Prozesse Katholischer Priester gesteht Kindesmissbrauch

Vom Dienstag, 24.09.2013, 14:01
Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-katholischer-priester-gesteht-kindesmissbrauch_aid_1110797.html?fbc=fb-fanpage-panorama&utm_content=1380049149484385

Ein katholischer Priester hat vor dem Landgericht Würzburg den wiederholten sexuellen Missbrauch eines Jungen gestanden. „Ich möchte im Wesentlichen der Anklage zustimmen“, sagte der 58-Jährige. Er sei jedoch nicht pädophil. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Kindesmissbrauch in 14 Fällen vor.
Der Geistliche soll sich zwischen 1993 und 1998 am Sohn einer Freundin vergangen haben. Der Junge war anfangs fünf Jahre alt. Er lebte zeitweise im Pfarrhaus des 58-Jährigen in Unterfranken, die Mutter arbeitete dort einige Jahre als Haushälterin. Der Angeklagte hatte sich 2011 an den Missbrauchsbeauftragten seines Ordens gewandt und selbst angezeigt. „Ich bedauere die Taten zutiefst“, sagte er.

In dem Verfahren sind zunächst zwei weitere Prozesstage in dieser Woche angesetzt. Der Orden des Angeklagten hatte dem jungen Mann im vergangenen Jahr 80 000 Euro als Wiedergutmachung gezahlt.

Stoppt die Vertuschung! Aufdeckung ist Prävention!

Kirche soll Kindesmissbrauch von Priestern vertuscht haben
27. November 2009, 10:24

Vier ehemalige Erzbischöfe sollen den Geistlichen jahrelang Deckung gegeben haben – Regierung und Erzbischof im Amt entschuldigten sich

Dublin – Die katholische Kirche in Irland soll einem neuen Bericht zufolge jahrzehntelang Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen Priester vertuscht haben. Laut dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht im Auftrag der Regierung schützten vier frühere Erzbischöfe von Dublin routinemäßig katholische Geistliche, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hatten. Die irische Regierung entschuldigte sich bei den Opfern.

In dem in dreijähriger Arbeit zusammengestellten Bericht geht es konkret um den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch hunderter Kinder in Dublin, der größten Erzdiözese des Landes. Die Kommission um die Juristin Yvonne Murphy förderte unter anderem zutage, dass die vier früheren Erzbischöfe mindestens bis in die 1990er -Jahre Priester schützten und diese nicht der Polizei meldeten.

In dem Bericht heißt es, der Erzdiözese sei es beim Umgang mit den Fällen um Geheimhaltung gegangen und darum, einen Skandal zu verhindern und den Ruf der Kirche zu schützen. „Alle anderen Erwägungen, darunter das Wohl von Kindern und Gerechtigkeit für Opfer, wurden diesen Prioritäten untergeordnet.“ Wenn sich Kinder beklagten, hätten Kirchenvertreter die Taten oft geleugnet und vertuscht. „Verdächtigungen wurde nur selten nachgegangen“, heißt es.

Stichproben

Die Berichterstatter untersuchten die Beschwerden von mehr als 320 Kindern zwischen 1975 und 2004. Aus einer Stichprobe von 46 Priestern gab einer zu, mehr als 100 Kinder sexuell missbraucht zu haben. Ein anderer räumte ein, sich über einen Zeitraum von 25 Jahren alle zwei Wochen an einem Kind vergangen zu haben.

Justizminister 

sagte bei der Vorstellung, dass er die Enthüllungen mit einem „wachsenden Gefühl des Ekels und der Wut“ gelesen habe. Die irische Regierung reagierte mit einer sofortigen Entschuldigung. Ungeachtet der historischen und gesellschaftlichen Gründe entschuldige sie sich für das Versagen staatlicher Stellen, Kinder in der Obhut der Kirche zu schützen, erklärte die Regierung. Sie gelobte, dass „das nie wieder passieren kann“.

