Freitag, 11. Oktober 2013: Gesellschaftliche Resonanz bei (sexuellem) Gewalterleben von Kindern

Freitag, 11. Oktober 2013:    Gesellschaftliche Resonanz bei (sexuellem) Gewalterleben von Kindern

eine konzertant-pianistische Kulturveranstaltung mit Betroffenen, Angehörigen und ExpertInnen,

(Rainer König-Hollerwöger: Pianist, Autor)

um 19:00 Uhr im Festsaal des Magistratischen Bezirksamtes, 3. Bezirk, Karl-Borromäus-Platz 3, 1030 Wien

Mag. Dr. Rainer König-Hollerwöger und Dr. Christine Arwanitakis

1. Zum Raum der Veranstaltung:

Die in ihrer Kindheit von (sexueller) Gewalt Betroffenen und deren Angehörigen sollten einen großen feierlichen Raum für eine gemeinsame Veranstaltung haben. Der Festsaal des Magistratischen Bezirksamtes, 3. Bezirk ist ein würdiger großer heller Raum!

2. Zur Veranstaltung selbst:

Lange Zeit waren Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch, also Gewalt und sexuelle Gewalt an Kindern, ein Tabuthema.

Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Betroffene über ihr Leid erzählen und schreiben.

Lange Zeit herrschte Ruhe. Es wurde geschwiegen. Aus Angst. Zu lange.

Heute ist dieses Thema allgegenwärtig. Das mediale Interesse ist groß.

Es gibt Bücher, Informationen, Facebook, Blogs, diverse Foren, Diskussionen, Kommissionen.

Es gibt Personen von Organisationen, die den Betroffenen helfen wollen. Dabei kann es zu Irritationen kommen.

Welche Bedeutung haben die Helfenden und Angehörigen für die Betroffenen?

Nach all den Turbulenzen der letzten Jahre werden die Stimmen da und dort laut, jenseits von Kampfparolen ein Klima des MITEINANDER zu entwickeln

Das möge aber nicht bedeuten, die Dramatik und die Dynamik der Traumatisierung der Betroffenen zu entschärfen und gesellschaftlich – seelisch zu verdrängen. Geschehenes ist geschehen und kann nur mehr bedingt seelisch verarbeitet werden!

Die Betroffenen sind Menschen mit ihren persönlichen Eigenschaften und Wünschen. Sie wollen nicht durch andere Menschen und Gruppen wieder vereinnahmt und in Rollen und enge Räume hineingepresst werden! Sie dürfen auch nicht zu Bittstellerinnen und Bittstellern degradiert werden, denn das waren sie lange Zeit!

Was ist Hilfe und wie hilfreich kann Hilfe für Betroffene sein?

Natur. Kunst und Kultur können dabei wesentliche Begleiter auf dem Weg einer nachhaltigen Aufarbeitung werden. So wird auch diese Veranstaltung von Musik und Kunst begleitet werden.

IPS-WIEN setzt sich seit mehr als zehn Jahren in spontaner Hilfe und genauer Vorort-Erforschung für die Betroffenen ein, so auch für ehemalige Heimkinder der Vergangenheit bis in die Gegenwart, Betroffene kirchlicher, privater und anderer Einrichtungen und von Familien.

Auch bei den verschiedenen Organisationen und ExpertInnen gilt es, ein konstruktives Miteinander auch trotz verschiedener Ansätze und Methoden anzustreben.

Es kommen die Betroffenen, die Angehörigen und Helfenden, und die ExpertInnen zu Wort. Dabei gibt es immer wieder Klaviermusik.

Am Podium:

Dr. Wolfgang Pirker, ehemaliger Betroffener im kirchlich nahen Bereich und Autor,

Beirat für Betroffene IPS-WIEN

Dr. Christine Arwanitakis, Leiterin des psychologisch-psychotherapeutischen Beirates, Forschung Traumatologie von IPS-WIEN, Psychotherapeutin, Autorin, Klinische Psychologin

Angehörige, Helfende von Betroffenen

Mag. Dr. Rainer König-Hollerwöger, Präsident von IPS-WIEN, Sozial- Sexualforscher, Historiker, Kulturphilosoph, Pianist, Autor, Komponist, Maler

