft gibt nach ORF Tirol-Recherchen bereits Versäumnisse zu. Am Freitag will die Staatsanwaltschaft Innsbruck im Detail dazu Stellung nehmen.
tirol.ORF.at; 17.2.11
Schon vor einer Woche sorgte der Fall eines verurteilten Sexualstraftäters für Aufsehen im Land. Der Mann wurde rechtskräftig zu drei Jahren Haft verurteilt. Er bleibt aber vorerst auf freiem Fuß, bis er seine Haftstrafe antreten muss. Sexualstraftäter vorerst weiter in Freiheit
Zoller-Frischauf: Kein Pardon bei Kindesmissbrauch

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