Auch der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, entschuldigte sich bei den Opfern. „Ich biete jedem einzelnen Überlebenden meine Entschuldigung, mein Bedauern und meine Scham an“, sagte er. Marin hatte bereits im April gewarnt, dass die Erkenntnisse „alle Welt schockieren“ könnten. Es handelte sich um die erste derartige staatliche Untersuchung in Kirchenangelegenheiten.

Bereits im Mai hatte der sogenannte Ryan-Bericht über die Qualen von Mädchen und Buben in Schulen, Kinderheimen und andere Einrichtungen der katholischen Kirche in Irland das Land erschüttert. Prügel und sexueller Missbrauch waren in den Häusern demn…..
Weiterlesen beim Originallink und Quelle: http://derstandard.at/1259280645804/Irland-Kirche-soll-Kindesmissbrauch-von-Priestern-vertuscht-haben

Verwirrung um kirchlichen Datenschutz bei Missbrauch

News 25. 04. 2012
Verwirrung um kirchlichen
Datenschutz bei Missbrauch
Die katholische Kirche wird erneut von Missbrauchs-Betroffenen heftig kritisiert. Diesmal geht es um ein angebliches „Datenleck“ in der von Waltraud Klasnic geleiteten Opferschutz-Kommission.

Wie  der „Standard“ am Mittwoch berichtete, habe ein Betroffener, der bereits eine Entschädigung erhalten hatte, bei der Kommission sowie der kirchlichen Opferschutz-Stiftung eine Daten-Auskunft begehrt. Die Antwort sei aber von der katholischen Datenschutzkommission gekommen. Deren Vorsitzender Walter Hagel hielt dazu auf APA-Anfrage fest, dass man lediglich die Existenz von „Datenarten“ beauskunfte und über keine Inhalte verfüge.
„Auskunftsbegehren ist heikel“

Opferschutzanwaltschaft und Stiftung hätten sich an die Kommission gewendet, wie mit solchen Auskunftsbegehren umzugehen sei. Und die Bestimmungen der katholischen Kirche sähen vor, dass in „Zweifelsfragen“ die Auskunftserteilung der Datenschutzkommission obliege. „Ein solches Auskunftsbegehren ist eben heikel“, so Hagel. Allerdings habe die Kommission keinerlei Informationen über den Inhalt von Daten. „Wir kennen die Datenarten und haben diese auch beauskunftet.“
Datenschutzkommission als Vermittler

Dem Betroffenen sei dann auch mitgeteilt worden, dass er sich für Auskünfte über Inhalte erneut an die Datenschutzkommission wenden solle. Diese wiederum würde dann die Stiftung und die Opferschutzkommission ersuchen, ihm diese Informationen – „bei nochmaliger Überprüfung der Identität“ zu übermitteln. Die Datenschutzkommission agiere in solchen Fällen als eine Art Vermittler zwischen den Auskunftsbegehren und jenen Stellen, die über die tatsächlichen Daten verfügen.
Anfragen „seriös beantwortet“

So schildert dies auch Herwig Hösele, Sprecher der Klasnic-Kommission: Die Datenschutzkommission habe „seriös alles beantwortet, was in Einrichtungen der katholischen Kirche, bzw. bei uns über eine Person gespeichert ist. Aber die Daten sind nicht verknüpft“. Hösele präzisierte gegenüber der APA, welche Daten von seiner Stelle an die Opferschutz-Stiftung, die ja für allfällige finanzielle Entschädigungen zuständig sei, weitergegeben werden. Konkret gehe es um „Name, Adresse, Art des Missbrauchs, Ort und Zeit des Missbrauchs sowie beschuldigte Personen“.
„Stiftung erfährt keine sensiblen Daten“