Helmut Oberhauser, Betroffener von ehemaligen Heimkindern, Maler und Autor

Missbrauch im Kloster erstmals vor einem Strafgericht

Missbrauch im Kloster erstmals vor einem Strafgericht
Markus Rohrhofer, 30. Juni 2013, 17:50
Am Landesgericht Steyr startet der Prozess gegen einen ehemaligen hochrangigen Geistlichen des Stiftes Kremsmünster. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 79-Jährigen unter anderem schweren sexuellen Missbrauch vor

Linz – Wenn Pater A. heute, Montag, im großen Schwurgerichtssaal vor Richter Wolf-Dieter Graf Platz nimmt, wird es für jene, denen der ehemalige Konviktsdirektor des Stiftes Kremsmünster über Jahre seine ganz besondere „Fürsorge“ zukommen ließ, wohl eine späte Genugtuung sein. Erstmals muss sich mit dem heute 79-Jährigen ein hochrangiger Geistlicher in Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen vor einem weltlichen Strafgericht verantworten.

Ein Blick in den rund 1200 Seiten starken Gerichtsakt, der dem Standard vorliegt, lässt den Heiligenschein von Pater A. rasch verblassen: Körperverletzung, sexueller Missbrauch von Jugendlichen, sexueller Missbrauch von Unmündigen, schwerer sexueller Missbrauch von Jugendlichen, Vergewaltigung, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses, gefährliche Drohung und Nötigung, Quälen oder Vernachlässigen unmündiger oder wehrloser Personen. Und ein Vergehen nach dem Waffengesetz – der beschuldigte Pater besaß illegal eine Pumpgun sowie eine Pistole und soll damit einen Schüler bedroht haben. Dem Gottesmann drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Vom Bekanntwerden der Missbrauchsaffäre von Kremsmünster bis zur Anklage sind mehr als drei Jahre vergangen. Ursprünglich wurde in 39 Fällen ermittelt. Einige Verfahren wurden eingestellt, weil die Vorfälle verjährt oder die Beweise zu dünn waren. Übrig blieben 24 Opfer und ein mutmaßlicher Täter.
Längere Verjährungsfrist

Auch die jetzt strafrechtlich zu beurteilenden Delikte waren, da die Übergriffe zwischen 1970 und 1995 passiert sein sollen, eigentlich verjährt. Doch die entscheidende Wende brachte ein von der Staatsanwaltschaft Steyr in Auftrag gegebenes Gutachten der Linzer Psychiaterin Adelheid Kastner. Sie attestierte drei von 14 untersuchten Personen „schwere Folgen“, was die Verjährungsfrist verlängert und eine Anklage noch möglich macht.

Der Ex-Geistliche soll demnach, laut Anklage, von September 1973 bis Juni 1993 an 15 Zöglingen „sexuelle Handlungen unterschiedlicher Intensität“ vorgenommen haben. Hinzu kommen weitere neun Schüler, die Opfer gewalttätiger Übergriffe waren: Ohrfeigen, Tritte, „Stereowatschen“, Schläge mit der Ochsenpeitsche.
„Pädophile“ Neigung

Der mittlerweile wieder in den Laienstand zurückversetzte ehemalige Ordensmann verweigerte Ermittlern gegenüber die Aussage. In einem früheren Verfahren hingegen, das 2008 wegen Verjährung eingestellt wurde, hatte Pater A. zugegeben, dass die Übergriffe „möglich“ gewesen seien, und zudem eine „homoerotische und pädophile“ Neigung eingeräumt.

Das dem Standard vorliegende Einvernahmeprotokoll der Staatsanwaltschaft Steyr 2008 belegt eindeutig, dass der jetzt beschuldigte Pater A. bereits 1995 unter Missbrauchsverdacht stand und von der Ordensleitung „intern“ versetzt wurde.
Prozess für vier Tage anberaumt

Pater A. begründete dies damals wie folgt: „… Auslöser war der Vorfall mit Herrn R. Diese Vorgehensweise wurde gewählt, da in diesem Zeitraum auch die Affäre Groër für Aufsehen gesorgt hat.“ Nach seiner darauffolgenden Abberufung war der Benediktinermönch noch zwei Jahre als Lehrer sowie als Leiter des Knabenchors tätig gewesen.