Diese Daten seien für die Stiftung zum einen zwecks „Plausibilitätsprüfung“ der Vorwürfe nötig, zum anderen auch, um interne kirchliche Konsequenzen gegen Beschuldigte einzuleiten. „Was die Stiftung nicht erfährt, sind Clearing-Berichte selbst, die wirklich sensiblen Daten“, betonte Hösele. Diese „Clearing-Verfahren“ sind Voraussetzung für eine mögliche Entschädigung, in ihnen klären Psychologen mit den Betroffenen die Missbrauchsvorfälle und etwaige psychologische Folgen.
Plattform Betroffener zeigte sich empört

Die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt zeigte sich am Mittwoch empört: Die Kirche setze sich „über die geltende Rechtslage hinweig“, wurde in einer Aussendung kritisiert. Plattform-Vertreter Sepp Rothwangl forderte in einer Aussendung alle Betroffenen auf, eine Datenanfrage an die Klasnic-Komission zu richten.
(APA)
16. 04. 2012 Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt: „40 Täter im Amt“

Die „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“ kritisiert weiterhin die ihrer Meinung nach mangelnde Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche. Zwei Jahre nachdem Kardinal Christoph Schönborn die Opferschutzanwaltschaft eingesetzt hat, seien rund 40 beschuldigte Priester im Amt, so Sepp Rothwangl am Montag in einer Pressekonferenz.
Mehr dazu im Originallink (Quelle)!: http://religionv1.orf.at/projekt03/news/1204/ne120425_missbrauch.html

Wieder ein Danke für diese kritische Berichtersattung!

Prostitution männlicher Minderjähriger und Vatikan:

Vatikan: Pädophilie-Skandal in der Kurie

Die Staatsanwaltschaft Rom ermittelt laut der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Mittwoch-Ausgabe) in Sachen Prostitution männlicher Minderjähriger mit Geistlichen.

Ausschlaggebend für die Ermittlungen sollen Aussagen eines Ex-Pfarrers sein, der wegen Pädophilie zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Patrizio Poggi soll Anfang März gegenüber der Polizei ausgesagt haben, er „wisse von schweren Missständen“, die die Kirche bedrohen.
Ex-Pfarrer belastet andere Geistliche

Poggi habe neun Geistliche (einfache Pfarrer und Prälaten) genannt, die regelmäßig Kontakte mit minderjährigen männlichen Prostituierten gehabt haben sollen. Organisiert wurden die Treffen nach Aussagen des suspendierten Priesters Poggi von einem ehemaligen Polizisten. Bisher richteten sich die Ermittlungen gegen drei Personen. Ein Priester sei nicht unter ihnen, so der „Corriere della Sera“.

Der Polizist soll gemeinsam mit einem Geschäftsmann und einer nicht näher bezeichneten Person einen Prostitutionsring betrieben haben. Vermittelt wurden angeblich vor allem Jugendliche aus osteuropäischen Ländern. Einige Priester sollen sich in der italienischen Hauptstadt regelmäßig mit den minderjährigen männlichen Prostituierten getroffen haben, berichtete auch die römische Tageszeitung „Il Messaggero“.
Kardinalvikar Vallini dementiert

Diese Berichte würden Informationen verbreiten, die jeder Grundlage entbehren, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des Vikariats Rom. Kardinalvikar Agostino Vallini weist die Anschuldigungen strikt zurück und äußert die Vermutung, dass Poggi aus Rache oder persönlichen Ressentiments heraus die Unwahrheit verbreite. Zugleich verurteilt der Kardinal die Berichterstattung, die den journalistischen Redlichkeitskriterien nicht gerecht würde und jede Objektivität vermissen ließe. „Es geht darum, die Kirche und ihre Diener zu diskreditieren“, kritisiert der Kardinalvikar.
„Jugendliche in Schwulenlokalen rekrutiert“

Laut italienischen Medienberichten zählen zu den Minderjährigen, die für Treffen mit den Geistlichen rekrutiert wurden, oft rumänische Teenager im Alter zwischen 14 und 15 Jahren. Sie sollen zwischen 150 und 500 Euro pro Treffen erhalten haben. Rekrutiert wurden sie in Schwulenlokalen, hieß es in mehreren Berichten. Zu den verdächtigten Geistlichen sollen sogar einige Bischöfe zählen.

Poggi war wegen Pädophilie zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nachdem er die Haftstrafe abgebüßt hatte, hatte er auf eine Rückkehr in den Kreis der Kirche gehofft. Nachdem ihm das der Vatikan verweigert hatte, rächte sich der 46-Jährige und nannte die Namen der in den Prostitutionsring verwickelten Geistlichen, berichten nun italienische Medien.
Hostien für satanistische Gruppen?

Darüber hinaus soll es auch einen illegalen Handel mit Hostien gegeben haben, die an Mitglieder „satanistischer Sekten“ verkauft wurden. Es sehe es als seine Pflicht, die Kirche und die christliche Gemeinschaft zu schützen, sagte der suspendierte Priester dem „Messaggero“.

religion.ORF.at/KAP/APA
Links:

„Corriere della Sera“-Artikel (italienisch)
Il Messaggero
Originallink: http://religion.orf.at/stories/2590378
Wir danken dem ORF für seine kritische Berichterstattung!

Missbrauch im Kloster erstmals vor einem Strafgericht

Missbrauch im Kloster erstmals vor einem Strafgericht
Markus Rohrhofer, 30. Juni 2013, 17:50
Am Landesgericht Steyr startet der Prozess gegen einen ehemaligen hochrangigen Geistlichen des Stiftes Kremsmünster. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 79-Jährigen unter anderem schweren sexuellen Missbrauch vor

Linz – Wenn Pater A. heute, Montag, im großen Schwurgerichtssaal vor Richter Wolf-Dieter Graf Platz nimmt, wird es für jene, denen der ehemalige Konviktsdirektor des Stiftes Kremsmünster über Jahre seine ganz besondere „Fürsorge“ zukommen ließ, wohl eine späte Genugtuung sein. Erstmals muss sich mit dem heute 79-Jährigen ein hochrangiger Geistlicher in Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen vor einem weltlichen Strafgericht verantworten.

Ein Blick in den rund 1200 Seiten starken Gerichtsakt, der dem Standard vorliegt, lässt den Heiligenschein von Pater A. rasch verblassen: Körperverletzung, sexueller Missbrauch von Jugendlichen, sexueller Missbrauch von Unmündigen, schwerer sexueller Missbrauch von Jugendlichen, Vergewaltigung, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses, gefährliche Drohung und Nötigung, Quälen oder Vernachlässigen unmündiger oder wehrloser Personen. Und ein Vergehen nach dem Waffengesetz – der beschuldigte Pater besaß illegal eine Pumpgun sowie eine Pistole und soll damit einen Schüler bedroht haben. Dem Gottesmann drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Vom Bekanntwerden der Missbrauchsaffäre von Kremsmünster bis zur Anklage sind mehr als drei Jahre vergangen. Ursprünglich wurde in 39 Fällen ermittelt. Einige Verfahren wurden eingestellt, weil die Vorfälle verjährt oder die Beweise zu dünn waren. Übrig blieben 24 Opfer und ein mutmaßlicher Täter.
Längere Verjährungsfrist

Auch die jetzt strafrechtlich zu beurteilenden Delikte waren, da die Übergriffe zwischen 1970 und 1995 passiert sein sollen, eigentlich verjährt. Doch die entscheidende Wende brachte ein von der Staatsanwaltschaft Steyr in Auftrag gegebenes Gutachten der Linzer Psychiaterin Adelheid Kastner. Sie attestierte drei von 14 untersuchten Personen „schwere Folgen“, was die Verjährungsfrist verlängert und eine Anklage noch möglich macht.