Der Prozess ist für vier Tage anberaumt. Die Öffentlichkeit dürfte über weite Strecken von der Verhandlung ausgeschlossen werden. Im Stift selbst begrüßt man das Strafverfahren: „Damit wird Klarheit geschaffen. Ehemaligen Schülern, die im Stift Kremsmünster Leid erfahren haben, soll dadurch Gerechtigkeit wiederfahren. Auch wenn es wehtut: Nur ein richtiges Bild d…..
Weiterlesen und Originallink: http://derstandard.at/1371171067386/Missbrauch-im-Kloster-erstmals-vor-einem-Strafgericht

Faschismus mit Kirche und Kindesmissbrauch:

Zwölf Jahre Haft für ehemaligen Kremsmünster-Pater

03.07.2013 | 17:21 |   (DiePresse.com)

Der frühere Konviktsleiter des Stifts Kremsmünster wurde wegen schweren Missbrauchs ehemaliger Zöglinge verurteilt. Opferanwälte haben ihn nun auch wegen NS-Wiederbetätigung angezeigt.
STEYR/RED./APA. Schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses, Quälen unmündiger Personen: Wegen dieser Delikte und anderer Vorwürfe, etwa wegen des unerlaubten Besitzes einer Pumpgun, wurde am Mittwoch der frühere Konviktsleiter des Stifts Kremsmünster, der frühere Pater A., verurteilt. Die Strafe: zwölf Jahre Haft. Voriges Jahr war der mittlerweile 79-jährige Pensionist in den Laienstand zurückversetzt worden. Sein Urteil ist nicht rechtskräftig.

Ein Schöffensenat des Landesgerichts Steyr (Oberösterreich) unter dem Vorsitz von Richter Wolf-Dieter Graf war der Anklage gefolgt. Diese hatte 24 Opfer aufgelistet. 15 der 24 ehemaligen Zöglinge waren als Opfer erzwungener sexueller Handlungen, die anderen als Opfer gewalttätiger Übergriffe eingestuft worden. Der Richter sah eine „Strukturiertheit in den Verfehlungen“ des Angeklagten. Erschwerend wertete der Senat den langen Tatzeitraum (Übergriffe zwischen 1973 und 1993, keine Verjährung wegen der Spätfolgen der Opfer). Der Richter erklärte: „Die Dauer der Taten und die Gleichgültigkeit des Angeklagten übersteigt für uns alles Dagewesene.“ Und er ersuchte die Opfer um Verständnis, dass es nicht Kompetenz des Strafgerichts sei, das Verhalten anderer Akteure über die Anklage hinaus zu beleuchten. „In einem anderen Umfeld wären diese Vorfälle unmöglich gewesen.“
38 Opfer aus dem Stift hatten sich bei der Klasnic-Kommission gemeldet. Ermittlungen in den – nun abgehandelten – 24 Fällen mündeten in die Anklage. Außer dem früheren Ordensmann waren auch zwei andere Geistliche ins Visier der Justiz geraten. Die Ermittlungen gegen sie wurden aber eingestellt. Das Stift zahlte mittlerweile 700.000 Euro an die Opfer.

„Im Namen Gottes die Opfer für ihr Leben zu brandmarken und ihr Leben zu verpfuschen“ könne nur mit schwerer Strafe beantwortet werden, hatte ein Opfervertreter vor der Urteilsverkündung gesagt.s
Vorwurf: Wiederbetätigung

Auch wurde am Mittwoch eine neue strafrechtliche Front eröffnet: Der Ex-Konviktsleiter wurde von Opfervertretern wegen Wiederbetätigung angezeigt. Dabei geht es um Äußerungen, die der Angeklagte vor Zöglingen gemacht haben soll – wie: „Ich hol‘ die Pumpgun und erschieß dich, du Jud!“

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 4. Juli 2013)
Mehr auf DiePresse.com

Kremsmünster: Erster Prozess in Missbrauchsaffäre
Kremsmünster: Ermittlungen wegen Wiederbetätigung
Kremsmünster: „Für immer etwas kaputtgegangen“
Quelle und Originallink: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1426049/Zwoelf-Jahre-Haft-fuer-ehemaligen-KremsmuensterPater-

Es hört mit dem sexuellen Missbrauch in Wohngemeinschaften und Heimen nicht auf:

Quelle und Originallink: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1453278/Missbrauch-in-JugendWG_Drei-17Jaehrige-angeklagt?from=gl.home_panorama