Der Ex-Geistliche soll demnach, laut Anklage, von September 1973 bis Juni 1993 an 15 Zöglingen „sexuelle Handlungen unterschiedlicher Intensität“ vorgenommen haben. Hinzu kommen weitere neun Schüler, die Opfer gewalttätiger Übergriffe waren: Ohrfeigen, Tritte, „Stereowatschen“, Schläge mit der Ochsenpeitsche.
„Pädophile“ Neigung

Der mittlerweile wieder in den Laienstand zurückversetzte ehemalige Ordensmann verweigerte Ermittlern gegenüber die Aussage. In einem früheren Verfahren hingegen, das 2008 wegen Verjährung eingestellt wurde, hatte Pater A. zugegeben, dass die Übergriffe „möglich“ gewesen seien, und zudem eine „homoerotische und pädophile“ Neigung eingeräumt.

Das dem Standard vorliegende Einvernahmeprotokoll der Staatsanwaltschaft Steyr 2008 belegt eindeutig, dass der jetzt beschuldigte Pater A. bereits 1995 unter Missbrauchsverdacht stand und von der Ordensleitung „intern“ versetzt wurde.
Prozess für vier Tage anberaumt

Pater A. begründete dies damals wie folgt: „… Auslöser war der Vorfall mit Herrn R. Diese Vorgehensweise wurde gewählt, da in diesem Zeitraum auch die Affäre Groër für Aufsehen gesorgt hat.“ Nach seiner darauffolgenden Abberufung war der Benediktinermönch noch zwei Jahre als Lehrer sowie als Leiter des Knabenchors tätig gewesen.

Der Prozess ist für vier Tage anberaumt. Die Öffentlichkeit dürfte über weite Strecken von der Verhandlung ausgeschlossen werden. Im Stift selbst begrüßt man das Strafverfahren: „Damit wird Klarheit geschaffen. Ehemaligen Schülern, die im Stift Kremsmünster Leid erfahren haben, soll dadurch Gerechtigkeit wiederfahren. Auch wenn es wehtut: Nur ein richtiges Bild d…..
Weiterlesen und Originallink: http://derstandard.at/1371171067386/Missbrauch-im-Kloster-erstmals-vor-einem-Strafgericht

Faschismus mit Kirche und Kindesmissbrauch:

Zwölf Jahre Haft für ehemaligen Kremsmünster-Pater

03.07.2013 | 17:21 |   (DiePresse.com)

Der frühere Konviktsleiter des Stifts Kremsmünster wurde wegen schweren Missbrauchs ehemaliger Zöglinge verurteilt. Opferanwälte haben ihn nun auch wegen NS-Wiederbetätigung angezeigt.
STEYR/RED./APA. Schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses, Quälen unmündiger Personen: Wegen dieser Delikte und anderer Vorwürfe, etwa wegen des unerlaubten Besitzes einer Pumpgun, wurde am Mittwoch der frühere Konviktsleiter des Stifts Kremsmünster, der frühere Pater A., verurteilt. Die Strafe: zwölf Jahre Haft. Voriges Jahr war der mittlerweile 79-jährige Pensionist in den Laienstand zurückversetzt worden. Sein Urteil ist nicht rechtskräftig.

Ein Schöffensenat des Landesgerichts Steyr (Oberösterreich) unter dem Vorsitz von Richter Wolf-Dieter Graf war der Anklage gefolgt. Diese hatte 24 Opfer aufgelistet. 15 der 24 ehemaligen Zöglinge waren als Opfer erzwungener sexueller Handlungen, die anderen als Opfer gewalttätiger Übergriffe eingestuft worden. Der Richter sah eine „Strukturiertheit in den Verfehlungen“ des Angeklagten. Erschwerend wertete der Senat den langen Tatzeitraum (Übergriffe zwischen 1973 und 1993, keine Verjährung wegen der Spätfolgen der Opfer). Der Richter erklärte: „Die Dauer der Taten und die Gleichgültigkeit des Angeklagten übersteigt für uns alles Dagewesene.“ Und er ersuchte die Opfer um Verständnis, dass es nicht Kompetenz des Strafgerichts sei, das Verhalten anderer Akteure über die Anklage hinaus zu beleuchten. „In einem anderen Umfeld wären diese Vorfälle unmöglich gewesen.“
38 Opfer aus dem Stift hatten sich bei der Klasnic-Kommission gemeldet. Ermittlungen in den – nun abgehandelten – 24 Fällen mündeten in die Anklage. Außer dem früheren Ordensmann waren auch zwei andere Geistliche ins Visier der Justiz geraten. Die Ermittlungen gegen sie wurden aber eingestellt. Das Stift zahlte mittlerweile 700.000 Euro an die Opfer.

„Im Namen Gottes die Opfer für ihr Leben zu brandmarken und ihr Leben zu verpfuschen“ könne nur mit schwerer Strafe beantwortet werden, hatte ein Opfervertreter vor der Urteilsverkündung gesagt.s
Vorwurf: Wiederbetätigung

Auch wurde am Mittwoch eine neue strafrechtliche Front eröffnet: Der Ex-Konviktsleiter wurde von Opfervertretern wegen Wiederbetätigung angezeigt. Dabei geht es um Äußerungen, die der Angeklagte vor Zöglingen gemacht haben soll – wie: „Ich hol‘ die Pumpgun und erschieß dich, du Jud!“

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 4. Juli 2013)
Mehr auf DiePresse.com

Kremsmünster: Erster Prozess in Missbrauchsaffäre
Kremsmünster: Ermittlungen wegen Wiederbetätigung
Kremsmünster: „Für immer etwas kaputtgegangen“
Quelle und Originallink: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1426049/Zwoelf-Jahre-Haft-fuer-ehemaligen-KremsmuensterPater-

Pädokriminelle hinterlasen zwangsweise Spuren: Dazu ein Artikel.

Quelle und Originallink: http://www.aachener-zeitung.de/mobile/lokales/aachen/missbrauch-pfarrer-k-in-suedafrika-verhaftet-1.658568

Missbrauch: Pfarrer K. in Südafrika verhaftet
Von: kvs/red
Letzte Aktualisierung: 17. September 2013, 09:34 Uhr

Aachen/Johannesburg. Der aus dem Bistum Aachen stammende Pfarrer K. ist in Südafrika wegen Missbrauchs von Minderjährigen verhaftet worden. Der 55-Jährige wird seit Mai 2010 mit internationalem Haftbefehl gesucht, da er im Zuge von Ermittlungen sexuellen Missbrauch eingeräumt und bei der Staatsanwaltschaft Krefeld Selbstanzeige erstattet hatte.
Das berichtet die Katholische Nachrichtenagentur unter Berufung auf die „Westdeutsche Zeitung“ und das Bistum Aachen. Ein Sprecher des Bistums erklärte, es sei noch unklar, ob K. in Untersuchungs- oder in Auslieferungshaft genommen worden sei.

Dem Pfarrer wird seit März 2010 in der kleinen Stadt Brits bei Johannesburg der Prozess gemacht, da er sich 2008 in einem Kommunions-Camp Kindern angenähert haben soll. Er ist aber weiterhin auf freiem Fuß.

Der 55-Jährige war in Südafrika für die Auslandsseelsorge aktiv. Zuvor hatte er von 1994 bis 2007 für das Bistum Aachen in mehreren Gemeinden am Niederrhein gearbeitet. Nach Angaben des Kölner „Express“ werden K. 37 aus dieser Zeit 37 sexuelle Übergriffe zur Last gelegt. 2007 war er nach Südafrika gewechselt.

Aachens Bischof Heinrich Mussinhoff hatte K. im Mai 2008 suspendiert, nachdem Eltern Anzeige gegen den Geistlichen erstattet hatten. Die römische Glaubenskongregration will mit weiteren Schritten warten, bis in Südafrika ein Urteil gefällt wird.