Sexueller Missbrauch in Grazer Jugend-WG: Drei 17-Jährige angeklagt

16.09.2013 | 13:16 |   (DiePresse.com)

Alle Beschuldigten waren bisher geständig; die vier Opfer waren zur Tatzeit erst neun und elf Jahre alt.
In einer städtischen Jugend-Wohngemeinschaft in Graz soll es über einen längeren Zeitraum zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Drei verdächtige, heute 17-jährige Burschen stehen am kommenden Freitag (20.9.) in Graz wegen Vergewaltigung, Nötigung und schweren sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Bisher waren die Beschuldigten geständig.

Die drei Angeklagten stammen aus Österreich, der Dominikanischen Republik und Brasilien. Die Opfer waren zum Tatzeitpunkt erst neun und elf Jahre alt. Die sexuellen Handlungen an ihnen haben die Beschuldigten teilweise mit dem Handy gefilmt. Die Mutter eines der Burschen soll, nachdem sie auf die Vorfälle aufmerksam geworden war, mit Gewalt gegen ihren Sohn reagiert haben – derzeit wird daher auch gegen sie ermittelt.

Die Übergriffe dürften Ende 2009 oder Anfang 2010 begonnen haben. Opfer waren vier Mädchen, die ebenfalls in der Einrichtung wohnten. Die Vergewaltigungen sollen die Burschen teils allein, teils gemeinsam begangen haben. Als sich ein mittlerweile zwölfjähriges Mädchen der Mutter anvertraute, flog der Fall heuer im März auf.

Die Verhandlung wurde zunächst für einen Tag anberaumt. Da die Täter noch minderjährig und die Opfer besonders jung sind, wird mit einem Ausschluss der Öffentlichkeit bei der Verhandlung gerechnet.

(APA)
Mehr dazu:     Vergewaltigung in der U-Bahn: Prozess (02.08.2013)
Missbrauch in Grazer Jugend-WG: Anklage (02.08.2013)
Übergriffe Jugend-WG: Verdächtige in U-Haft (06.03.2013)
Graz: Untersuchungen nach Missbrauch in Jugend-WG (04.03.2013) Auf der Originalseite

Vor laufender KameraOnkel vergewaltigt Neffen live im Internet

Originallink: http://www.bild.de/regional/dresden/kindesmissbrauch/onkel-vergewaltigt-neffen-live-im-internet-kindesmissbrauch-32337420.bild.html

Inhalt vom Link:

Vor laufender KameraOnkel vergewaltigt Neffen live im Internet

Dippoldiswalde/Dresden – Es ist einfach nur widerlich. Olaf M. (41) vergewaltigte seinen 10-jährigen Neffen vor laufender Kamera, damit andere Perverse den Missbrauch live im Internet verfolgen konnten.

Seit gestern wird dem Arbeitslosen aus Dippoldiswalde der Prozess gemacht.

Der Kinderschänder gestand, seinen Neffen in acht Fällen missbraucht zu haben. Dabei drehte er Videos, machte Bilder von Oral- und Analsex. An zwei Tagen ließ er sich bei den Vergewaltigungen des Kindes live über den Internet-Dienst „Skype“ beobachten.

Laut Staatsanwaltschaft gaben die Zuschauer dabei auch noch Anweisungen, wie mit dem Kind zu verfahren sei. Im März 2013 wurde der Kinderschänder verhaftet, Tausende Kinderpornos sichergestellt. Gegen seine perversen Freunde wird ebenfalls ermittelt.

Urteil folgt.

SOS-Kinderdorf: Sexueller Missbrauch

SOS-Kinderdorf: Sexueller Missbrauch

In einer Wiener Wohngemeinschaft soll ein Siebenjähriger von einem älteren Mitbewohner sexuell missbraucht worden sein. Laut einem Experten dürfte das kein Einzelfall sein, SOS-Kinderdorf spricht von „problematischen“ Vorfällen.

Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen scheint ein massives Problem in einigen Wiener Kinderheimen und Wohngemeinschaften zu sein. SOS-Kinderdorf bestätigte im Gespräch mit Ö1, dass der siebenjährige Bub in einer Wohngemeinschaft in Wien von einem 13-Jährigen sexuell missbraucht worden ist. Über ein Jahr hinweg soll es mehrmals zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Der Siebenjährige teilte sich in der SOS-Wohngemeinschaft ein Zimmer mit dem 13-Jährigen, der selbst als Kind missbraucht worden sein dürfte.
„Problematische sexuelle Spielereien“

Nach ersten Hinweisen auf Übergriffe durch den Älteren kamen die beiden Buben in getrennte Zimmer, blieben aber in derselben Wohngemeinschaft bis es schließlich zum vermutlich schwersten Übergriff im März kam. Laut Alexander Krasser, Anwalt der Familie des Siebenjährigen, der vom Luca-Kinderschutzverein eingeschaltet wurde, handelte es sich bei dem Vorfall um Vergewaltigung. SOS-Kinderdorf-Regionalleiter Josef Lammer spricht hingegen von „problematischen sexuellen Spielereien“.

Nach der Untersuchung in einem Spital kam der Siebenjährige zurück in die SOS-Wohngemeinschaft, der 13-Jährige wurde in eine andere Jugendwohlfahrtseinrichtung in der Steiermark verlegt. Diese Trennung hätte, wie Anwalt Krasser findet, viel früher erfolgen müssen.
Übergriffe keine Seltenheit

Bei SOS-Kinderdorf und beim Jugendamt hatte man ein halbes Jahr vor dem letzten Übergriff überlegt, die Buben in getrennten Einrichtungen unterzubringen. Aber in Österreich gebe es aus Kostengründen keine therapeutischen Spezial-Wohngemeinschaften für jugendliche Missbrauchstäter, kritisiert der Jugend-Sexual-Therapeut Peter Wanke vom Verein Limes.

Es entspreche der Logik, dass es in Einrichtungen für Kinder, die selbst sexuelle Gewalt erlitten haben, immer wieder zu Übergriffen käme. In Deutschland gebe es darum rund 30 Spezialeinrichtungen, wo intensiv an einer Änderung des Sexualverhaltens gearbeitet werde, sagte Wanke.
Siebenjähriger Bub wieder beim Vater

Auf Drängen ihres Anwalts leben der Siebenjährige und seine Stiefschwester nun seit Schulbeginn wieder bei ihrem Vater. Ihm war nach dem Tod der Mutter vor zweieinhalb Jahren die Obsorge wegen Überforderung entzogen worden.

Den Vorwurf, dass bei SOS-Kinderdorf die Obhut fahrlässig versagt habe, weist Regionalleiter Lammer zurück: Man habe intensiv versucht, Übergriffe durch psychologische Betreuung, Kontrolle und Beobachtung der beiden Buben zu verhindern. Auch die Ermittlungen der Polizei hätten keinen Hinweis auf fahrlässiges Vorgehen erbracht und seien deshalb eingestellt worden.

Auch seien die Pädagogen speziell geschult. Was diesen speziellen Vorfall betrifft, „wurden alle Schritte stimmig und entsprechend unseren Standards gesetzt“, versicherte Elisabeth Hause, Leiterin des Fachbereichs Pädagogik. „Es wurde ordentlich gearbeitet. Wenn wir etwas daraus lernen können, dann, eine räumliche Trennung manchmal noch dringlicher herbeizuführen“, was aus Platzgründen aber nicht immer möglich sei. „Ich würde aber ….

Weiterlesen, originallink: http://wien.orf.at/news/stories/2602646/

Links:

http://lucakinderschutzverein.wordpress.com/

http://www.vereinlimes.at/beispiel-seite/

 

Sexueller Missbrauch: Polizist suspendiert

05. September 2013 18:05 Uhr, B.Z./dpa | Aktualisiert 18:05 Der Mann wurde vorläufig suspendiert, weil er sich an zwei Kindern und einem Jugendlichen vergangen haben soll.

Schwerwiegender Vorwurf gegen einen Berliner Polizisten: Der Mann soll zwei Kinder und einen Jugendlichen sexuell missbraucht haben. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Sein Amt darf der Tatverdächtige nun vorerst nicht mehr ausüben.

Ein Angehöriger eines der mutmaßlichen Opfer hatte den Beamten am Mittwochabend angezeigt. Ermittler durchsuchten daraufhin am Donnerstag dessen Wohnung und Arbeitsplatz und stellten einen Computer und Datenträger sicher.

Details zu dem Fall sind bisher nicht genannt. …..