Anmerkung der eigenen Redaktion: Bischof Heinrich Mussinhoff hat das richtige getan, suspendiert. Das macht Opfern hoffnung.

Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen

25.10.11
„Weltbild“-Verlag
Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen

„Anwaltshure“ oder „Schlampen-Internat“: Obwohl der „Weltbild“-Verlag der Kirche gehört, verkauft er Porno-Bücher. Von Bernhard Müller

„Weltbild“ ist der größte deutsche Buchhändler. Was aufgrund des Verkaufsangebots nicht zu erkennen ist und daher viele nicht wissen: Dieser Medienkonzern gehört zu 100 Prozent der katholischen Kirche.

Doch seit Oktober ist Feuer unter dem Dach, nachdem das Fachmagazin „buchreport “ berichtete, die katholische Verlagsgruppe beteilige sich am Geschäft mit Erotik. Man wolle, hieß es daraufhin eilig von Seiten der Bischöfe, den „Vertreib möglicherweise pornografischer Inhalte“ durch den katholischen „Weltbild“-Verlag unterbinden. Vermutlich habe ein Filtersystem versagt.

Doch zahlreiche engagierte Katholiken, die schon seit mehr als zehn Jahren ihre Oberhirten so unermüdlich wie erfolglos auf den Skandal „Weltbild“ aufmerksam machen, sind ob solcher Scheinheiligkeit entsetzt.

Die katholische Kirche steckt in der „Weltbild“-Falle, weil sie hunderte Millionen Euro in das das Augsburger Verlagshaus gesteckt hat, das aber Geschäfte betreibt, von denen Papst Benedikt sagt, sie gehörten zu den Gütern der Kirche, die ihr eigentliches Gut verdunkelten.

Bischöfe wissen um „Weltbild“-Skandal

Weiterlesen und Originallink: http://www.welt.de/vermischtes/article13679586/Katholische-Kirche-macht-mit-Pornos-ein-Vermoegen.html

 

Deutsche Opfer-Hotline: Missbrauch war meist geplant

Katholische Priester haben ihre sexuellen Übergriffe auf Kinder und Jugendliche genau geplant. Das ist eines der „erschütternden Ergebnisse“, die die Auswertung der Gespräche der deutschen Hotline für Missbrauchsopfer erbrachte.

Das sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Triers Bischof Stephan Ackermann, Mitte Jänner in Trier. Jene Priester und Diakone hätten „sich das Vertrauen von Kindern erschlichen und diese dann auf schändliche Weise missbraucht“ – in der Kirche, in Heimen und in Internaten. Fast 8.500 Gespräche waren bei der Opfer-Hotline der katholischen Kirche geführt worden, die von Ende März 2010 bis Ende 2012 geschaltet war. Die Bewegung „Wir sind Kirche“ bedauerte die Einstellung der Telefonhotline.

Nach den Gesprächen mit Opfern, die meist über Vorfälle aus dem Zeitraum zwischen 1950 und 1980 berichteten, habe es keine Hinweise auf „zufalls- oder überfallartige Taten“ gegeben, sagte Ackermann. Die Täter hätten oftmals „die psychische Wirkung von Riten“ wie Gebeten oder Beichten ausgenutzt, um sich an den Kindern zu vergehen.

Ackermann: Aufklärung fortsetzen

„Besonders erschüttert hat mich, dass die Täter den Minderjährigen vortäuschten, ihre Handlungen seien ein Ausdruck liebender Verbundenheit mit Gott“, sagte Ackermann. Mehr als 60 Prozent der Anrufer gaben an, Opfer sexueller Gewalt gewesen zu sein. Die meisten von ihnen waren Männer.