Originallink:

http://www.bz-berlin.de/tatorte/sexueller-missbrauch-polizist-suspendiert-article1731843.html

Australien: Bischof räumt Missbrauchsvertuschung ein

Der Erzbischof von Melbourne, Denis Hart, hat bei einer Parlamentsanhörung im australischen Bundesstaat Victoria zum Thema sexueller Missbrauch „Geheimniskrämerei und Vertuschung“ eingeräumt.

„Das hatte sich wie Mehltau über die Kirche gelegt“, sagte Hart am Montag laut der deutschen katholischen Nachrichtenagentur (KNA) unter Berufung auf australische Medienberichte. Die Verantwortungsträger hätten zu lange gebraucht, um zu verstehen, was „eigentlich vor sich ging“.

Allerdings habe sich dies mit dem Amtsantritt von George Pell als Nachfolger des Melbourner Erzbischofs Frank Little im Jahr 1996 verbessert. Little habe sich einfach „nicht vorstellen können, dass Priester, die das Beste im Menschen repräsentieren sollen“, zu solchen Taten fähig seien, sagte Hart.

Erzbischof Hart war am Montag der erste hochrangige Kirchenvertreter, der vor dem Ausschuss in Melbourne aussagte. In einer Woche, am 27. Mai, wird auch sein Amtsvorgänger in der Erzdiözese Melbourne(1996-2001), der jetzige Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, aussagen.

Schwere Vorwürfe

Das Parlament des australischen Bundesstaates Victoria hatte im vergangenen Jahr den Untersuchungsausschuss eingesetzt, nachdem Polizei und Missbrauchsopfer schwere Vorwürfe gegen die Erzdiözese Melbourne erhoben hatten. So soll die Erzdiözese die Zusammenarbeit mit der Polizei verweigert und Missbrauchsfälle sowie Selbstmorde von Missbrauchsopfern vertuscht haben.

Der Ausschuss in Melbourne ist aktuell eine von drei politischen Initiativen in Australien, die den Umgang der Kirche und anderer Institutionen mit Missbrauchsfällen untersuchen. Anfang Mai hatte eine Untersuchungskommission von Parlament und Regierung des australischen Bundesstaates New South Wales ihre Arbeit aufgenommen. Ende vergangenen Jahres hatte Australiens Premierministerin Julia Gillard eine Königliche Untersuchungskommission zur Aufklärung des Umgangs von Kirchen und anderen Institutionen mit Fällen sexuellen Missbrauchs eingesetzt.

KAP

Mehr dazu:

Danke wieder einmal an den ORF für seine kritische Berichterstattung!

Originallink: http://religion.orf.at/stories/2585183/

Missbrauch in 214 Fällen

11.01.2013 | 18:26 |   (Die Presse)

Großbritannien. Bericht listet sexuelle Übergriffe des verstorbenen BBC-Moderators Jimmy Savile auf.

London/Ag. Im Missbrauchsskandal um den früheren, 2011 verstorbenen BBC-Moderator Jimmy Savile hat ein Ermittlungsbericht der Polizei das ganze Ausmaß seiner Verbrechen zutage gefördert: Der am Freitag veröffentlichten Untersuchung zufolge hat der einstige TV-Star zwischen 1955 und 2009 mindestens 214 Sexualstraftaten begangen.

Die jüngsten Opfer waren nach Angaben der Polizei acht Jahre alt gewesen. Savile habe einige seiner Opfer im Alter zwischen acht und 47 Jahren in Krankenhäusern und sogar in einem Hospiz sexuell missbraucht, heißt es in dem Bericht der Polizei und der britischen Kinderschutzbehörde. Demnach nutzte der Moderator seine Berühmtheit, um seine Vergehen während vier Jahrzehnten zu vertuschen. Dennoch hätte er noch zu Lebzeiten dafür strafrechtlich verfolgt werden können, hieß es.

In den meisten Fällen habe Savile „eine Situation ausgenutzt“, erklärte die Polizei. In einigen Fällen habe es aber auch „Planungen“ für Übergriffe gegeben. Laut Polizei hätten insgesamt 450 Menschen Informationen über Savile herausgerückt, der einer der größten, etwas schrillen Fernsehstars Großbritanniens in den 1970ern und 1980ern war.

 

Doku brachte Skandal ins Rollen

Der Skandal war durch eine Dokumentation des britischen Senders „ITV“ ins Rollen gekommen, in der fünf Frauen davon berichteten, Savile habe sie als Minderjährige sexuell missbraucht. Im vorigen Oktober wurden Ermittlungen eingeleitet, im Zuge derer bereits mehrere britische Prominente vorübergehend festgenommen wurden, weil man sie der Komplizenschaft bezichtigte. Savile war 2011 als 84-Jähriger gestorben.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 12.01.2013)

Originallink:

http://diepresse.com/home/panorama/welt/1331961/Missbrauch-in-214-Faellen?_vl_backlink=/home/panorama/welt/index.do

Danke an die Presse für die kritische Berichterstattung!

Prozess in München: Missbrauch trotz Überwachung

Von Gisela Friedrichsen

Er soll ein siebenjähriges Mädchen missbraucht haben, nur vier Monate nach dem Ende seiner Sicherungsverwahrung. Nun wird Andreas R. in München der Prozess gemacht. Der Fall wirft Fragen zum Umgang mit potentiell gefährlichen Personen auf: Andreas R. trug eine Fußfessel.

Andreas R. kam im Januar 2012 frei, soweit man in seinem Fall von Freiheit reden kann. Der 41-Jährige war vor über zehn Jahren wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs verurteilt worden, nach dem Ende seiner Haftstrafe war er in Sicherungsverwahrung genommen worden, in Folge der neuen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts musste er entlassen werden.

Doch Freiheit gab es für Andreas R. nur unter Aufsicht: Er musste eine elektronische Fußfessel tragen.Nun sitzt der Mann wieder in Haft, am Mittwoch begann der Prozess gegen ihn vor der 20. Strafkammer des Landgerichts München I. Andreas R. soll im April, vier Monate nach seiner Entlassung, ein Kind missbraucht haben.

Der Fall ist angesichts der Diskussion über den Umgang mit potentiell gefährlichen Personen aufschlussreich: Er zeigt, wie für die Sicherheit der Bevölkerung sinnvolle Instrumente ins Leere laufen können.

1999 war Andreas R. wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 23 Fällen zu einer mehrjährigen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt worden. 2004 kam er vorzeitig auf Bewährung frei, ein Gutachten bescheinigte ihm eine positive Prognose. Es sollte anders kommen: Rund ein Jahr später kam Andreas R. wieder in Haft, er hatte gegen Bewährungsauflagen verstoßen.

„Sie werden regelrecht ausgespuckt von der Justiz“

Im Jahr 2006 war seine Haftstrafe verbüßt, das Landgericht München I ordnete aber die nachträgliche Sicherungsverwahrung an. 2011 wurde sie vom örtlich zuständigen Landgericht Regensburg und in der Folge vom Oberlandesgericht Nürnberg aufgehoben, weil bei dem Mann jene „hochgradige Gefahr schwerster Gewalt- und Sexualtaten“ nicht mit der erforderlichen Sicherheit festzustellen war, die aber laut Verfassungsgericht vorliegen muss. Gleichzeitig wurde Führungsaufsicht angeordnet. Im Anschluss befand sich der Betreffende bis Januar 2012 in Therapieunterbringung.

Im Zuge der verhängten Führungsaufsicht legte man dem Mann eine elektronische Fußfessel an – in der Fachsprache „ein Gerät zur elektronischen Aufenthaltsüberwachung“ – , die er stets betriebsbereit zu halten hatte. Er bekam ein Mobiltelefon in die Hand gedrückt, wobei ihm eingeschärft wurde, darauf zu achten, dass es stets geladen zu sein habe.

Er musste sich regelmäßig bei der Polizei melden. Man erklärte ihm, dass er das Stadtgebiet München nicht verlassen und keinen Kontakt zu minderjährigen Mädchen aufnehmen dürfe. Zudem wurde ihm verboten, Wohnungen zu betreten, in denen sich Minderjährige aufhalten.