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Triers Bischof Stephan Ackermann

Ackermann kündigte an, die Aufklärung auch nach dem Ende des Telefonservices fortsetzen zu wollen. „Wir wollen das Vertrauen nutzen, um mit allen Kräften heute und in Zukunft das Verbrechen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu verhindern.“ Die Bischöfe würden sich „weiterhin mit gleichbleibender Intensität und Konsequenz um eine gründliche und transparente Aufarbeitung bemühen“.

Das kriminologische Forschungsprojekt bleibe „ein wichtiger Baustein“ im Maßnahmenpaket der Kirche, so Ackermann weiter. Es gebe schon eine Reihe von Angeboten zu einem Neustart des Projekts. Wissenschaftler könnten sich „entgegen allen Unkenrufen“ offensichtlich die Bischofskonferenz als Partner vorstellen. Die durch die Beendigung der Zusammenarbeit mit Pfeiffer ausgelöste Debatte bezeichnete Ackermann als „herben Rückschlag in unserem Bemühen um die Aufarbeitung und Prävention sowie eine erneuerte Vertrauenswürdigkeit“.

Missbrauchsstudie gestoppt

Die katholische Kirche war bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in die Kritik geraten, weil sie eine wissenschaftliche Studie des Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer gestoppt hatte. Pfeiffer, der im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche aufklären sollte, warf der Kirche daraufhin Zensur vor.

Für den Kriminologen Christian Pfeiffer ist das Kontrollbegehren der Kirche „unzumutbar“

In der deutschen Wochenzeitung „Christ & Welt“ sagte Pfeiffer: „Ich soll nicht länger behaupten, dass die Kirche Zensurwünsche an uns gerichtet hat. Da ich das belegen kann, sehe ich keinen Grund, es zu unterlassen.“ Pfeiffer berichtete in der Beilage der „Zeit“ detailliert, wie die Kirche versucht habe, möglicherweise missliebige Forschungsergebnisse unter Verschluss zu halten.

Sie habe in den bestehenden Forschungsvertrag eine Blockadeklausel einbauen wollen, wonach eine Veröffentlichung von Ergebnissen seiner Missbrauchsstudie nur nach einer „ausdrücklichen vorherigen schriftlichen Zustimmung“ des Verbandes der Diözesen Deutschlands möglich gewesen wäre. „Zudem beanspruchte die Kirche ein Mitspracherecht bei der Auswahl von Mitarbeitern“, so Pfeiffer.

Pfeiffer: Angriff auf Forschungsfreiheit

Pfeiffer wertete den Vorgang als Angriff auf die Forschungsfreiheit und nannte das Kontrollbegehren der Kirche „unzumutbar“. Weiter sagte er in „Christ & Welt“, die Bischofskonferenz habe eine „präventive Zensur“ durchsetzen wollen. Außerdem habe er „Hinweise auf neue Aktenvernichtungen“ in mehreren Bistümern erhalten. „Neue Aktenvernichtungen wären ja vertragswidrig gewesen.“

Die katholische Kirche habe sich bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gut um Aufklärung bemüht, sagte hingegen Weihbischof Hans-Jochen Jaschke in einer ARD-Magazinssendung. „Im Ganzen muss man doch sehen, hat die Kirche, haben Menschen in der Kirche, sich viel, viel Mühe gegeben und nehmen die Menschen ernst und bringen sie endlich zum sprechen“, sagte der Weihbischof. Die Zuständigen hätten schnell bundesweit für Transparenzregeln gesorgt und in den Diözesen immer eine gute Urteilsfindung ermöglicht.

Die Missbrauchsgeschichte sei eine „ganz bedrückende Erfahrung“, so Jaschke. „Ich schäme mich bis heute angesichts der Opfer, die Menschen in der Kirche vertraut haben und so bitter enttäuscht sind.“

religion.ORF.at/dpa/AFP

Danke an den ORF für die kritische Berichterstattung!

Originallink:

http://religion.orf.at/stories/2567476/