Was so rechtsstaatlich geordnet und wohl durchdacht klingt, erweist sich in der Praxis bisweilen als fatal. „Diese Leute sitzen jahrelang – und dann sind sie plötzlich draußen“, sagt der Münchner Rechtsanwalt Adam Ahmed, der jetzt den Mann vor Gericht verteidigt. „Sie werden regelrecht ausgespuckt von der Justiz. In den wenigsten Fällen sind sie vorbereitet auf das, was nun in der Freiheit auf sie zukommt.“

Anwalt hält Fußfesseln für unzureichend

Ahmed nennt als Beispiel einen Lastwagenfahrer, der mit einer elektronischen Fußfessel am Bein seiner Arbeit nachgehen soll. „Wo, bitte, soll er die Fessel aufladen? An einer Tankstelle? Vor aller Augen? Wo und wie soll einer in einer öffentlichen Männerunterkunft duschen mit einer Fußfessel am Bein, ohne von den Mitbewohnern scheel angesehen zu werden? „, fragt der Anwalt.

Die Angst vor Stigmatisierung sei groß, ebenso die Hilflosigkeit gegenüber der neuen Situation. Denn dazu kämen die tausend Kleinigkeiten des Alltags, die plötzlich allein zu bewältigen seien. Mutmaßlich gefährliche Personen fühlten sich davon häufig rasch überfordert. Die Ausstattung allein mit technischem Gerät sowie die Mahnung, dessen Funktionsfähigkeit nicht zu beeinträchtigen, reichten bei weitem nicht aus, weitere Straftaten zu verhindern.

Der jetzt angeklagte Mann hatte nach seiner Entlassung in München eine junge Frau kennengelernt, die ihn mit in ihre Wohnung nahm. Nach der Anklage der Staatsanwaltschaft soll er gegenüber der siebenjährigen Tochter seiner neuen Bekanntschaft eines nachts übergriffig geworden sein, während die Mutter schlief.

Am 24. April war der Mann in Untersuchungshaft genommen worden, allerdings zunächst nicht wegen des mutmaßlichen Missbrauchs. Grund war, dass er sich weigerte, die Fußfessel aufzuladen. Anfang Mai erstattete der Vater der Siebenjährigen dann Anzeige wegen des Missbrauchsverdachts. Durch die Auswertung der Daten der Fußfessel konnten die Ermittler klären, dass der 41-Jährige zum Tatzeitpunkt in der Wohnung der Mutter war.

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs und wegen Verstoßes gegen Weisungen der Führungsaufsicht wurde er nun angeklagt.

„Man braucht unbedingt ausreichend Personal“

„Mit Technik allein kommt man nicht weit“, sagt Bundesanwalt Wolfram Schädler, der Erfinder der Fußfessel. „Man braucht dazu unbedingt ausreichend Personal, das sich um diese Menschen und ihre Schwierigkeiten kümmert, das sie auf den Umgang mit der Fußfessel vorbereitet, sie begleitet und auf diese Weise gleichzeitig auch überwacht.“

Doch Personal kostet Geld und wird daher gern eingespart. Oder aber aus politisch-populistischen Gründen öffentlichkeitswirksam in einer Weise lockergemacht, die gleichfalls an Sinn und Zweck zweifeln lässt.

In Saarbrücken etwa wurde ein angeblich oder mutmaßlich gefährlicher Mann, der auch nicht mehr in Sicherungsverwahrung genommen werden darf, auf Schritt und Tritt von acht Polizisten begleitet – oder besser: verfolgt. Falls er zum Beispiel jemanden besuchen wollte, warnten die Beamten vorweg die Nachbarschaft und versetzten sie in irrationale Ängste. Keiner wollte ihn. Nirgends ist Platz für diesen Mann. Welches Risiko provoziert ein solcher Zustand? Wird da nicht der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben?

In München hat das Gericht am Mittwoch dem Antrag der Verteidigung stattgegeben, einen weiteren psychiatrischen Gutachter beizuziehen, der zur Frage der Schuldfähigkeit des Angeklagten, seiner Gefährlichkeit und der Prognose Stellung nehmen soll. Denn erstmals sei der Angeklagte nun bereit, sagte der Vorsitzende Richter Kirchinger, sich psychiatrisch untersuchen zu lassen – ein Hoffnungsschimmer, etwas mehr Erkenntnisse zu gewinnen über diesen Angeklagten und das Risiko, das er möglicherweise darstellt.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Danke an Spiegel Online für die kritische Berichterstattung!

Originallink:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mann-soll-trotz-elektronischer-fussfessel-maedchen-missbraucht-haben-a-876590.html